Okay, schnell schnell. Eigentlich habe ich keine Zeit das hier zu schreiben, denn die Uni hat so richtig losgelegt mit lauter kleinen Aufgaben. Dabei will ich mich doch gar nicht so stressen... Aber sind eben interessante Themen: Die Dove-Kampagne analysieren, Car2Go recherchieren, Finnisch einstudieren...
Deswegen gab es gar nicht so viele große Taten diese Woche. Es gab ien Inernational Pub Quiz, in dem unser Team leider versagte. Und ein russisches DInner, gekocht von Nina und Lera, dass erstaunlich gut war dafür, dass sie normalerweise nicht kochen.
Hatte außerdem meinen ersten Sauna-Besuch hier im Haus. 19 Tage nach Ankunft, wurde aber auch Zeit. Und lohnt sich, man sollte jedoch nicht zuuuu lange da drin. Das lässt auch das Hirn etwas verdampfen, wie ich danach merkte.
So jetzt noch schnell die Bilder:
1) Aussicht von der Uni auf die Stadt gegen Abend
2) Ich mit Heiligenschein und neuem Schal in der Uni
3) Hier haben die Uni-Türen Gucklöcher, um sehen zu können, ob jemand im Raum ist. Sehr sinnvoll!
4) Jedes Bad in Finnland hat übrigens einen Schlauch für die Genitalwäsche, selbst in der Uni. Kein Witz.
5) Im Institut der Geschichte hängen strenge Portraits in den Seminarräumen.
6) Russischer Nachtisch
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Sagen wir es offen und ehrlich: Das Wochenende bestand außer Unizeug und Netflix schauen hauptsächlich aus einem Ausflug. Der “Ultimate Sauna Experience”. Mit dem Bus zog es uns, eine fast hundertköpfige Gruppe in die äußerste Perisphere von Jyväskylä. Da dies in zwei Gruppen passierte, ließ man uns als erste Gruppe die Zeit mit Spiele vertreiben. Das eine etwas rabiat, konnte das andere Spielchen überzeugen: Mölkky.
Nein, eine Kuh spielte hier keine Rolle, sondern Holzpflöcke. Wir wurden in Gruppen eingeteilt, die nacheinander versuchten mit einem Holzpflock andere Holzpflöcke zu treffen (Bild 2-3). Der Clou: Traf man nur einen Pflock bekam man die Anzahl an Punkten (von 1 - 12), die darauf gezeichnet waren. Trifft man jedoch mehr als einen Pflock entspricht die Anzahl an Punkten der Anzahl an umgeworfenen Pflöcken. Jeweils umgenietene Pflöcke müssen dort wieder aufgestellt werden, wo sie gelandet sind. Ein sehr nettes Spiel, nicht nur, weil wir als Gruppe gewonnen haben.
Im Anschluss gab es etwas leckeres in uriger Atmosphäre zu essen (Bild 4-5).
Dann machten wir uns auf und genossen die sehr ursprüngliche Saunalandschaft. Es gab sogar eine Räuchersauna, bei der die Kleidung schwarz werden und die Augen sich anfühlen, als stände man über einem Lagerfeuer. Früher wurden Saunas nur so betrieben, bis man auf eine etwas gesündere Variante umgestiegen ist. Als kleine Mutprobe konnte man dann noch in ein Eisloch steigen. Ja, es war kalt. Da bereitete mir der anschließende Schneeengel weit weniger Kopfzerbrechen.
Im Anschluss noch ne vegetarische Wurst auf dem Rost grillen und schon fühlte man sich in Badehosen wie am Baggersee.
Ein anderes Mal kann ich gerne noch etwas mehr auf die Sauna-Unterschiede zu Deutschland eingehen, jetzt aber noch zum Abschluss das letzte Bild:
Handys müssen keine Smartphones sein, wieso nicht auch einmal eine Pfannenmarke? Danke, Denglisch!
Heute war wieder Uni, wieder diesen großartigen Kurs gehabt. Beim ersten Mal noch von der Orientierung überfordert, hat es sich nun ziemlich gut gefühlt. Der Kurs gehört jetzt schon in meine Top 5 aller meiner Unikurse. Konnte auch glaube ich dieses Mal selbst viel zum Geschehen beitragen, denn die Thematik war mir bekannt (spare ich aber nun aus).
