5 Times Schalavsky takes care of Wespe, +1 time he doesn't have to
Umgenietet.
Überwachungen waren bei Schalavsky nicht sehr beliebt. Sie waren nötig und manchmal auch nützlich. Aber stundenlanges Herumsitzen, langweilte sogar jemanden mit Schalavskys Stoizismus. Es war einfacherer, wenn man jemanden dabei hatte, mit dem man sich unterhalten konnte, aber Schalavsky konnte nur unter Idealbedingungen ein Gespräch am Leben erhalten. Dazu gehörten jemanden, mit dem er sich tatsächlich unterhalten wollte (selten) und jemand, der das Gespräch mit Schalavsky suchte (seltener). Im Moment jedoch genoss Schalavsky die Stille. Er musste sich meistens Mühe gegeben, um Bienert von Monologen und unermüdlichen Gesprächsversuchen abzuhalten.
Bienert war aber Ausnahmsweise ruhig. Er hatte schon vier mal gegähnt und versuchte immer wieder seine Position im Beifahrersitz zu verbessern. Er drückte den Rücken durch, wog seinen Kopf vorsichtig hin und her und zuckte zusammen, wenn er seinen Kopf oder linken Arm falsch bewegte.
Er versuchte halbherzig seine linke Schulter zu massieren und gab das wieder auf, wenn er dabei nur vor Schmerzen Luft einsog.
„Was ist los, Bienert?“, fragte Schalavsky ruhig.
„Ich habe Nackenschmerzen und meine Schulter tut weh.“, murrte der junge Kollege.
„Haben Sie sich verlegen?“
„Nee, das kommt von den Typen, der mich umgenietet hat.“ Bienert hatte allerdings einen Zusammenstoß mit einem Verbrecher gehabt, der dachte er könne ihn einfach umrennen. Konnte er auch, aber am Boden war er am Ende auch, und Bienert ließ ihn nicht mehr entkommen.
Schalavsky sah nun zu seinem Kollegen: „Haben Sie ein Schleudertrauma?“
Bienert zuckte mit den Schultern und bereute es sofort: „Glaube nicht.“
„Sie sollten zum Arzt gehen.“ Schalavsky war wohl der Letzte, der freiwillig zum Arzt ging. Aber Bienert stand ihm in nichts nach: „Doch nicht wegen ein bisschen Schmerzen.“
„Sie machen mich wahnsinnig mit ihrem Herumzappeln!“
„Entschuldigung, dass ich nicht entspannt bin.“, schnappte Bienert, etwas schärfer als sonst. Er musste wirklich Schmerzen haben, um seinen frechen Humor einzubüßen. Und nach mehreren Stunden mit den Schmerzen wurde sein Nervenkostüm dünn.
Schalavsky griff über und legte seine rechte Hand in Bienerts Nacken.
Der zuckte ein wenig zusammen aber hielt sonst still. Schalavsky Hand war warm und bestimmt als er begann in kleinen Kreisen die verspannten Muskeln zu massieren.
„Sie sind ziemlich verspannt.“, bemerkte Schalavsky. „Haben Sie Schmerztabletten genommen?“
Bienert sah irritiert rüber zu seinem Kollegen, der stur nach vorne schaute und weiterhin das Haus observierte. Wespe machte einen verneinenden Laut und schaute auch wieder nach vorne und
„Kein Wunder, dass Sie so verspannt sind, wenn Ihr Körper den ganzen Tag die Schmerzen ausgleichen musste.“, sagte Schalavsky tadelnd.
„Ich hatte keine Schmerztabletten mehr da.“, verteidigte sich Bienert.
„Und Sie sind nicht auf die Idee gekommen, jemanden zu fragen? Obwohl Sie mit so ziemlich jeden des Präsidiums reden?“, fragte Schalavsky.
„Ich rede nicht mit jedem.“, widersprach Bienert. „Ich vermeide die Rassisten und Homophoben.“
Schalavsky warf ihm kurz einen fragenden Blick zu. Aber es überraschte ihn auch nicht, dass einige ihrer Kollegen sehr engstirnig sind.
„Ich hatte keine Zeit.“, sagte Bienert leiser und Schalavsky erinnerte sich, dass es heute etwas stressig war und sie kaum einen Moment zum Atmen gehabt hatten. Deswegen sagte er nichts weiter und zwischen ihnen bildete sich eine Stille, in der Wespe versuchte sich einzureden, dass es ganz normal war, dass sein Kollege ihm den Nacken massierte.
Wohlgemerkt der Kollege, der Körperkontakt nur dann hatte, wenn er jemanden die Hand reichte (was auch nur bei Vorgesetzten vorkam), einen Verdächtigen festhielt oder an ein oder zwei Momenten in denen er Bienert gegen den Hinterkopf geschlagen hatte und dafür keine Akte oder Zeitung zu Hand hatte.
Wespe wusste nicht, ob es seltsamer war, dass Schalavsky ihm half (wobei das noch irgendwo unter Schadenbegrenzung fallen könnte, wenn er nicht wollte, dass Bienerts Zappeln ihn weiter nervte), oder dass Schalavsky tatsächlich ziemlich gut darin war die verspannten Stellen zu bearbeiten.
Wespe versuchte möglichst ruhig zu sitzen und seine Schultern soweit wie möglich zu entspannen.
Innerlich arbeitete er an einem Masterplan Schalavsky dazu zubringen ihm eine richtige Massage mit Massageöl zugeben. Mit weniger Kleidung involviert.
Schalavsky ging von den kleinen Kreisen über dazu Wespes Nacken zu greifen und seine Muskeln etwas anzuheben. Wespe machte einen kleinen unwillkürlichen Laut und Schalavsky sah fragend zu ihm rüber: „Tuts weh?“
„Wird gerade besser.“, sagte Wespe aus Befürchtung sein Kollege, könnte aufhören aus Angst ihm mehr wehzutun.
Wespe konnte später nicht mehr sagen, wie lange Schalavsky ihn massiert, es war definitiv zu lange um noch bequem für Schalavsky zu sein. Als Schalavsky die Massage langsam ausklingen ließ in dem er die Muskeln entlangstrich waren Bienerts Schultern deutlich aus ihrer angespannten Position runter gesunken. Als Schalavsky seine Hand zurückzog, konnte Wespe sich gegen den Kopfstütze lehnen ohne das Gefühl zu haben seine Position ändern zu müssen. Für den Rest der Überwachung saß Wespe still neben seinem Kollegen und starrte auf das Gebäude. Innerlich versuchte er das zu verarbeiten, was passiert war und aufkeimende Hoffnungen im Zaum zu halten.
Schalavsky streckte seine Hand, die mindestens eine halbe Stunde seinen Kollegen massiert hatte und versuchte sich selbst darüber klar zu werden, warum er das gemacht hatte. Vielleicht weil er sich schuldig fühlte, dass Bienert überhaupt verletzt wurde. Wenn er etwas schneller gewesen wäre, hatte der Verdächtige ihn nicht umgerannt. Außerdem hatte sich Bienert mittlerweile auch in sein Herz gemogelt. Während es anfangs sehr irritierend war einen Partner zu haben, der nur Unsinn redete und nichts ernst nahm, stellte sich nach einer Weile raus, dass es auch Vorteile hatte jemanden zu haben, der sich nicht von grummeliger Stimmung unterkriegen ließ. Dass Bienert außerdem tatsächlich ziemlich gut in seinem Job war und gelegentlich durchscheinen ließ wie er ernst er seine Arbeit nahm, half auch.
Und vielleicht triggerte es mittlerweile Schalavskys Beschützerinstinkt, wenn Bienert nicht sein übliches unbeschwertes Selbst war. Er konnte es einfach nicht mit ansehen. Vollkommen egal, ob es daran lag das eine Ermittlungen nicht ideal verlief oder Bienert eine schlechte persönliche Erfahrung gemacht hatte.
„Das hat keinen Sinn mehr. Wir können die Überwachung hier abbrechen.“, entschied Schalavsky nach einem Blick auf die Uhr und startete das Auto. Sie fuhren zurück zum Präsidium, um ihre Berichte zuschreiben und dann in den wohl verdienten Feierabend zu gehen.
Bienert hatte sich gerade an seinen Schreibtisch gesetzt und ernsthaft überlegt einen ergonomischen Stuhl anzufragen, als Schalavsky hinter ihm auftauchte und Schmerztabletten mit einem Glas Wasser vor ihm stellte.
„Oh, dan-“, Wespe brach ab als Schalavsky plötzlich an seinem Kragen zog und ihm ein etwas in den Nacken drückt, was sofort an seiner Haut haftete.
„Wärmepflaster.“, erklärte Schalavsky. „Das sollte in ein paar Minuten warm sein.“
„Danke.“, sagte Wespe leicht überfordert.
