Was können wir lernen von einer philosophischen Strömung, die die Abschaffung der Polizei, von Gefängnissen und von Lagern für Geflüchtete f
Gefragt nach Alternativen zur Polizei in Fällen von sexualisierter, häuslicher Gewalt sagt Loick:
„Das kann man sich anhand einer alten Kritik der deutschen Frauenbewegung vergegenwärtigen. Für die waren die Polizei und die Gewalttäter im Nahumfeld beide Teile desselben patriarchalen Systems. Deshalb ist es zu kurz gedacht, die einen männlichen Gewalttäter als Schutz vor den anderen zu rufen. Die Frauenbewegung hat daraus den Schluss gezogen, dass es selbstorganisierte Strukturen braucht, die ohne Staatsgewalt auf Übergriffe reagieren können. Durch diesen Grundgedanken sind die autonomen Frauenhäuser entstanden. Ziel war es, selbst Orte zu schaffen, in denen für Frauen in ihrer konkreten Lebenslage und für ihre konkreten Probleme eine konkrete Lösung gefunden wird. Es galt zunächst einmal, der Frau die Möglichkeit zu verschaffen, von Zuhause auszuziehen und so die gewaltvolle Situation zu verlassen. Und ich glaube, dass man diese Idee ausweiten kann. Allein wenn man sich überlegt, wie viele finanzielle, aber auch imaginative Ressourcen in die Polizei reingesteckt werden, und was man damit machen könnte, um Alternativen für die Betroffenen von sexualisierter Gewalt zu schaffen. Vielen Gewaltbetroffenen ist durch eine Verhaftung oder Bestrafung des Täters – zu der es ja häufig auch gar nicht kommt – nur begrenzt geholfen. Viel wichtiger sind soziale Absicherung, Wohnen oder Kinderbetreuung. Und diese ganz konkreten Maßnahmen stehen im Kontext eines breiteren, gesamtgesellschaftlichen Kampfes gegen patriarchale Strukturen und sexistische Gewalt.“