Gleich im Anschluss ging es dann zum Beer Pong. Ein mir bekanntes Spielchen aus den USA, für welches ich mich wegen des eigentlich hohen Alkoholkonsums dagegen entschieden habe, ein aktiver Teil zu sein. Dann war das aber eine sehr abgeschwächte Form: Sechs Becher auf jeder Seite, nur halb mit Bier gefüllt. Wenn eine Mannschaft, die aus drei Menschen besteht, einen der zwei Tischtennisbälle pro Runde in den Becher des Gegners wirft, müssen diese den Becher abziehen und ihn trinken. Wer zuletzt keinen Becher mehr hat, hat verloren.
Unsere Gruppe waren die einzigen Internationals dort, da sind wir natürlich etwas aufgefallen. Wir hatten keine Overalls an, welche hier zu solchen Gelegenheiten und später zur Party getragen werden. Jede Farbe symbolisiert eine andere Fakultät. Bei den Events werden dann Sticker verteilt, die man sich an die Overalls kleben / nähen kann. Ein brillantes Motivationssystem!
Nach einem starken Start mit zwei Gewinnen sind wir dann aber leider doch noch in der Vorrunde ausgeschieden. Wir waren aber vielleicht Sieger der Herzen…
Bild 1: Langes und kaltes Anstehen vor dem Glub “Escape”, man beachte die Overalls
Bild 2: Auch Straßenlampen können chic aussehen
Bild 3: Ein finnischer Gassenhauer gespielt, man brüllt mit. Irgendetwas mit “Haissa”?
Bild 4: Das ist Beer Pong. Wenig überraschend: es gibt Bier - und ein Ping-Pong-Ball.
- Ich bin zur Uni gelaufen und habe mir einen Sports Sticker für Sportkurse geholt. Danach ging es ins International Office und ich füllte Bögen aus, um eine Finnische ID zu bekommen. Zumindest glaube ich das, sicher bin ich da nicht. Einen sinnvollen Zweck wird es sicherlich gehabt haben.
- Ich habe ein Fahrrad gekauft. Gebraucht, aber wahrscheinlich etwas überteuert. Egal, ich hatte keine Lust mehr so viel zu laufen. Das Rad ist gut für den Winter, hat schöne breite Mountainbike-Reifen. Im Nachhinein ist es wohl etwas zu klein, aber das ist im Kaufrausch dann ja auch egal.
- Mit nun wieder etwas weniger Bargeld musste ich nun einmal meine Reserven aufstocken und habe das erste Mal Geld von der Kreditkarte abgehoben. Gleich einmal schön beim falschen Automaten reingesteckt. Nachdem mich das “Authorization failed” etwas in Panik versetzte (was mache ich jetzt, wenn etwas mit der Karte nicht stimmt) und mir der DKB-Mann an der Service-Nummer auch nicht weiterhelfen konnte, habe ich glücklicherweise draußen den richtigen Automaten gefunden (Marke “Otto.”).
- Danach noch ein paar Dinge eingekauft. Unterwegs erst einmal schön die Kreditkarte verloren, eine ältere Dame hat mich glücklicherweise darauf aufmerksam gemacht. Vor allem Tempos, Kehrbesen und Kleiderbügel standen auf meiner Liste. Denn die Nase schnieft, die Räume müssen auch mal saubergemacht werden (die Thermounterwäsche fuselt stark) und Kleidung verliert ihren Geruch nun mal, wenn man sie draußen aufhängen kann. Überhaupt ist mir aufgefallen, dass die getragenen Klamotten viel weniger riechen. Muss an den Minusgraden liegen, welche die Bakterien abtöten, so meine offizielle Theorie.
Bild 1: Traumgefährt in Spe, da war es noch nicht ganz meins.
Bild 2: Probefahren in einer dunklen Indoor Parkhaus-/Lagereinrichtung
Bild 3: Mal wieder ein Bild aus der Innenstadt, warum nicht?
Bild 4: Der FALSCHE Automat
Bild 5 : Leider ein bisschen zu spät abgedrückt. Geschäft namens FreeTime (Freizeit), doch die Anzeige gibt nur noch “Memory Empty” wieder. Ein sozialkritischer Hinweis mitten in der Innenstadt?
Es ist gar nicht mal so leicht, hier einzukaufen. Auf den Verpackungen steht meist neben Finnisch nur Schwedisch, manchmal Russisch im Angebot. Hatte es in Deutschland in Erinnerung, dass da schon häufig auch englische Produkthinweise waren, oder?
Beim Hallenfußball gleich mal zwei Blasen gelaufen. Ich würde ja gerne keine Memme sein und den Schmerz in mich hinein schweigen - aber irgendetwas muss ich ja sagen, warum ich nur im gefülten Gänseschritt nach Hause laufen konnte. Liebe Leute, die ihr perfekte Schuhe und Hosen (nein, damit will ich jetzt gar nicht erst anfangen) habt: Freut Euch!