Schalavsky setzte sich an seinem Schreibtisch: „Schon gut.“
Wespe starrte seinen Kollegen noch an, als dieser sich einloggte. Wie zur Hölle hatte er es geschafft, dass Schalavsky so sanft mit ihm war? Er hätte Geld darauf gewettet, dass Schalavsky es nicht im Geringsten kümmern würde wie es ihm ging, solange es nicht seine Arbeit beeinträchtigte. Und jetzt kümmerte er sich um ihn. Wespe musste bei Zeiten mit Tamina beratschlagen. Die hatte immer gute Ideen.
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PUNISH - Wes Borland x James "Munky" Shaffer (Wesky/Shaffland) Vampire AU
CHAPTER I - Crimson Eyes
Inspired by: Sinners (2025), Anne Rice's Vampire Chronicles
"Alright then, you werewolf fuck. You gon' kill me?" Fred asked, sitting across from the stranger once the two had made it to the living area, who merely laughed at the name the other had chose.
"Well, that's new... Not a werewolf, though, those aren't real."
After a series of mysterious deaths strike the town, including one of his friends, Wes Borland is petrified to even walk out of his own house.
James Shaffer, the source of the mysterious deaths, finds Wes to be the most fascinating boy in the world.
Hello all! this is the first time ive posed a fic here... but my gf suggested I also post chapters here when I write them!! I do want to warn that there is some pretty graphic violence in this chapter, and in this Fred Furst does die. he remains important in the story but he is not there physically (hence the haunted narrative tag lol)
I will update this when I can! Do note I haven't written in a while... it may be ass or not make sense lol just bare with me. ENJOY IG LMAO
May 14th, 1921
The sound of a fist pounding on the wood of his door startled Fred from the brink of sleep. 'Motherfucker.' He thought to himself. It must have been damn near 8 o'clock at night. The sun was beginning its routine of settling below the horizon, and he had shit to do in the pasture tomorrow. He only had a brief moment of peace before he heard someone calling for help on the other side, their voice hoarse.
Fred couldn't tell if it was just a deep voiced woman or a man outside through the panic of his tone. He decided right then, it was likely someone trying to rob them, thinking they could singlehandedly bring back the era of cowboys and robbers. Fred was about to ignore the pleas at the door, but unfortunately, he had a roommate— a devoted christian, of all things. Brian was, admittedly, quite important to Fred, crazy as he could be. Even while he was rambling on about how the devil himself would come up from hell and drag them both down if they didn't help a stranger, he quietly admired without any argument as he watched him quickly open the door.
Every inch of humor and doubt drained from his face at the state of the man on the other side of the door.
He was burned, badly at that. Smoke still seemed to be coming off of him, the heat of whatever was left of the fire that caused his injuries having left glowing embers on his skin. He was shaking, on his knees, pleading for the two to help. Neither one of them could understand fully what was wrong as he begged to be let into their home. It was only when Fred approached, grabbing his shotgun on the way to the door to point it at the stranger, who immediately flinched and pleaded for him not to shoot.
"Slow down, what's happening?" Fred hears Brian beside him ask, gesturing for Fred to put his gun down. Fred, still paranoid they were going to get robbed, refused, only poking the man with the barrel of his gun, urging him to answer. He swears he sees a hateful glare from the other, one that does not match his fearful act he had put on.
"There's people after me, they killed.. " He starts, voice shaking as he cradles his head in his arms,"I'm from a farm down the road, a whole group of 'em came. I don't know what they were there for, but they lit the place on fire while me and my wife were sleepin'." He started sobbing, clutching Brian's pant leg,"Oh god, please help me! they killed my wife, I got a kid staying with my momma right now, don't leave her without a father!"
Fred knew it was over once the man mentioned a daughter, on account of Brian having one of his own— a baby girl, no older than a few months. Regardless, Brian also had a bleeding heart. The church he ran doubled as a shelter for the sick and homeless with nowhere to go. Fred loved that about him, even if he wasn't a huge fan of him immediately ushering the stranger inside, who immediately rushed away from any and all windows to hide in a dark corner, almost like a scared cat. Brian ripped the gun from Fred's hands, setting it back on the wall mount by the door. The commotion of an almost slammed door and Brian bumping the butt of the shotgun on the wall must have been louder than both of them realized, considering the sound of a crying baby piercing the otherwise quiet upstairs.
"Shit, can you go comfort her? I'm gonna run down to Wes's place to see if he has anything for burns." Brian asked the other, who immediately nodded. He loved little Jennea, he'd never say no to the chance to hold her. Brian grabbed his shoulders.
"And find out what his name is, the stranger. Don't scare him either. He's been through enough." He demanded, making the other swear to him he'd be nice before rushing out the door.
It was only after the other had gone out the door that he noticed the eerie silence that replaced Jennea's cries. He also noticed the man had moved from where he was hiding in the corner. Fred felt a ball of anxiety fill his gut upon his realization, grabbing the gun once more and rushing up the stairs. He opened the door to the room her crib was in, aiming his weapon to shoot. However, the sight in front of him left a cold, dark pit in his stomach.
There in front of him, the burned stranger was...
. . . .
Cradling the baby in his arms, humming a song Fred had never heard before, soothing the baby from its fearful shrieking into a playful giggle. He cooed right back at the small one with praises of how cute she looked, letting her hold his finger.
That wasn't what worried him, however. What worried him was what the baby seemed to be laughing at. This.. thing he couldn't even call a stranger due to his uncertainty of it being human, had a smile he'd actually call handsome— that is, if it wasn't for the canine teeth that looked more akin to one of the wolves he'd shot trying to kill the sheep in the pasture. His skin, which was once covered in burns, was almost completely healed as he stood just outside the sunlight still spilling through the window. His nails were long, much longer than they had been when he was clutching Brian's pant leg moments before. They were like claws, his pointer one dangerously close to scratching the child. As if he could read his mind, the stranger looked towards Fred, a red glint in his pupil that caught the light so strangely it looked as if it was glowing, and retracted the claws, deciding to speak.
"You sure like pointing that gun at people. Pretty rude, considering the favor I just did for you." He spoke, voice smooth and calm with a hint of melancholy as he turned, stepping closer to him with the baby still in his gentle hold, gently bouncing her on his arm.
"What the hell are you?"
"..That's for you to decide. I've been called a lot of things, Mr. Durst." He said with a smile, bumping Fred's shoulder as he walked past, almost like he owned the place. The mention of Fred's surname sent chills down his spine. However, he still followed, perhaps out of a morbid curiosity, perhaps out of hope he'd catch this... thing off guard.
"Alright then, you werewolf fuck. You gon' kill me?" Fred asked, sitting across from the stranger once the two had made it to the living area, who merely laughed at the name the other had chose.
"Well, that's new... Not a werewolf, though, those aren't real." He noted casually, as he made his way to a handmade rocking crib nearby. It was something given to Brian by a lady old enough to be his grandmother. They'd use when she was fussy during dinner, that way they could both still ear together. James continued humming the song for a moment, allowing for the child relaxing back into sleep before speaking once more as he made his way to sit on the nearby couch.
"Vampire."
"Wow, what a difference."
"Either way, no. Not yet, at least. I haven't ate since I dropped into this shithole but you two showed me hospitality in my time of need, so I'll let you ask a few questions before I eat." He chimed, staring right into the depths of Fred's body. Fred felt like his very pulse was being watched, and he was sure it was just based off the hugry gaze of this monster.
"What's your name?"
"James."
"How long you been a vampire? How old were you when you turned?"
"Stopped counting after about... three hundred-fifty? I was 34 when I got turned, I think."
"are you gonna kill Jennea?"
"Hell no, I don't eat children. I even avoid people my previous victims were close with, if I can. Just you tonight. Beautiful name for the baby, by the way."
He had half a mind to start running and never look back. He could make it to Wes's place with the baby, tell them both what happened, and they'd treat it all like some bad dream. He still had his gun in arm... it'd only take a moment to put a bullet in this freak and book it down to Wes's house, but he stayed put. For now.
"I have another one for you... more personal." Is what Fred started with. He could see a slight twitch of the muscles in James's face, a small dip of the head and a gaze so piercing, Fred had forgotten how to speak.
"...My wife's name was Evis." James responded after some thought, surprising Fred. How could he know the exact question he was going to ask?
"We had a baby girl... I forget whether her name was Carmella or Heart, its been such a long time." The vampire starts,"The people we shared a town with didn't take kindly to us, thought we were Lilith and Lucifer, on account of our lack of age over time."
"She was one too?"
"The one that turned me."
"...What happened to her? What about the kid?"
"That doesn't concern you." He responded, clearly more aggressive than he intended to. 'He's hiding something.' Fred thought to himself as he watched the muscles of the other's face twitch, irritated. Definitely a mind reader, he only seemed to grow angrier the more Fred poked holes in his story. This was an opening, in Fred's eyes... If he was going to run, he had to throw this fiend off his game— had to make him mad. Sure, it might end up in a more brutal death if he gets caught, but he wasn't going to. He'd make sure of that.
