Heute ist mir etwas komisches und eigentlich sehr trauriges passiert / aufgefallen.
Ich liege so am Pool und lese. Das Buch einer Frau deren ersten Bestseller ĂŒber das Sterben der Bienen und den fast Untergang der Menschheit ging. Das zweite Buch einer 4-teiligen Serie handelt ĂŒber Wasser und ist genauso klimakritisierend... gut - ich bin auch dafĂŒr, aber die Wege dahin gehe ich nicht mit den militanten und selbstverliebten GRĂNEN. Wie dem auch sei.Â
Beim lesen baute sich immer so ein brummen ein. Erst dachte ich, dass es das monotone Rauschen einer der zahlreichen Klimaanlagen wĂ€re. Dann ploppte es. Da ich unter einen groĂen Schirm lag, dachte ich doch erst tatsĂ€chlich, es handelt sich um Regen. Dann beobachtete ich wo diese GerĂ€usche herkamen.
Eine kleine Palme wurde von mehreren Bienen -oder waren es Wespen - angeflogen, rutschten ab und stĂŒrzten auf den heiĂen Boden. Sie summten und brummten und kĂ€mpften um ihr kleines Leben. Ich beobachtete es eine ganze Weile bis ich es begriff. Das brummen und summen kam aus einen Bereich hinter mir. Plötzlich fielen erst 5.. dann 20... dann 50 von den kleinen Bienen / oder Wespen einfach so auf die Erde. War es zu heiĂ, war es Massensuizid? Ich suchte auf der Anlage den Grund des Geschehens.Â
An einer der Hausecken, da wo die Autos stehen und das Haupthaus angrenzt, sah ich sie, sah ich den Rest. Hunderte oder tausende Wespen oder Bienen, ein ganzes Volk war wĂŒtend und brummte und griff immer wieder die Ecke vom Haus an. Sie flogen rein in den kaum sichtbaren Qualm um die Königin, die Larven, Ihre Leute da rauszuholen. Es war ein ungleicher Kampf. Alle die immer wieder es schafften zwei...drei mal in die NĂ€he des Einganges zu fliegen waren relativ schnell am Ende Ihrer KrĂ€fte, am Ende Ihres Lebens. Zu Hunderten vielen sie auf die akkurat gepflasterten Steine, auf die metallisch glĂ€nzenden Luxusautos oder auf die Schirme wo ich auch darunter lag.Â
Man denkt: âEs geht uns ja nichts an, nichts und auch garnichtsâ, aber ich holte den Besitzer des Hotels und meinte wĂŒtend ob er eigentlich wĂŒsste, was da gerade passiert. Er kam mit mir und seinem Gast zum Ort des Treibens. Seine ErklĂ€rung war trotz meiner erheblichen Sprachdefizite sehr einfach zu verstehen. Es stört ihn der Wildbefall, das Nest, die Kreatur generell. Und jetzt wĂŒrden sie halt gerade eingesprĂŒht und wĂŒrden dann... er machte ein vertrautes GerĂ€usch und verdrehte die Augen und lies seine Zunge aus dem Mund hĂ€ngen. Ja - ich habe ihn wirklich gefragt, ob er wisse was er da macht, ob er verstĂŒnde, dass seine Rosen und BĂŒsche hier deswegen so schön blĂŒhen weil die Kreaturen genau hier sind... Es stand zwischen uns plötzlich nicht nur eine Sprachbarriere.Â
Ich ging auf das Zimmer, nachdem ich da noch Minuten stand und mir das versuchte einzuprĂ€gen und mir die möglichen Folgen ausmalte. Ich möchte da eigentlich nicht als Ăkoschlunze dastehen, aber ich weiĂ, dass ich vor 8 Wochen noch nicht so darĂŒber gedacht habe. Das es von mir genauso geplant und ausgedacht worden wĂ€re, ich es auch so getan hĂ€tte. Aber das eine Buch hat meine Sichtweite verĂ€ndert, oder sagen wir mal, die Augen geöffnet. Wir sind nicht der Dreh- und Angelpunkt auf dieser Welt. Wir sind mĂ€chtig, stark und selbstbewusst. Aber wir sind erst seit kurzen mit unserer Spezies hier. Und ein toller Gott - kann und wĂŒrde uns nicht helfen.
Lesen bildet, lesen verÀndert.