Übrigens: Nach dem Video und der Ankunft gleich mal zwei Stunden geschlagen. Hui, war ich fertig! Geht jetzt aber wieder.
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Kombinieren wir mal lieber die letzten zwei Tage. Denn am Samstag ist nun wirklich nicht viel passiert. Erst in der späten Vormittagszeit aufgestanden, war das “Highlight” wohl nur der Gang in die Waschküche. Hier kann die Waschmaschine über eine App reserviert werden, sodass man sich auf jeden Fall über einen erfolgreichen Versuch freuen kann. Wenn ich mich da an Lüneburger Zeiten erinnere, wo ich erst einmal aus dem Haus gehen musste, um die Wäsche loszuwerden und dann noch nicht einmal sicher bin, ob ich überhaupt eine freie Maschine bekomme? Wie unmodern.
Ansonsten habe ich mich mit dem Sportprogramm auseinandergesetzt. Das ist etwas verwirrend, da es den kostenlosen Academic Sport gibt und den kostenpflichtigen University Sport. Für letzteres stehen dann noch Sport Sticker mit und ohne Kurse bzw. Gym zur Verfügung. Darüberhinaus gibt es auch noch Kurse, für die man sogar CPs bekommen kann, die auch nichts kosten. Und Initiativen bieten auch ein kleines Angebot an. Ich werde mich wohl für die Variante Sport Sticker ohne Gym entscheiden und hoffen, dass ggf. Sportgeräte zur Verfügung gestellt werden.
Am Abend schrieb ich übrigens noch einen ausführlichen Blog-Artikel über die Blockchain und Nachhaltigkeit, falls es jemanden interessiert.
Am nächsten Tag stand die City Tour von ESN, dem Erasmus Student Network, im Fokus. Erwartet habe ich eine unterhaltsame Tour mit wissenswerten Hintergrundinformationen rund um Stadt und Leute. Erhalten habe ich die Standorte des höchsten Punktes in Jyväskylä, dem Health Center und der Post. Beim Aussichtspunkt auf einem Turm waren die Fenster so verdreckt, dass kein vernünftiges Foto dabei entstehen konnte.
Im Anschluss musste ich (Mittagessen: ein Apfel) und die Gang den Hunger besänftigen. Da ich am lautesten murrte, durfte ich uns in ein recht günstiges Allyoucaneat-Restaurant leiten. Pizza so viel man wollte, inklusive Getränk und Salat für 10,75 Euro. Über die Qualität sprechen wir jetzt einmal nicht, aber es erfüllte seinen Zweck.
Übrigens bemerkenswert: In Russland kennt man laut Nina und Lera anscheinend weder Bio-Fleisch, noch Fairtrade, was für mich dann doch etwas überraschend war. Ob ich da doch mal einen kleinen internationalen Vortrag vorbereiten sollte? Keine Sorge, Missionieren steht nicht in meinem Erasmus-Vertrag.
Am Abend stand bei mir dann alles auf dem Kopf und ich ließ den Abend mit diesen Zeilen ausklingen.
Bild 1: Schönes Porträt, Fotografin war Sharon
Bild 2: Aufstieg zum höchsten Punkt der Stadt
Bild 3: Es wurde fleißig versucht, schöne Panoramfotos zu fotografieren
Bild 4: EIn Bild der Stadt. Der Kurs ist die große Freiluft-Schlittschuhbahn auf dem See nahe der Uni
Die Finnen können ja von mir aus ein ausgezeichnetes Bildungs- und Sozialsystem haben. Zumindest in Jyväskylä gehört der Busverkehr nicht zu ihren Stärken.
Manche Bushaltestellen sind einfach nur dadurch gekennzeichnet, dass ein Schild am Straßenrand steht, auf dem ein Bus abgebildet ist. Kein Häuschen, keine Sitze und vor allem kein Fahrplan. Hat man doch einmal die Chance auf Letzteren zu stoßen übermannt einem die Unüberischtlichkeit. So wie ich das verstanden habe, stehen darauf nur die Abfahrtszeiten bei Start- und Endhaltestelle. Seine eigene Haltestelle rechnet man dazu, wenn tatsächlich auch die Entfernungszeit angegeben, das gibt es nämlich auch nicht an jeder Haltestelle. In den Bussen ist das Fahren mit dem Busticket änlich wie in Deutschland. Nur auf Anzeigen oder Ansagen, wo sich der Bus gerade befindet oder was seine nächste Haltestelle ist, wird verzichtet.