"I'm dying anyway, what's it matter? Is there something you don't wanna admit to?" Fred immediately shot back, staring the other down as if the roles had suddenly been switched— as if Fred wasn't the prey anymore.
"I think we've had enough questions for tonight-" James started as his nails grew to the length they had been while he was holding the baby.
"I think you're scared to think about it, James. You're scared because thinking about it only fills you with remorse. You killed 'em both, didn't you?" Fred interrupted with a taunt.
He knew he fucked up the moment he felt the crimson gaze of the vampire land on him, an untapped anger burning holes into his very skin, burns worse than the ones he saw on James when he was pleading at their door. The moment Fred saw movement, he lifted his shotgun from its resting position, pulling the trigger without another thought. A good half of his face exploded on the wall behind him. The body falling to the floor... He looked dead.
'Fffffffuuuuuck this guy was just messing with me.' Fred immediately thought to himself, his breathing irregular as he tried to figure out what to do, the wailing of a startled infant only making matters worse. He just shot a guy, he had no idea what the fuck he was going to about the body or the pooling blood on his floors or the sudden disappearance of someone's drunk ass nephew or some shit. Whatever, he had to get out of here first, with Jennea... thank God James had brought her downstairs for him, at least... she was wailing... the sound of the shotgun had startled her. Fred felt awful....
Just as he started rushing to the rocking crib to console her, he felt a sharp, debilitating pain shoot up his calf, causing him to cry out in pain and collapse. He could feel the coolness of his own blood pooling around his ankles as he desperately struggled to stand... He was scared to look, scared to realize the truth of what had happened to his legs, however after psyching himself up for a moment, he pushed his upper body up with his arms, slowly looking down at the scene.
It was a gruesome sight... there were claw-like slashes on the back of his legs, especially around the back of his ankles. The gashes made It look as if his foot was about to fall right off... and behind him, where the body of James had been, was now simply a blood-stained pool on the ground. He had barely acknowledged the lack of a corpse when he felt a swift kick to his arm from behind. He could feel the bone snap and fold in on itself, forcing another yell of anguish from him as he collapsed once more.
"Y'know.." The vampire started again, staring the shorter of the two down as he attempted to crawl away with his remaining arm, a smile on his face that Fred couldn't quite read.
"I'm from a time before your love for another man... Brian... was deemed an irredeemable sin. I was just a teenage boy when the catholics came and drove their views so far into our throats we couldn't tell if it was us speaking their verses or them speaking through our mouths. Point is, I'm not judgin' you for loving him. He loves you too." He continued, voice holding a reassuring tone that reminded him of his mother's when he'd wake up from a nightmare as a boy. This brought tears to his eyes... it felt so wrong coming from him, gaze so mocking as he watched the futile attempts of Fred trying to escape him. Fred hated every word that spilled from his mouth.
"Go to hell!" Fred spat at him, looking right into that apocalyptic stare the vampire was burning him with... fuck it. Fred was going to die, might as well go out giving his killer hell... especially with the brutality of it all. There was no reason to fuck up his legs, he thought.
"I'm sure that bitch and her spawn will be happy to see you there."
The last thing Fred saw was a carnal rage boiling into the other's eyes before the other picked him up by the face, claws piercing the skin of his cheeks and into his mouth as he felt the sharp pain of the other haphazardly shoving his fangs right into his jugular. This ripped a scream from Fred, punching the other's back as he drank, using every bit of his increasingly draining strength to try and get away, his vision darkening.
James, noting how weak the other was becoming, roughly ripped his fangs from the other's neck, a chunk of his flesh being left in his mouth that he promptly spit out. He stared at the fading lights in the other eyes, making sure he was conscious before suddenly the other's head was up against a wall. The hand, which was now embedded within the flesh of Fred's head, repeatedly slammed it against the wall, harder and harder each time. He growled as he continued, eyes boring into Fred.
"James...."
He swore he could hear someone say his name, a voice he could barely recognize through his fury, ears focusing on the gargling sobs of Fred... the motherfucker. How dare he have their names in his mouth? Speak curses of damnation over people he never knew?
"James."
That fucking voice again, almost drowned out by the screeching of the baby... the baby. James had forgotten she was even here, mere feet away from where he was turning one of her caregivers into a new coat of wall paint. He was just about to stop and console her when he heard one more...
"JAMES!"
He felt a sharp pain in his back as he was thrown against the opposite wall, feeling the lack of weight in his now bloodied hand. He groaned, holding the back of his head as he glared towards the figure, who glared right back at him, standing in front of the bloodied, barely recognizable body of Fred.
Fucking Jonathan. He was looking down at him, a displeased look plastered on his face as he waited for James to start speaking.
"What the fuck were you doing? We don't torture our prey, you know damn well that can be dangerous for us!" Jonathan snapped at him, James rolling his eyes at him, standing up and rushing to the wailing baby in her crib. He hadn't even thought about the blood on his hands as he consoled her, whispering for her to settle down, that she was okay. He spoke as he continued to bounce her.
"He was saying shit about Evis and my daughter. I lost it, sorry!" He snapped back, covering the baby's ears as he did to not scare her more.
"Maybe quit mentioning them to your prey and we wouldn't have this problem!"
"Forgive me for missing them!"
"It's been over 200 years, you can't sulk about them forever, James." Jonathan spat back at him, purple eyes boring into the younger of the two.
"Oh, I forgot! You're Jonathan Davis the vampire, you've never had anyone to actually give a fuck about outside a quickie!" James snapped mockingly back at him. Almost as soon as he ended that sentence, his body filled with fear. Jonathan, who had closed any distance between them, his claws embedded in James's neck. James immediately remembered his place, eyes falling to avoid eye contact.
Jonathan was older, stronger than him. He had saved his life before, nursed him back to health from his strenuous injuries... Jonathan was the maitre— the leader of the (albeit, very slowly) growing coven that moved place to place as the two had to escape danger. He knew he messed up, and as such, quietly communicated his regrets, holding the baby protectively close to himself as he did so. Jonathan knew why James was so attached to this baby.. He missed his daughter. The sound of James's crying at night, his futile calling to try and find her always found its way into Jonathan's nightmares. Thinking about this, he almost immediately regretted the harshness he had shown the other. Communicating the same feelings of regret to him as he released his neck.
"James, we have to go.. Brian will be back soon, and we need to get you cleaned up." Jonathan explained gently, cradling the back of his neck as he spoke. James, clearly close to tears upon realization of his brutality, nods, allowing for the taller to gently take the baby from his arms and set her back in her crib, brushing his fingers over her eyes. Almost immediately, she fell asleep.. one of the many amazing things that Jonathan could do, and one of the few reasons James hadn't completely lost his mind.
In an instant, the two were gone, leaving the brutal remnants of James's hunt behind... and not a moment later, two more walked in through the opened front door.
Wes couldn't even react, couldn't even begin to console Brian as he screamed and rushed to the body of Fred, cradling him close as he begged his god to bring him back... His emotions had completely shut down, forcing him to back out of the house and stumble onto the porch, a scream ripping itself from his throat as it all set in.
Little did he know of the crimson eyes watching him.
Eine Idee zu Wespe die zumindest als snippet geschrieben werden wollte. Ich mach das gerade im Zug fertig also alle Fehler sind Features
„Bienert?“ Schalavsky platzte in das Büro mit etwas, das Wespe als seinen irritiert- grummeligen Gesichtsausdruck kategorisieren konnte. Besser als der wütend-grummelige Ausdruck, aber schlechter als der neutral-grummelige Ausdruck, den Schalavsky nur in bester Laune zur Schau trug. Vor allem wusste Wespe nicht, was er jetzt eigentlich gemacht hatte. Er hatte ihm weder den Kaffee gestohlen, noch etwas freches gesagt. Sogar sein Outfit war eines seiner üblichen, über das sich Schalavsky schon zu oft beschwert hatte, um noch eine Miene zu verziehen. „Warum werden Sie zu spezifisch zu einem Einsatz gerufen?“
Wespe runzelte verblüfft die Stirn: „Woher soll ich das wissen? Ich wusste nicht mal, dass ich gerufen wurde.“
„Vielleicht sagt Ihnen diese Adresse was.“ Schalavsky legte einen Zettel auf Wespes Tisch. Er las die Adresse und sein Herz sank auf diese spezielle Art, wenn man schlechte Nachrichten bekam. „...ach fuck.“
Schalavsky verschränkte die Arme: „Wie wäre es mit einer Erklärung? Was geht hier ab? Man kann sich nicht einfach einen Polizisten aussuchen.“
„Man kann, wenn man derartig reich ist.“, murmelte Wespe resigniert und stand auf.
„Sie kennen sie also.“, stellte Schalavsky fest.
Wespe griff nach seiner Jacke und murmelte viel zu schnell: „Dasistdashauptanwesenmeinerfamilie.
