Alkohol hat dich nie geliebt, Papa
Versuchen dir zu vergeben.
Verflucht sind all die Jahre nach dem Streben nach Leben.
Könnt ich sie nur vergessen, all deine verbalen Seitenhiebe,
doch auch wenn dir nichts mehr bliebe,
wĂŒrdest du trotzdem lieber zum Alkohol zurĂŒckgehen,
als dir einmal zuzugestehen,
dass es so nicht mehr weiter geht
und dein "Ich" langsam im Wind verweht.
Alkohol hat dich nicht geliebt, Vater.
Aber deine Tochter hÀtte es.
Waren sie es wert, deine Kater?
DafĂŒr, dass du mich verlĂ€sst?
Du trinkst immer und immer wieder.
Denn lieber - vergisst du beim Trinken, wieder, dass du noch eine Tochter hÀttest,
die du, wie dich auch, fest an die Sucht kettest.
Und wehe jemand spricht es aus,
dass du nicht so stark bist,
weil der Alkohol dich von innen zerfrisst
und du alle um dich herum mit ertrÀnkst.
Alkohol hat dich nie geliebt.
Auch wenn er dir scheinbar so viel gibt,
flĂŒstert dein Spiegelbild monoton.
Ein alkoholkranker Vater ist kein Vater.
Einfach nur ein Alkoholkranker, der nicht lange genug nĂŒchtern bleiben konnte, um seine Kinder groĂzuziehen.
Und jetzt steh ich hier und möchte weit weit weg fliehen,
bis ich dich nicht mehr sehen kann,
doch du ziehst mich zurĂŒck in deinen Bann, in deinen Zwang, in deine FĂ€nge, mit so viel Leere und doch GezwĂ€nge, doch das alles nimmt einfach kein Ende.
Alkohol hat dich nie geliebt, Papa.
Aber ich, ich hab es wirklich versucht.
SpĂŒr dich immer noch hautnah,
was denkst du, wie oft hab ich alles verflucht?
Wie oft gab ich mir die Schuld dafĂŒr,
brachte dich irgendwie durch die HaustĂŒr,
fragte mich dann wieder wofĂŒr das Ganze,
wenn ich am Ende doch wieder auf der Klippe tanze
und mit jedem mal nĂ€her zum Abgrund rĂŒcke,
mich selbst fast bis zum Abgrund drĂŒcke.
Denn ich kann dir nicht helfen,
Du hast meine Hilfe sowieso nie geschÀtzt.
Nun muss ich schauen, wie ich, anstatt dich zu lieben -
dir und mir verzeihen kann,
damit wenigstens einer findet seinen Frieden,
und ich nicht mehr kaputt gehe daran.