Dennoch sind wir am Abend des Heiligen Drei Könige-Feiertage (nimm das, Niedersachsen, ich habe meinen Feiertag wieder!) mit einiger Lauf- und Wartezeit zur Wohnung unserer Tutorin Susanna gekommen und haben uns dort sagen wir einmal kulinarisch auf den Abend eingestellt. Anschließend ging es in die Bra Bar, um mit anderen Internationals den Anfang des Semesters zu feiern. Schwupsdiwups war die Nacht vorbei und wir machten uns zu Fuß 40 Minuten lang auf den Nachhauseweg. Im Gegensatz zum Anfahrtsweg war es uns nun auch schön warm an den Füßen, obwohl unsere richtigen Winterschuhe der Bewegbarkeit und Coolness wegen zu Hause blieben. Tanzen hilft eben.
Bild 1: Die Bra Bar
Bild 2: Ein Bus, diesmal mit Station, schließlich ist es das City Center
Bild 3: Die Gang in Susannas Wohnung. Die Zweite von links ist Lera (oder Valeryia), eine russische Freundin von Nina.
Bild 4: Wir suchten nach der richtigen Buslinie
Bild 5-7: Impressionen des Nachhauseweges. Ist das letzte Bild eine geheime Forschungseinrichtung? Mysteriös!
Nun also in der Gegenwart. Die anderen Posts haben sehr viel Kraft und Energie gekostet, ich bin erschöpft und die Sätze werden zuerstückelter und länger, ja man kann fast sagen, sie nehmen gar kein Ende, sodass die folgenden Erzählungen umso kürzer ausfallen müssen.
Heute war der letzte Orientierungstag. Wir haben unseren Department Coordinator kennengelernt, der genausso lange im Dienst ist, wie wir in Finnland. Aber er ist ein cooler Dude, sogar cooler als die Leute von der dortigen Art Fachschaft. Neben Party Party Party hatten sie wenigstens noch eine coole andere Idee: Overalls, welche am Anfang nur weiß sind und bei jeder Veranstaltung einen zusätzlichen Sticker angenäht bekommen. Sozusagen Pfadfinder für Fortgeschrittene.
Highlight heute war auf jeden Fall das Laufen auf dem zugeforenen See. Dennis und ich haben uns gewagt und wurden mit einem schönen Ausblick und einer neuen Perspektive belohnt. Nach einem langen Spaziergang besuchten wir dann ein echtes Deutsches Geschäft: Lidl. Irgendwoher muss man ja seine Lebensmittel einigermaßen günstig bekommen.
Bild 1-3: Auf dem See, das Bild unter der Brücke gefällt mir besonders gut, aber obacht, die Person bin nicht ich.
Bild 4: Diesmal ein Blick in die Mensa
Bild 5: Herne - nicht nur Stadt, sondern auch Erbsen.
An diesem Tag gab es wieder generelle Orientierungsveranstaltungen, z.B. für den Sport (hui) oder den IT-Service (gähn). Im Anschluss nahm uns Susanna mit zu einer Campus-Tour. Wir sind jetzt vollständig und bestehen neben mir aus:
- Dennis: Deutscher Marathonläufer und um nichts aus der Ruhe zu bringen
- Liz: Südkoreanische Beauty mit Bock auf Wirtschaft und Genderthemen
- Sharon: Taiwanesisches stilles Küken der Runde mit Liebe zu Maroon 5
- Nina: Russische Nachzüglerin, will sie FInnland zurückerobern?
- Taavi: Ruhiger Este, für den seine Skier Alles sind
Bis in den Abend hinein waren wir dann in der Stadt und haben nach günstigen Beschaffungsmöglichkeiten gesucht. Auch das Busticket ist nun in unserer Macht.
Bild 1: Repräsentatives Gebäude der Uni, dessen Inhalt mir jedoch nicht bekannt ist
Bild 2: Blick aus der Mensa, auf den zugefrorenen See
Es ist immer noch Tag 4, aber jetzt geht es über den Tag 2. Die ersten finnischen Lichtstrahlen befielen meine Augen - ja es gibt auch hier nur Vorhänge als unzureichende Verdunkelung.
Doch das ist ja auch egal. Schließlich stand die Orientierungswoche vor der Tür, die damit anfing, zur Uni zu laufen. Doch zuerst unterzog man uns wohl einem ersten Härtetest, indem wir als Gruppe erst einmal darußen warten mussten, bevor der Guide kam. Mit Leichtigkeit und den ersten Kontaktversuchen geschafft. Sowohl Liz als auch Georg waren mit dabei, auch noch ein weiterer Deutscher der das gleiche Programm wie ich durchläuft schloss sich uns an. Dennis empfand ich erst etwas ruhig und abweisend, ist aber heute derjenige mit dem ich am meisten mache. Wir unterhalten uns übrigens auf Englisch, weil wir es beide verbessern möchten.