Schalavsky griff nach seinem Arm und stoppte ihn: „Was?“
Wespe seufzte und sagte langsamer: „Das ist... das Hauptanwesen... meiner Familie.“
Schalavsky glaubte sich verhört zu haben: „Ihrer Familie?“
„Jep. Ich fahr dann mal.“
Schalavsky ließ es zwar zu, dass Wespe sich losmachte, aber er war nicht einverstanden: „Sie sollten da nicht arbeiten, wenn sie persönlich involviert sind.“
Wespe lachte bitter auf: „Glauben Sie mir, dass die ein Nein nicht akzeptieren werden.“
Schalavsky sah die deutlichen Anzeichen von Stress und Angst vor dem Ungewissen in Wespe und entschied: „...ich komme mit Ihnen.“
Wespe blickte ihn nur suchend an und als er überzeugt war, dass Schalavsky es ernst meinte sagte: „Fein. Da Sie mich eh nicht leiden können, wird es dadurch auch nicht mehr schlimmer.“
Schalavsky wusste nicht was er von Wespes Aussage halten sollte, aber als sie dann im nobelsten Villenviertel vor einem Prachtbunker standen, der wahrscheinlich ebenso teuer wie hässlich war, ahnte er, dass ihm noch etliche Puzzelteile fehlte.
Das Tor wurde automatisch geöffnet und als sie die lange Auffahrt hinauf gefahren waren und vor dem Eingang parkten, hatte ein Herr im Anzug bereits die Türen geöffnet und stand würdevoll im Eingang. Als Wespe aber ausstieg, verlor er plötzlich die würdevolle Haltung und eilte die Stufen hinunter.
„Junger Herr Kasimir.“, sagte und streckte die Hände nach Wespe aus. „Es freut mich so Sie zu sehen.“
„Hektor.“, lächelte Wespe verlegen und seine Anspannung verlor sich ein bisschen. „Es ist auch schön dich zu sehen.“
„Geht es Ihnen gut? Essen Sie auch immer genug?“
Wespe schmunzelte: „Ja Hektor, es geht mir gut. Weißt du, warum man uns hierher beordert hat?“
Hektor schüttelte schnell den Kopf: „Ich wusste nicht mal, dass Sie kommen. Aber ich denke, es hat mit Ihrer Großmutter zu tun.“
Wespe runzelte die Stirn: „Was ist mit Oma?“
„Es tut mir leid ihnen mitteilen zu müssen, dass sie in den frühen Morgenstunden verstorben ist.“, sagte Hektor mit sanften Gesichtsausdruck.
Wespe atmet erschrocken ein. Schalavsky trat dichter an seine Seite und legte eine Hand auf seinen Rücken: „Bienert? Wollen Sie-?“
„Schon gut, schon gut.“, unterbrach Wespe. „Danke, dass Du mich vorgewarnt hast Hektor.“
„Es ist nicht ganz klar, was geschehen ist.“, sagte Hektor vorsichtig. „Sie war außerhalb ihres Bettes und... Nun vielleicht ist sie nur gestürzt.“
Schalavsky runzelte die Stirn: „Ich werde mir das ansehen.“ Er wollte Bienert anbieten sich das zu ersparen oder zu seiner Familie zu gehen. Aber Bienert trat bereits auf die Eingangstreppe zu. Schalavsky hatte das Gefühl, er würde er in ein Museum laufen oder einen Designerladen, den man ohne das entsprechende Budget nicht mal betreten dürfe. Alles hieran schrie nach Geld und Reichtum (und wie Schalavsky fand ziemlich schlechten Geschmack). Wespe bewegte sich zielsicher durch die Eingangshalle. Er kannte offensichtlich den Weg und bis auf ein zwei Blicke zu Seite nahm er sich auch nicht die Zeit alles zu betrachten. Er schien auch zu wissen, wo er in diesem großen Haus hin musste. Hektor folgte ihnen beflissen ohne eine Richtung vorgeben zu müssen. Wespe fand seine Oma. Sie lag in einem Fleck aus getrocknetem Blut. Offensichtlich hatte jemand versucht, sie wegzubewegen und es dann aufgegeben. Das Blut stammte aus einer Kopfwunde. Die alte Dame war in einen seidenen Schlafanzug gekleidet und hatte ihre weißen Haare zu einem Zopf geflochten.
Wespe presste eine Hand vor den Mund und kniff die Augen zu.
Schalavsky legte ihm eine Hand auf die Schulter. Er sprach leise zu ihm: „Bienert, ich kann das hier übernehmen.“
Wespe sah ihn an und schüttelte den Kopf: „Nein. Das kann ich Ihnen nicht antun. Ich muss mich nur sammeln, bevor ich meiner Familie unter die Augen trete.“
Schalavsky empfand diese Aussage etwas seltsam, aber manchmal war es schwer, die professionelle Fassade im Anblick von engen Freunden und Familie aufrecht zu erhalten. Aber Wespe wirkte angespannt und ängstlich.
Wespe riss sich in den nächsten zwei Minuten so sehr zusammen, dass ihm nicht mehr anzusehen war, dass er im gleichen Raum mit der Leiche seiner Großmutter stand.
„Wo finde ich die anderen?“, fragte Wespe.
„In der Lounge.“, sagte Hektor hilfreich.
Wespe nickte und schritt voran. Schalavsky folgte ihm bis in einem Raum, der ähnlich farblos wie der Rest des Hauses ausgestattet war und dessen Möbel ihn daran zweifeln ließen, ob sie für Menschen designt worden waren.
Im Raum waren fünf Personen anwesend. Die drei Erwachsenen standen von ihren Sitzplätzen auf, als sie den Raum betraten, die beiden Teenager blieben in ihren Sesseln sitzen.
„Ah Rembold, du bist endlich eingetroffen.“, sagte die Frau mit einem strengen Blick. Sie trug einen Hosenanzug und High Heels, was sie bestimmt sehr erfolgreich im Job machte, aber in ihrem eigenen Zuhause wie eine Verkleidung und damit verdächtig wirkte.
„Guten Tag, Mama.“, sagte Bienert trocken. Schalavsky sah überrascht die Frau an, um zu sehen, ob er Ähnlichkeiten in ihr zu seinem Kollegen erkennen konnte. Stattdessen fand er ein missbilligendes Zucken der Mundwinkel, dass ihm eine sehr schlechte Vorahnung bereitete.
„Sohn.“, sagte nun auch einer der beiden anwesenden Männer. Er sah ähnlich streng aus wie die Frau und trug einen so teuren Anzug, dass Schalavsky noch nicht mal den Namen der Firma aussprechen konnte, ohne bankrott zu gehen.
„Papa.“, sagte Bienert trocken und ging dann auf Angriff. „Habt ihr mich nur informieren wollen, oder habt ihr mich in meiner Funktion als Polizist gerufen?“
„Als Polizist natürlich.“, sagte die Mutter. Weil es natürlich undenkbar war, den eigenen Sohn vom Tod seiner Großmutter zu benachrichtigen.
Der zweite Mann stand nun auf und fragte mit einem Nicken zu Schalavsky: „Wer ist das?“
Wespe drehte sich halb zu Schalavsky um und sagte zu ihm: „Oh, tschuldigung.“ Wespe deutete zu den Teenagern, die schüchtern nickten: „Das sind Ottilie und Konrad, meine Geschwister und das sind Erdmute von Zauderstein und Edelbert der Vierte von Zauderstein, meine Eltern. Und das ist Wenzel von Zauderstein, mein Onkel.“ Erst danach wandte er sich an seine Familie: „Das ist Kommissar Schalavsky.“
„Warum hast du ihn mitgebracht?“, fragte Onkel Wenzel.
„Ihr habt nach mir verlangt und wir sind ein Team.“, sagte Wespe stumpf.
Wenzel machte ein auffälliges Geräusch, aber es war Erdmute, die erklärte, was sie wollten: „Wir wollen das in kleinem Kreis halten und keine unnötigen Personen einmischen.“
Schalavsky verstand, dass sie Wespe nur gerufen hatten, um seinen Einfluss zu nutzen.
Wespe runzelte die Stirn: „Ich kann mich nicht involvieren, wenn die Todesursache ungeklärt ist.“
Schalavsky stellte überrascht fest, dass Bienert doch einen Sinn für die Dienstordnung zu haben schien. Wenn auch nur dann, wenn es ihm genehm war.
„Dann kannst du auch wieder gehen.“, sagte Edelbert. „Du hattest einmal die Chance nützlich zu sein, und nicht mal das bekommst du hin, du wertloses-“
Schalavsky räusperte sich laut: „Ich würde Ihnen dringend davon abraten, meinen Kollegen zu beleidigen, sonst lasse ich Sie wegen Beamtenbeleidigung belangen. Darüber hinaus handelt mein Kollege vollkommen korrekt und vorbildlich, weswegen ich die Ermittlungen übernehmen werde. Bitte halten Sie sich zur Verfügung.“ Er sah zu seinem Kollegen und sagte sanfter: „Bienert, ich würde Sie gerne zuerst befragen.“
Wespe nickte und folgte Schalavsky aus dem Raum. Wespe steuerte einen Raum an, der aussah wie ein Arbeitszimmer, das zu selten genutzt wurde.
„Ich habe Fragen.“, sagte Schalavsky. Bienert nickte und ließ sich auf der Tischkante des metallenen Monstrums, dass den Schreibtisch bildete, nieder.
„Was ist mit den Namen?“
„Ich benutzte nur noch meinen dritten Vornamen und habe jung geheiratet.“, sagte Wespe
Schalavsky glaubte sich verhört zu haben: „Moment, Sie sind verheiratet?“
Wespe schüttelte den Kopf: „War verheiratet, jetzt sind wir geschieden… Ich hab seinen Nachnamen behalten.“
Schalavsky vermerkte das als gedanklich unter Informationen, denen er später nachgehen musste. Es war gerade wirklich nicht wichtig herauszufinden, wer dieser Mann war, den Wespe geheiratet hatte, auch wenn es ihn interessierte.
„Warum sind die da drin so…“
„Bitchig?“, schlug Wespe vor. Er verschränkte die Arme vor der Brust: „Können wir das später klären? Wir kommen halt nicht gut miteinander aus und ich hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihnen.“
„Okay.“, sagte Schalavsky. „Glauben Sie, irgendjemand hätte einen Grund, Ihre Großmutter zu töten?“
Wespe verzog den Mund: „Bestimmt. Sie haben gesehen, wie die sich darin verhalten, wenn sie gerade einen Verlust erlitten haben. Was meinen Sie, wie die drauf sind, wenn sie sich unantastbar fühlen?“
Schalavsky nickte: „Ich rufe die Kollegen und wir werden das untersuchen lassen. Bienert, wenn das hier zu viel ist… Möchten Sie gehen?“
Wespe schüttelte den Kopf: „Nein, ich möchte helfen… Ich weiß, ich sollte nicht. Ich werde Ihren ausnahmslos Anweisungen folgen.“
„Das wäre ja mal was ganz neues.“, rutschte es Schalavsky raus, bevor er es verhindern konnte. Aber Wespe nahm keinen Anstoß daran. Ernsthaft beteuerte: „Ich verspreche es.“
Schalavsky nickte: „Schon gut. Wir versuchen aber, es nicht an die große Glocke zu hängen.“
Die Kollegen von der Spurensicherung kamen und untersuchten alles. Wespes Großmutter wurde abtransportiert und würde auch untersucht werden.
Schalavsky kam in das Vergnügen die gesamte Familie befragen zu können. Er stellte schnell fest, dass es von Vorteil war, wenn Wespe dabei war, vor allem wenn er sich in den Rücken der Befragten stellte und immer mal wieder leicht den Kopf schüttelte, wenn er eine Lüge erkannte. Schalavsky stellte in diesen Gesprächen fest, dass er die gesamte Familie nicht besonders leiden konnte und beschloss die gesamten Angelegenheiten haarklein durchzugehen, um zu schauen, ob sie irgendwelche Leichen im Keller hatten, auch wenn sich Großmutters Tod als natürlich herausstellte.
Die beiden Teenager durfte er nicht befragen, weil sich ihre Eltern lautstark dagegen aussprachen. Allerdings waren sie gerade dabei, das Haus zu verlassen, als die beiden Teenager sie abfingen und in das Arbeitszimmer zogen, dass sie bisher für ihre Besprechungen verwendet hatten.
Ottilie und Konrad stürmten zu Wespe und warfen sich in seine Arme. Er fing seine Geschwister ab und presste sie dicht an sich. Schalavsky nickte ihm zu und verließ den Raum, um ihnen Privatsphäre zu geben, und auch jeden anderen davon abzuhalten zu stören.
Als er und Bienert später wieder im Auto saßen, war sein Kollege ungewöhnlich ruhig. Natürlich hatte er auch gerade einen Verlust erlitten, aber die Stimmung in der Familie war so seltsam, dass bei Schalavsky alle Alarmglocken schrillten. Also fragte er als sie gerade an einer roten Ampel standen: „Sind sie okay?“
Bienert nickte kurz: „Klar.“
„Sie sind ungewöhnlich still. Normalerweise krieg ich Sie gar nicht dazu, auch mal nur fünf Minuten still zu sein.“, versuchte Schalavsky mehr aus ihm herauszulocken.
Wespe schnaubte missbilligend: „Man spricht ja nicht jeden Tag mit der Familie, die einen verstoßen hat, oder?“
Schalavsky müsste schon wirklich sehr dumm sein, um nicht so etwas in der Art vermutet zu haben: „Was ist passiert?“
Bienert Stimme nahm eine ätzende Färbung an, die sonst vollkommen unbekannt war: „Sie kennen mich doch. Ich kann mich nicht anständig kleiden oder so benehmen, wie es von mir erwartet wird. Meine Familie hat irgendwann die Reißleine gezogen.“
Schalavsky machte ein nachdenkliches Geräusch.
„Ich habe ja fast erwartet, dass Sie sich gut mit denen verstehen. Dann hätten sie alle gemeinsam mich für meine Lebensentscheidungen zusammenstauchen können.“, fauchte Wespe bösartig.
Schalavsky lenkte den Wagen in eine Parklücke und schaltete den Motor aus: „Bienert.“
Bienert hatte die Augen konzentriert geschlossen und seine Kieferpartie war zum Zerreißen angespannt: „Entschuldigen Sie, ich sollte Sie nicht mit denen in einen Topf werfen. Sie haben mich nicht wegen meiner Sexualität angegriffen. Noch nicht.“
Schalavsky legte eine Hand auf Wespes geballte Faust: „Bie- Wespe, tut mir leid dass Sie sowas mitmachen mussten.“
Wespe machte ein ersticktes überraschtes Geräusch.
„Kein Kind sollte die Unterstützung seiner Familie verlieren wegen etwas auf das man keinen Einfluss hat.“, sagte Schalavsky und sah wie sich Bienert Gesicht verzog als er mit aller Macht versuchte die Tränen zurück zu halten.
„Wollen Sie mir erzählen, was los ist?“, fragte Schalavsky.
Es folgte ein paar Minuten nichts, außer dass ab und zu sich still eine Träne durchkämpfte und Wespe sie schnell wegwischte. Dann kam sehr leise die Erklärung: „Ich war immer anders… aber als Teenager hatte ich es satt, mich immer perfekt zu präsentieren und hab was Neues ausprobiert. Von da an habe ich ständig mit meinen Eltern gestritten. Das hat sich über Jahre hingezogen und dann haben sie rausgefunden, dass ich nicht nur Freundinnen hatte. Ab da… sie haben das nicht akzeptiert. Eines Abends bin ich mit meinem Vater richtig aneinander gerasselt und habe ihm gesagt, dass ich mich nicht ändern werde und er nichts dagegen machen konnte. Er hat mich verprügelt und dann rausgeschmissen.“
Schalavsky verstärkte den Druck auf Wespes Hand aber blieb still.
„Ich hatte nicht viele Chancen wohin und bin zu meinem damaligen Freund. Ich war gerade achtzehn, er einundzwanzig und er schlug vor, dass wir heiraten sollten. Wir wussten beide, dass es nichts für immer war, aber so konnte ich meinen Namen ändern und konnte bei ihm Leben ohne dass noch mehr Fragen aufkamen.“
„Wie lange waren sie verheiratet?“
„Drei Jahre.“, sagte Wespe. „Dann war meine Ausbildung und Studium vorbei und er hatte sein Referendariat abgeschlossen und wir wollten verschiedene Dinge vom Leben. Naja seit dem hatte ich keinen Kontakt mehr zur Familie. Meinen Geschwistern ist es strengstens verboten, mit mir Kontakt aufzunehmen und ich will sie nicht in Probleme bringen, aber ich möchte auch, dass ich ihnen im Notfall ein sicherer Harfen sein kann.“
„Das ist sehr nett von Ihnen.“, sagte Schalavsky aufrichtig. „Okay, was brauchen Sie? Essen? Ablenkung? Was würde Ihnen helfen?”
Wespe sah ihn sprachlos an.
Am nächsten Tag und damit wesentlich schneller, als Schalavsky erwartet hatte, teilte ihm Bienert mit, dass er von Hektor erfahren hatte, dass die Familie unbedingt das Testament eröffnen wollte.
Schalavsky musste nicht mehr hören, um zu wissen, dass Bienert dabei sein wollte, aber nicht von seiner Familie direkt informiert wurde.
„Kommen Sie, wir hören uns das an.“, sagte Schalavsky entschieden.
Schalavsky gab sich alle Mühe als erster der Familie unter die Augen zu treten und mit jeder Faser seines Körpers auszustrahlen, dass sie genau hierher gehörten.
Er hörte zwar dennoch die Beschwerden der einzelnen Familienmitglieder, aber keiner versuchte sie rauszuschmeißen.
Schalavsky und Wespe standen hinten im Raum, während die Familie dem Notar gegenüber saß. Der Herr, Johannes Endinger, versuchte sein Möglichstes, um würdevoll auf den modernen Stühlen zu sitzen.