EIne halbe Stunde später angekommen, sahen wir den Rest der Internationals. Finnen waren außer den Tutoren nicht zu sehen, schließlich fängt die Uni erst nächste Woche richtig an. Wir hörten Vorträge über die Uni, Geflogenheiten, Kulturschocks, Netzwerke - das Übliche eben am ersten Tag.
Zwischendurch gingen wir die Mensa. EIn interessantes System: Man kann sich auf einen Teller soviel Brot und Salat nehmen wie man möchte, ein Glas Wasser mit einem Schuss Sirup und dann (leider nur eine vegetarische) Hauptspeise dazu. Zusammen 2,60 €, was ich sehr fair finde.
Nach dem offiziellen Programm haben Liz, Dennis und ich uns aufgemacht, unseren Vertrag bei der Wohngesellschaft KOAS zu bezahlen, damit wir am folgenden Tag länger schlafen konnten. Auf dem Rückweg flog ich niicht nur zwei Mal hin (neben der auszuhaltenden Kälte musste man sich auch an die Glätte gewöhnen) und fluchte auf die Fußverkäuferin oder meinen Gang. Sondern wir verliefen uns auch und kamen erst in der Dunkelheit an.
Bild 1: Internationals von oben
Bild 2: Wie die Faust aufs Auge, bin wohl ein verkappter Finne
Bild 3: Mensaschlange
Bild 4: Vom Weg abgekommen, an einer Straße geendet. Nein, wir sind nicht drüber gegangen, Mama...
Bild 5: Da waren Dennis und Liz noch guter Dinge nach dem Besuch bei KOAS.
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Tag1 - The Arrival
Heute ist eigentlich schon Tag 4, aber ich bin nicht dazu gekommen bisher zu schreiben. Nach einem langen Abschied ging es mit Finnair in das finnischste aller skandinavischen Länder.
Schon am ersten Selfie der Reise wird mir bewusst, ich hätte lieber noch einmal zum Friseur gehen sollen. Dies wird mein Hauptthema der nächsten Tage werden, was dafür spricht, das soweit alles glatt gegangen ist. Beim Bahnhof unten sah ich zum zweiten Mal mein Zielort Jyväskylä geschrieben. EIn Moment der nicht in die Geshichte eingehen wird.
Mit leichtem Übergepäck kam ich also an meinem Studienort an und wurde von meiner Tutorin Susanna und einem ihrer Freunde mit dem Auto abgeholt. Alles war perfekt vorbereitet, ein großes Organisationstalent! Sie konnte jedoch nicht wissen, dass Liz, eine Südkoreanierin aus meiner Tutorgruppe, mit zwei großen Koffern angereist kam. So wurde es im kleinen Auto dann auf einmal sehr eng.
Doch wir kamen an und ich wurde von meinem einem Mitbewohner “Tschorgsch”, der sich dann jedoch schnell als Bayerischer Georg entpuppte begrüßt. Er machte mir und unserem anderen japanischen Mitbewohner etwas Nudeln und wir tranken das erste Willkommensbier aus Bayern. Da mein Schädel von der langen Reise, wenig Schlaf und den vielen Eindrücken beinahe Ausmaße einer Wassermelone annahm, verabschiedete ich mich Richtung des nur 90 cm breiten Bettes.
Warum es hier gerade wenig zu sehen gibt? Bin mit der Mitorganisation der NachDenkstatt 2016 Ende November in Oldenburg beschäftigt. Wer weiß, vielleicht sieht man sich in meinem Workshop wieder?
Bei der Z2X gab es eine “Frag mich alles”-Runde mit Paul Spethmann. Er ist der “Zeremonienmeister” und die Kontaktperson bei den Netzwerktreffen des N Klubs, die sich rund um Nachhaltigkeit drehen.
Paul Spethmann (li.) in der Fragerunde
Man lade rund 100-150 in der Szene Menschen ein, biete vier 100-sekündige Pitches von nachhaltigen Initiativen an und sorgt für ein nettes Rahmenprogramm. Zack fertig, eine regelmäßige Offline-Plattform für die Nachhaltigkeit.
Hier meine Learnings aus der Fragerunde:
- Der Moderator und baldige Notfallsanitäter Tobias Schlegl hat den N Klub mitgegründet und anfangs für Schlagzeilen gesorgt. Mittlerweile trägt sich der Name von allein.
- Hinter dem N Klub steht eine PR-Agentur, die PReventas Hamburg.
- Zum Aufbau des N Klubs hat es bis zu 15.000 Euro pro Veranstaltung gebraucht. Heute kommt man mit einem Budget von um die 10.000 Euro aus.
- Den Impact zu messen gestaltet sich als schwierig. Aber da dieselben Städte frequentiert werden, erhält man unweigerlich Infos über die Werdegänge der Initiativen.
- Bald könnte der N Klub in Leipzig aufschlagen.
- Aktuelle Themen wie die Geflüchtetensituation beeinflussen Gäste- und Initiativenauswahl.
- Die Veranstaltungsorte werden ständig gewechselt. Dabei sollen auch ungewöhnliche Orte wie eine Kita gewählt werden. So können die Gäste an andere Orte gebracht werden, die Stimmung ist besonders.
Warum gibt es solche Veranstaltungen (ja, es gibt noch ähnliche Formen) bisher nur in zwei Städten? Los ihr vernetzungswütigen PR-Agenturen, ihr sozialen Kommunalmanager, ihr Stadt-Initiativen: Sammelt Geld und Kontakte und verleiht der Nachhaltigkeit eine Plattform!
Korrektur: In einer früheren Version haben sich Ungenauigkeiten eingeschlichen: Die richtige Bezeichnung lautet Notfallsanitäter und nicht nur Sanitäter. Die Agentur heißt PReventas Hamburg und nicht nur PReventas. Außerdem ist für den Anschub in einer neuen Stadt 15.000 Euro nötig, dann 10.000 Euro. 5.000 Euro kommen nur bei Querfinanzierungen zustande.
Mein Bericht von der Z2X. Für TeilnehmerInnen und Wissende bietet es sich an, die ersten Abschnitte zu überspringen.
Da war sie also, die Z2X. Diese ZEIT-Millennials-Veranstaltung, für die sich wochenlange Vorfreude in mir aufgebaut hat. Am Samstagmorgen - natürlich mussten sich einige Referenten und Referentinnen lauthals über die frühe Stunde wundern - trafen sich mehr als 500 Menschen im 2X Alter und sprachen vielleicht auch über die Probleme, konzentrierten sich aber auf die Lösungen des Welttreibens.
Dafür standen drei Formate bereit: In den Blitzlichtern hatten Vortragende fünf Minuten Zeit ihre Ideen zu präsentieren, danach wurden sie unsanft per Fettes Brot Einspieler aus der Tonspur gejagt. Hier gab es große Qualitätsschwankungen, die Juso-Vorsitzende Johanna Ueckermann scheiterte wohl ebenso wie eine HR-Frau aus dem Hause Telefonica. Im Kopf blieben die Perspektive von Christiane Link, die über ihre Erfahrung im Rollstuhl erzählte („Man ist nicht behindert. Man wird behindert gemacht.“), mit René Kieselhorst einen jungen Klimakonferenz-erprobten Mann und Patrick Stegemann, der sich charmant über das Katergefühl der Sharing-Economy ausließ.
Am Ende auch hier: ein Wettbewerb
Im zweiten Format „Frag mich Alles“ standen Menschen mit interessanter Geschichte (Flucht aus Syrien) oder spannender Tätigkeit (Köln spricht, N Klub) bereit von den anderen Teilnehmern gelöchert zu werden. Zuvor vielleicht einen kurzen Blick auf dem Flur des Veranstaltungsorts Radialsystem V geteilt, sah man die Menschen dann aus einem ganz anderen Blickwinkel wieder.
Zuletzt dann die Workshops, in denen an konkreten Fragen gearbeitet wurde. Eine Kampagne für ein globales Grundeinkommen, die Suche nach einem Mentor fürs Leben, das Anwenden von Design Thinking für ein Restaurantbesuch, ein Konzept für einen Communityspace. Vor allem aus diesem Bereich wurde dann von einer ZEIT-Jury 10 Konzepte ausgewählt. Diese wurden gegen Ende noch einmal kurz präsentiert und zur Abstimmung unter den Teilnehmern freigegeben. Die Gewinner waren Jugend Rettet e.V. (Seenothilfe von Geflüchteten), einer kostenlosen Interrail-Idee um sich ab 18 Jahren mehr von Europa mitzubekommen und Köln Spricht, ein Festival der Demokratie. Auf sie wartet nun eine tatkräftige Begleitung von Zeit Online, um deren Ideen bekannter zu machen.