„Kommen wir direkt zum Testament. 'Ich, Annegret von Zauderstein und Unsicher, im Vollbesitz meiner geistigen Fähigkeiten, hinterlasse im Falle meines Todes meinen Besitz, wie hier im Folgenden aufgeführt. Notar Erdinger setzte ich als meinen Nachlassverwalter-“
„Können Sie bitte zu den wichtigen Teilen kommen?“, unterbrach Edelbert ungeduldig. Der Notar runzelte die Stirn, aber sprang ein paar Sätze vor: „Meinen treuen Angestellten Hektor vermache ich 10.000 Euro für all die Jahre der Treue und Vertrautheit. Meinen Enkeln Ottilie und Konrad vermache ich jeweils 50.000€. Das Geld steht ihnen zur Verfügung, sobald sie 18 Jahre alt sind. Bis dahin ist dieses Geld von niemandem anzurühren.“
Ottilie und Konrad sahen sich erstaunt an.
„Meinen gesamten restlichen Besitz hinterlassen ich Edelbert“ Wespes Vater lachte auf. „Dem Fünften von Zauderstein.“ Das Lachen von Wespes Vater fiel. „Sie meinen den Vierten!"
„Nein, hier steht ganz deutlich der fünfte.”, sagte der Notar streng. Schalavsky lehnte sich zu Wespe und fragte leise. „Wer ist das?”
Wespe drehte ihm das Gesicht zu und sah regelrecht verängstigt aus: „Das bin ich."
"Darf ich weiter lesen?", fragte Endinger streng und wurde mit widerwilliger Stile belohnt.
Der Notar nickte zufrieden.
„Edelbert Rembold Kasimir von Zauderstein, als mein ältester Enkel wurde von unserer Familie verstoßen, als er sich als Bisexuell geroutet hat. Ich möchte, dass man ihn in meinen Namen um Verzeihung bittet. Ich habe erst zu spät mehr von der LGBTQ-Bewegung erfahren und erkannt, was wir dem armen Jungen angetan hatten. Ich konnte ihn leider nicht finden und meine Familie war keine Hilfe, da sie ihre Fehler nicht einsehen können. Sollte er nach meinem Tod nicht zufinden sein so mag Hektor den Besitz bis zu 10 Jahren verwalten und keine Mühen scheuen Rembold zu finden. Wenn das auch in dieser Zeit nicht möglich ist oder mein armer Enkel schon aus dieser Welt gegangen sein, soll alles an gemeinnützige Organisationen gespendet werden."
„Das kann nicht ihr Ernst sein!”, rief Edelbert. „Meine Mutter muss senil gewesen sein.”
Endinger nickte: „Das hatte ihre Mutter befürchtet, also hat sie sich im Voraus zu diesem Testament von drei Ärzten bescheinigen lassen, dass sie im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten war.”
„Was ist mit uns? Und dem Pflichtteil?“
„Das war in dem Teil erzählt, den sie überspringen wollten. Ihre Mutter schrieb, dass sie alle schon ihre Anteile aus dem Erbe ausgezahlt bekommen haben und damit keinen Anspruch mehr haben.” Drei Zaudernstein fingen an lautstark zu diskutieren.
„Sie können sich so sehr aufregen wie sie wollen aber das Testament ist rechtsgültig.", sagte Notar Endinger.
„Unser Nichtsnutziger Sohn soll alles bekommen, nach all den Jahren, in den er nicht Teil der Familie war?“, fragte Edelbert und deutete auf Wespe.
Der Notar nickte: „Soweit es hier vermerkt ist, ist seine Distanz zur Familie von Ihrer Seite ausgegangen.“ Er blickte zu Wespe und sShalavsky: „Ich verstehe richtig, dass sie der Enkel von Frau Zauderstein sind?"
Wespe nickte: „Ja, aber ich habe geheiratet. Bienert. Kasimir Bienert."
„Scheiß Schwuchtel”, fluchte Edelbert leise aber nicht leise genug, dass Schalavsky vortrat. „Edelbert von Zauderstein, ich verhaften Sie hiermit wegen Beamtenbeleidigung. Ich habe Sie gewarnt, wenn Sie meinen Kollegen beleidigen, werde ich Sie belangen."
„Das ist mein Sohn!”
„Lustig, das merkt man Ihnen gar nicht an.”, sagte Schalavsky trocken und missbilligend.
Wespes Mutter rang nach Worten: „Aber das hier ist unser Zuhause. Müssen wir das jetzt verlassen? Wohin sollen wir?”
„…die anderen Anwesen…” begann Edelbert.
„Gehören ebenfalls Ihren Sohn, sofern sie die nicht gekauft oder überschrieben bekommen haben.”, sagte Notar Endinger. Edelbert wandte sich mit düsteren Gesichtsausdruck an Wespe: „Was planst du jetzt zu tun? Wirst du ja rausschmeißen oder Miete verlangen?”
„Papa.”, sagte Wespe überraschend sanft. „Ihr könnt hier wohnen bleiben. Ich verlange nicht mal Miete, nur dass ihr die Kosten des Hauses selbst tragt.”
Wespes Vater sah ihn misstrauisch an: „Du willst kein Geld dafür?”
„Ich will keinen Cent von deinem Geld, Papa.”, sagte Wespe. „Um ehrlich zu sein, hätte ich am liebsten nie wieder was mit euch zu tun. Aber meine kleinen Geschwister sind in eurer Obhut und ihretwegen nehme ich das auf mich. Ihr dürft also hier wohnen, bis die beiden ausziehen. Aber... Wenn du sie einmal so schlägst, wie du mich geschlagen hast, musst du dir keine Sorgen mehr darum machen, wo du wohnst.”
„Na, wie geht's einem so als Neu-Schnösel und Großgrundbesitzer?”, fragte Tamina.
Wespe lachte auf. „Ich glaube, du stellst dir das alles ein wenig zu groß vor.”
Tamina grinste: „Ich schätze, du wirst jetzt die besten Partys feiern.”
„Das habe ich doch schon immer.”, sagte Wespe mit gespielter Empörung. „Aber nein, ich lasse meine Familie weiterhin darin wohnen.”
„Wirklich?” Tamina sah fragens zu Schalavsky, der nickte.
Wespe erklärte: „Ich möchte nicht meine kleinen Geschwister entwurzeln. Außerdem finde ich das Haus hässlich.”
„Zahlen deine Eltern wenigstens Miete?”
„Nur genug, um das Haus am Laufen zu halten. Ich will deren Geld nicht.”
„Was ist, wenn sie Ihr Vertrauen ausnutzen?", fragte Schalavsky.
Wespe winkte ab: „Ich habe einen guten Draht zum Personal. Die können mich anrufen, sobald sich einer der Familie daneben benimmt.”
„ Was ist, wenn deine Geschwister nie ausziehen?”
„Unsinn.”, sagte Wespe. „Meine Eltern sind so kontrollierend, dass sie die beiden schon seit Jahren von sich weg stoßen. Wenn die sich nur einen Hauch von Freiheit erfahren sind die weg. Und dank Oma haben sie ein gutes Startkapital."
„Und einen verdammt guten großen Bruder.” sagte Tamina und Schalavsky stimmte innerlich zu.
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Wir haben so viel über Wespe/Schalavsky geredet, da hat sich was in meinem Hirn festgefressen
Schalavsky kümmert sich um Wespe, nachdem TKKG mal wieder Mist gebaut haben
Es hatte etwas Seltsames Inspektor Bienert so zu sehen. Normalerweise strahlte der junge Polizist eine unbändige Energie aus und fand immer etwas zu tun und sei es nur seinen Kollegen auf den Wecker zu fallen.
Nun saß er aber fast bewegungslos da, abgesehen von dem unwillkürlichen Zittern, dass ihn ständig durchlief. Schalavsky zog es sofort in seine Nähe. Er hatte eine Ahnung was passiert war, von dem was bereits über Funk durchgegeben worden war. Grundsätzlich waren Neuigkeiten, die Bienert und einen Krankenwagen beinhalteten, die unliebsten für Schalavsky.
Jemand hatte dicke Decken und eine knisternde Rettungsdecke um Bienerts Schultern gelegt und ihm eine Mütze aufgesetzt, die mit Sicherheit nicht ihm gehörte. Sie trug das Logo der lokalen Feuerwehr und hatte schon einiges der Feuchtigkeit aus den Haaren aufgesaugt.
Bienert, der sonst nie eine Gelegenheit verpasste, um Schalavsky mit einem frechen Spruch zu begrüßen, reagierte nicht als er an ihn herantrat. Er schaute mit glasigen Blick zu dem Fluss rüber in dem er und TKKG beinahe ihr Ende gefunden hatten.