Wunschliste für das nächste Mal
Fast mit den Schlussworten offenbarte der Zeit Online Chefredakteur Jochen Wegner, das es wohl auch 2017 ein Z2X geben wird. Und meiner Meinung nach ist dies ein Gewinn in der deutschen Konferenzenszene. Denn klar, es kommen auch auf anderen Veranstaltungen interessante Leute zusammen. Auch in Berlin waren vor allem die Gespräche zwischen den offiziellen Slots oftmals eine große Bereicherung.
Der Vorteil an der Z2X ist jedoch, dass mit Zeit Online ein starker Organisator dahinter steht. So konnten allein für fünf minütige Blitzlichter so illustre Gestalten wie Ronja von Rönnie oder die sympathische Orna Donath präsentiert werden. Und auf dem Gelände konnten EU-Abgeordnete, Berliner Youtube-Koryphäen, ehemalige politische Piratengeschäftsführer gesichtet werden. ZEIT-Gott Giovanni die Lorenzo fragte mich, ob das da die Herrentoilette sei, verdammt noch mal! Großartig waren auch die Moderationen von Jochen Wegner und besonders Maria Exner, die es verstand zielgruppengerecht durch die Tage zu geleiten, Übergänge zu schaffen und nur ab und zu eine Schleimspur für die Teilnehmer zu hinterlassen.
Die Ansprache und das Design waren modern und eine Abstimmung mit Tischtennisbällen habe ich live auch noch nicht erlebt. Auch allzu kritische Sponsoren hatten sie sich nicht ausgesucht (Telefonica, Techniker Krankenkasse, Neuland, Lemonaid, FluxFM), außer ominösen Gutscheinen für Uber-Taxis. Der Zeitplan war okay, genügend lange Slots mit guter Abwechslung. Aber auch die Bandbreite an Themen wurde im Vorhinein schön balanciert. So konnte locker leicht über Sex, Bio-Hacking, utopische Magazine, Datenschutz in der EU und Segregation geredet werden (Programm zum Nachlesen).
Die Vielfalt an Themen hatte aber auch einen nicht zu umgehenden Nachteil. Denn das gesamte Programm musste an eineinviertel Tagen über die Bühne gehen. So verpasste man zwangsweise gute Alternativslots. Eventuell wird hier aus den Reihen der Studierenden zumindest teilweise eine Lösung angeboten. Ein Booklet mit den Inhalten der einzelnen Sessions soll erstellt werden. Den Räumlichkeiten verschuldet war der Umstand, dass es in den Workshops & Co doch recht laut werden konnte. Teilweise zwei, sogar drei Gruppen in einem Raum haben Einfluss auf die Belastung des Trommelfells. Gerade bei interaktiven Formaten wurde das schnell störend. Auch so etwas wie einen Raum der Stille zur Erholung hat gefehlt.
Relativ leicht ändern können die Organisatoren andere Kritikpunkte. An manchen Stellen lobten die Moderatoren doch etwas zu sehr ihre eigene Konferenz und was die Teilnehmer erreichen, ein bisschen mehr Bodenständigkeit und Realitätssinn hätte hier gut getan. Klar gab es inspirierende Ergebnisse, aber ein „Woodstock der Generation Z“ war es nun auch wieder nicht. Übrigens weder ansatzweise in der historischen Bedeutung (wie wird der langfristige Impact sein?), noch in der Altersgruppe (wohl eher Generation Y). Seltsam erschien es mir, dass vor allem für die Blitzlichter auf Menschen fernab der 2X zurückgegriffen wurde. Haben sich so wenige TeilnehmerInnen dafür gemeldet? Musste dann auch Telefonica als Sponsor einen Vortrag halten dürfen? Vielleicht kann ja auch die Vergabe der Blitzlichter-Startplätze im Vorhinein per Voting entschieden werden.
Mit und nicht über Menschen reden
Starke Stimmen hätte es sicherlich auch dann gegeben. Neben kleineren Mäkel wie die nicht konsequente Umsetzung des „Blind Date“-Gedankens (jeder fragt jeweils eine andere Person zu ihren Zielen und Träumen aus) und unklarer Materialbereitstellung (mehr Programme hätten gut getan, oder wenigstens schnell abrufbar per QR-Code), gab es jedoch noch einen großen Kritikpunkt. Zwar vom Geschlecht her ausgeglichen, waren wohl 95% weiß, körperlich nicht beeinträchtigt und gut gebildet. Vielleicht sind das eben die ZEIT-Leser, aber man muss dennoch den Vorwurf äußern, dass daraus eine Perspektiven-Bubble entsteht. Das wird schon allein nach außen hin passieren, wie ich schon in zahlreichen ZEIT Online-Kommentaren lesen durfte. So wurde wieder viel über Andere geredet, aber nicht mit ihnen.
Aber es wäre ja auch langweilig, wenn es für das nächste Jahr kein Verbesserungsspielraum gäbe. Ich muss wohl immer noch einige Eindrücke und hastig ins Smartphone geschriebene Notizfetzen verarbeiten, aber liebe Z2X: Es war mir ein Vergnügen!
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Seit einem halben Jahr wohne ich mal wieder in einer neuen WG. Mein Mitbewohner ist spitze, mein Vermieter fair, die Umgebung ruhig und die Wohnung nah an der Uni. Die Nachbarn scheinen aus jungen Familien und Senioren zu bestehen – zumindest leite ich das von
Mal etwas anderes von mir, zum Thema Nachbarschaft.
Sommer, Sonne, Strand – was für viele Deutsche das Urlaubsideal ist, hat mich dieses Jahr ereilt. Neben Pinienwälder, gutem Essen und klarem Wasser hatte ich aber auch ein Blick für Transparenz und Feedbackmöglichkeiten.
So fing es schon bei der Flugbuchung an. Unsere Planungen waren sehr kompliziert und haben sich lange hingehalten, unter anderem auch weil ich aus Umweltgründen das Fliegen vermeiden wollte. Aber die Welt besteht ja aus Kompromissen und so habe ich den Flug wenigstens kompensiert. Das geht z.B. über den Anbieter atmosfair. Dieser Ablasshandel macht die Welt auch nicht unbedingt grüner, aber er internalisiert die CO2-Reisekosten. Nur schade, dass Eurowings bei der Buchung von sich aus nicht die Möglichkeit anbietet, die Kompensation in einem Rutsch zu zahlen.
Würden die zukünftigen Reisenden eine Angabe ähnlich wie bei atmosfair erhalten (siehe Screenshot), würden sie wenigstens über ihren Umwelteinfluss aufmerksam gemacht werden.
Weiter ging es auf dem Flughafen. Überraschenderweise waren hier ziemlich viele Feedback-Geräte verteilt, sei es in der Halle oder auf der Toilette. Bei Letzterem konnte man sogar nicht nur angeben, wie es einem gefallen hat, sondern auch spezifische Aspekte auswählen. Ein freies Eingabefeld wäre natürlich schön gewesen.
Den freien Text konnte man jedoch auch per iFeedback loswerden, deren Roll-Up kaum übersehbar eine Weitergabe direkt an das Management verspricht. Hier wäre es nett gewesen zu erfahren, von welchem Management genau die Rede ist. Ich vermute mal, dass eine Kommunikationsabteilung dazwischen geschaltet ist, welche die Beiträge sammeln, kategorisieren und filtern. Auch ob irgendwo die Ergebnisse daraus ersichtlich sind ist unklar.
In der Urlaubsdestination selbst habe ich dann eher weniger solcher Instrumente mitbekommen. Dabei dürfte gerade bei Touristen, die auf Handy-Roaminggebühren verzichten, das Interesse groß sein, durch Bewertungsportal-Empfehlungen spontan gelotst zu werden. Bei einer Unterkunft war dies auch gegeben, mit dem Abstrich das die Bewertung von 2013 war.
Dabei ist auch die aktuelle Bewertung mit 9,2 sehr gut. Eine Erinnerung zur Bewertung haben wir jedenfalls nicht erhalten. Eine vertane Chance oder umsichtige Gelassenheit? Eine ganz andere Notiz haben wir vor einem Restaurant gesichtet:
Da war wohl jemand nicht zufrieden mit dem Dienst. Ich stelle mir es auch ziemlich mühsam vor, gegen mögliche Falschaussagen zu agieren. Aber der transparente Kommentar erachte ich als die einzige effektive Gegenmaßnahme. Denn sie einfach zu ignorieren könnte der Reputation erheblich schaden. Das Restaurant war jedenfalls dennoch gut besucht und lecker. Leider ist mir der Name entfallen, sodass ich nicht die TripAdvisor-Seite betrachten konnte.
Zu Hause angekommen konnte ich dann noch Zeuge einer Art Transparenz-Selbstermächtigung werden. An der S-Bahnstation wurden die Preise zu den einzelnen Stationen gekritzelt. Ob dies ein Bahnmitarbeiter umgesetzt hat, weil er von den vielen Fragen gelangweilt war oder von frustrierten Passagieren mit falschem Ticket bleibt ungewiss.
Zum Schluss kommt dann wahrscheinlich nur noch die Frage, wo das alles war? Ich glaube, da können mit etwas Rechercheanspruch die Bilder für sich besprechen. Und außerdem: Ohne mein Alltours...