„Hey, Bienert.“, sprach Schalavsky den Kollegen sanft an. Bienert hob langsam den Blick und brachte das kleinste Lächeln zustande, als er sah, wer vor ihm stand: „Hey, Kollege.“
„Warum sind Sie nicht auf den Weg ins Krankenhaus?“ Schalavsky wusste, dass bereits die Rettungswagen abgefahren waren und immerhin hatte jemand Bienert mit den Decken versorgt.
„Die Kinder gingen vor.“, sagte Wespe leichthin, wobei seine Stimme ungewöhnlich schwächer wirkte. Irgendwas war vorgefallen, dass dafür gesorgt hatte, dass Bienert und die jugendlichen Nervensägen im Fluss gelandet waren. Vor zwei Wochen hätten sie dabei noch eine Eisschicht durchbrochen, doch auch jetzt war es noch empfindlich kalt. Deswegen fragte Schalavsky weiter: „Warum sitzen Sie nicht wenigstens in einem Auto?“
Dies Mal schien Wespe keine Antwort zu wissen, denn er zuckte nur mit den Schultern.
„Warten Sie noch auf jemanden?“ Wieder kam ein Schulterzucken.
„Dann kommen Sie jetzt mit mir.“ Schalavsky hielt Wespe eine Hand hin, die er nach zu langer Betrachtung ergriff. Verzögerte Reaktionen waren auf die Unterkühlung zurückzuführen und festigten Schalavskys Entschluss seinen Kollegen von hier fort zu bringen.
Wespes Finger waren kalt und klamm und zitterten in der Nachtluft noch mehr. Schalavsky änderte seinen Plan, nach dem er Wespe auf die Füße gezogen hatte, ließ er die Hand wieder los und zog die Decken dichter um den zitternden Körper. Außerdem legte er einen Arm um die Schultern um den jungen Mann zum Auto zuführen und auf dem Beifahrersitz zu verfrachten.
„Bienert!“, rief die vertraute Stimme von Kommissar Glockner, der zu ihnen rübergejoggt kam. Sein Atmen stieg in kleinen Wölkchen auf. Wespe sah zu seinem Vorgesetzten auf. Dieser kam zum Stehen und sah ihn eindringlich an: „Vielen Dank, Wespe! Ich habe von Gaby gehört und ohne Ihren Einsatz wäre, es heute nicht so glimpflich ausgegangen.“
Wespe nickte nur leicht und brummte. Er brauchte keine Danksagung. Glockner sah zu Schalavksy: „Sie kümmern sich um Bienert?“
Schalavsky stand etwas gerader: „Selbstverständlich.“
Glockner lächelte wissend und nickte. Er übergab Schalavsky ein Portemonnaie, dass er sofort als Bienerts Eigentum identifizierte. Schalavsky steckte es für den Moment ein. Er würde es seinem Kollegen geben wenn er wieder all seine kognitiven Fähigkeiten beisammen hatte.
Schalavsky beugte sich ins Auto, um das Anschnallen zu übernehmen, weil er sich nicht sicher war, dass die klammen Finger von Wespe das selbst schaffen würden.
Das Auto war noch nicht viel wärmer als die Nachtluft, aber wesentlich windgeschützter und Wespe erschauderte wohlig. Schalavsky spürte Bienerts Atem während er sich über ihn beugte und hörte sehr leise: „Danke, dass Sie sich immer um mich kümmern.“
Schalavsky spürte wie sein Gesicht warm wurde: „Das ist selbstverständlich, Kollege.“
Er beeilte sich die Tür zu schließen und gab noch den anderen Hilfskräften vor Ort ein Zeichen, dass er Bienert mitnehmen würde. Kaum saß er hinterm Steuer, schaltete er die Heizung auf volle Leistung und startete den Motor. Er spürte, wie er von der Seite beobachtet wurde.
„Bitte nicht ins Krankenhaus.“, sagte Wespe leise.
„Sie sind unterkühlt. Das ist gefährlich.“, sagte Schalavsky, obwohl er bereits wusste, dass Bienert eine Abneigung gegen Krankenhäuser hatte.
„Ich mag Krankenhäuser nicht.“, bestätigte sich nun die Vermutung so leise, dass Schalavsky es kaum über dem Motorengeräusch hören konnte.
„Okay.“, lenkte Schalavsky ein, weil er es besser wusste, als Wespe zu etwas gegen seinen Willen zu zwingen. „Aber dann müssen Sie wach bleiben. Erzählen Sie mir was passiert ist.“
Wespe stieß geräuschvoll Luft aus: „TKKG hatten einen ihrer weniger brillanten Tage.“
Schalavsky machte nur ein Geräusch, um zu zeigen dass er zuhörte.
„Sie meinten hier draußen am Fluss Verbrecher zu stellen.“, erzählte Wespe erschöpft. „Sie haben mich zwar angerufen, aber als ich ankam, hatten die Verbrecher sie schon in der Gewalt und… ich hatte nicht mal meine Waffe dabei, weil ich frei habe.“
„Sie hätten auch mit der Waffe nichts ausrichten können, können, wenn die Kinder schon in der Gewalt der Verbrecher waren.“, versuchte Schalavsky zu trösten.
Wespe brummte unbestimmt: „Wir wurden alle gezwungen in den Fluss zu springen.“
Schalavsky fragte nicht danach wie das war. Das Tauwasser des Schnee und Eises hatten den Fluss höher kommen lassen und ihn reißender gemacht. Trotzdem erzählte Wespe: „Tim und Gaby konnten sich ganz gut in den Fluten halten. Karl und Klößchen hatten da etwas mehr Probleme.“ Wespe machte ein erschöpftes Geräusch. „Ich weiß wirklich nicht, wie wir das geschafft haben alle ans Ufer zu kommen.“
Schalavsky hatte da eine Idee. Er hatte bereits gesehen, wie sehr Wespe für die Kinder, die er seine Freunde nannte, kämpfen würde.
„Sie hätten mit den Kindern ins Krankenhaus fahren sollten.“, sagte Schalavsky.
„Ich musste noch meine Aussage machen und die haben schon Probleme gehabt die vier Nervensägen unterzubringen.“, sagte Wespe. „Ich weiß auch nicht, warum die uns nur einen Wagen geschickt haben.“
„Wie gings den Kindern?“, fragte Schalavsky, um ihn irgendwie zum Reden zu animieren.
„Ich denke okay.“ Wespe zuckte leicht mit den Schultern.
Schalavsky unterhielt sich locker mit Wespe bis er auf seinen Parkplatz fuhr.
„Sie haben uns zu Ihnen gefahren.“, stellte Wespe fest.
„Ich lasse Sie in dem Zustand nicht alleine.“, sagte Schalavsky streng.
Wespe lächelte leicht: „Natürlich nicht.“
Schalavsky schnallte sie beide ab und stieg aus. Nach dem aufgeheizten Innenraum des Autos nach draußen zu treten war unangenehem. Da musste Wespe aber auch durch und das möglichst schnell.
Schalavsky öffnete die Beifahrertür und zog Wespe bestimmt aus seinem Sitz. Der machte ein unzufriedenes Geräusch aber dennoch ließ er alles mit sich geschehen. Es war ungewöhnlich, dass er so ruhig war und es störte Schalavsky extrem. Ein stiller Wespe löste alle Alarmglocken in seinem Kopf aus.
Der Hausflur war wenigstens etwas wärmer als draußen aber die schlecht isolierten Fenster ließ auch die Kälte hindurch. Ausnahmsweise entschied sich Schalavsky für den Fahrstuhl, obwohl er sonst den Weg immer zu Fuß nahm. Aber er wollte dem entkräfteten Wespe das nicht antun. Überhaupt wollte er ihn so schnell wie möglich in seine Wohnung bekommen.
Wespe lehnte die ganze Zeit an ihm und machte keine Anstalten sein üblich schwieriges ich zu sein.
Während der Fahrstuhl sie hochfuhr betrachtete Schalavsky Wespe zum ersten Mal bei guter Beleuchtung. Der junge Mann sah erschöpft aus und todesblass. Selbst seine Lippen wirkten bläulich.
Schalavsky führte Wespe in seine Wohnung. „Ich gebe Ihnen warme Kleidung und dann können Sie sich erst mal hinlegen.“ Wespe schüttelte leicht den Kopf: „Ich rieche nach Brackwasser und fühle mich sehr schmutzig.“
„Erst Mal unter die Dusche?“, bot Schalavsky an. Das war das einzige Mal, dass er bereute nur eine Dusche zu haben. Zum Aufwärmen wäre ein Badewanne besser gewesen. Er führte Wespe ins Bad und drehte in seiner gesamten Wohnung die Heizungen auf.
Als er ins Bad kam hatte Wespe widerwillig die Decken von den Schultern fallen lassen und Schalavsky erkannte, dass man ihm vor Ort bereits seine eigene nasse Kleidung ausgezogen und gegen Kleidung der Feuerwehr getauscht hatte. Hose und Pulli waren etwas zu groß für ihn aber erfüllten ihren Zweck. Schalavsky ließ die Dusche warm laufen. Wespe schälte sich langsam aus dem Pulli und zog sich die Mütze vom Kopf, bevor er auch die Hosen fallen ließ. Schalavsky stellte fest, dass es keine neue Unterwäsche von der Feuerwehr gab und Wespe außerdem wenig Scham aufbringen konnte.
Schalavsky versuchte der Blick auf Augenhöhe zuhalten und trat Wespe aus dem Weg damit er in den warmes Wasserstrahl konnte.
Wespe seufzte tief.
„Brauchen Sie mit irgendwas Hilfe?“. fragte Schalavsky.
„Gerade nicht.“ Wespe ließ sich mit geschlossenen Augen von dem Wasser berieseln.
„Okay.“,sagte Schalavsky. „Rufen Sie einfach, wenn Sie was brauchen.“
Schalavsky trat vor die Badezimmertür und traute sich nicht sich weiter zu entfernen.
Erst als er hörte das Wespe nach dem Duschgel griff, traute er sich mit extrem gespitzten Ohren in die Küche, um den Wasserkocher einzuschalten. Danach lungerte er wieder auf den Flur vor dem Bad rum, einerseits auf den Wasserkocher hörend, andererseits nach Wespe lauschend. Als der Wasserkocher ausging, schlich er zurück in die Küche und machte einen Tee.
Er war wieder auf dem Flur als Wespe zaghaft nach ihm fragte.
„Ich kann mir die Haare nicht richtig waschen.“, gab Wespe zu, nach dem sich Schalavsky innerlich gestählt hatte und ins Bad getreten war. „Meine Arme tun zu sehr weh.“ Wespe sah besser aus. Immer noch blass, aber besser.
„Geben Sie mir das Shampoo.“, sagte Schalavsky und Wespe reichte ihm tollpatschig die Shampooflasche.
„Warten Sie, ich mach das Wasser aus. Sie werden nass.“ , sagte Wespe und drehte sich halb um.
Schalavsky griff ihn an der Schulter und hielt ihn auf: „Sie bleiben soweit wie möglich unterm warmen Wasser. Es macht gar nichts, wenn ich etwas nass werde.“ Wespe nickte langsam und ging nur soweit aus den Strahl, dass seine Haare nicht mehr besprüht wurden.
Schalavsky fing an das Shampoo in die Haare einzumassieren. Die Augen hatte er dabei nur geradeaus gerichtet, denn es kam nicht alle Tage vor, dass er seinem nackten Kollegen so nahe kam.
Bienert blieb ruhig stehen, den Kopf gesenkt, weil sie wegen der erhöhten Duschkabine fast gleich groß waren. Eine Hand hatte er an die Duschwand gelegt um sich selbst zu stabilisieren. Schon beim Einseifen hatte er festgestellt, dass es eine schlechte Idee war sich zu bücken. Stattdessen war er in die Hocke gegangen und konnte sich am Boden abstützen, wenn sein Gleichgewicht ihn verließ.
Es war entnervend Bienert so zu sehen. Sonst bekam man ihn kaum ruhig und jetzt schien er kaum Teil zu haben, an dem was passierte. Wahrscheinlich war es die falsche Entscheidung gewesen ihn nicht ins Krankenhaus zu verfrachten. Aber Wespe wollte nicht dahin und war ein zu großer Dickkopf, als dass er sich das einfach gegen seinen Willen gefallen ließ.
Wespe zitterte, dieses Mal wohl mehr wegen der Entkräftung, als der Kälte.
Wespe war in seinem Kopf nicht ganz so teilnahmslos, wie man von außen vielleicht meinte. Tatsächlich war er sich sehr bewusst, wie die Hände seines Kollegen ihn sanfter anfassten, als er sich je erinnern konnte. Eine von Schalavskys besten Qualitäten war es, dass er das tat was getan werden muss. Unter anderen Umständen hätte er sicher nicht im gleichen Raum, wie ein nackter Kollegen sein wollen, aber wenn jemand Hilfe brauchte war Schalavsky zur Stelle. Vielleicht fühlte er sich deswegen so sicher in dessen Umgebung. Er war zwar streng aber fair und wenn es um tatsächliche Gefahren ging, würde er jedes Ressentiment hintenanstellen.
„So. Jetzt können Sie die Haare ausspülen.“, sagte Schalavsky und Wespe trat einen Schritt nach hinten und legte den Kopf leicht in den Nacken. Er war froh, dass er nicht mehr ganz solange Haare wie in seinen Studentenzeiten hatte, sonst hätte es ewig gedauert die wieder komplett sauber zu bekommen.
Als er den Kopf wieder hob, stellte er fest, dass Schalavsky noch immer bei ihm im Bad war. Er hatte bereits einen Bademantel in den Händen.
Fast widerwillig machte Wespe das warme Wasser aus und vermisste es sofort. Aber Schalavsky hielt ihm bereits den Bademantel hin, sodass er nur in die Ärmel schlüpfen musste.
Wespe drehte sich herum und fummelte mit fahrigen Fingern nach dem Gürtel. Tatkräftig wie er war, griff Schalavsky zu und half ihm den Mantel richtig zuzubinden. Dann zog er noch die Kapuze über Wespes Kopf und begann ihm die Haare trocken zu rubbeln.
Schalavsky besaß keinen Haartrockner, weil er seine Haare meist so kurz hielt, das ein Handtuch rechte.
Für Wespes Haare wäre es hilfreich gewesen, aber das ging nun nicht.
Als Schalavsky von seinen Haaren abließ, trat Wespe vorsichtig auf den Badevorleger. Schalavsky schnappte sich ein Handtuch und ging vor Wespe in die Knie.
Wespe starrte etwas irritiert auf den Kollegen, der vor ihm kniete und ihm nun die Beine abtrocknete. Wenn ihm davon nicht warm werden würde, dann wusste Wespe auch nicht mehr, was ihm helfen konnte. Dann konnte er sich als klinisch tot einschätzen.
„Halten Sie sich an mir fest.“, sagte Schalavsky, als er auch Wespes Füße, einen nach dem anderen, anhob um ihn rundum abzutrocknen.
Wespe schluckte trocken. Das war nicht der Moment in dem seine Fantasie frei drehen sollte. Das interessierte seine Fantasie aber nicht. Eine andere Art von Wärme stieg in ihm auf.
Schalavsky ließ ihn wieder los und stand wieder auf. Ihm fiel ein, dass er bis auf den Badezimmerläufer keine Teppiche in der Wohnung hatte und selbst seine seltenen Besucher seine Wohnung als „fußkalt“ bezeichnet hatten.
„Warten Sie kurz.“, sagte Schalavsky und verschwand aus dem Badezimmer. Er suchte in der letzten Ecke der untersten Schublade seines Kleiderschranks seine dicksten Socken heraus. Diese hatte er nicht mehr hervorgeholt, seit er das letzte Mal im Winter nach Russland gereist war, aber auch das war viele Jahre her.
Mit den Socken kam er zurück ins Bad. Wespe nahm ihm die Socken aus der Hand, bevor er sich noch mal vor ihm niederknien konnte, und etwas in Wespe auslöste, was er nicht erklären wollte.
„Ich krieg das hin.“, murmelte Wespe, aber war innerlich doch dankbar als Schalavsky ihn mit einer Hand stabilisierte, während er sich die Socken anzog.
Mit den dicken Wollsocken ausgestattet, trat Wespe unter Schalavskys fürsorglicher Präsens aus dem Badezimmer. Der Flur war bei weitem nicht kalt, aber dennoch merkbar kälter als das stark aufgeheizte Bad. Schalavsky leitete ihn zum Schlafzimmer und bedeutete sich auf das Bett zu setzten. Wespe ließ sich folgsam auf dem Bett nieder und zog die Beine an den Körper. Schalavsky reichte ihm erst Boxershorts und hoffte dass nie jemand davon erfuhr, weil das definitiv zu Kommentaren geführt hätte. Außerdem zog er eine gefütterte Jogginghose irgendwo hinten aus dem Schrank und reichte sie Wespe, der sich diese beiden Kleidungstücke unbeholfen anzog und als er damit fertig war, wurde ihm auch schon ein dicker Hoodie hingehalten. Erst jetzt trennte sich Wespe von dem feuchten Bademantel und zog sich den Hoodie über.
Schalavsky legte die Bettdecke, um seine Schultern und verschwand mit dem Bademantel kurz aus dem Raum.
Einen Moment später war er wieder da und reichte Wespe eine Tasse. Wespe roch schwarzen Tee und genoss wie die Wärme durch seine Finger strahlte. Schalavsky legte außerdem vorsichtig eine Wärmflasche in seinen Schoß. Wespe erschauderte wohlig. Vorsichtig nahm er einen Schluck, und als er feststellte, dass der Tee nicht mehr kochend heiß war sondern in der perfekten Temperatur trank er ihn in eins aus.
Schalavsky nahm ihm die leere Tasse ab: „Möchten Sie mehr?“ Als Wespe den Kopf schüttelte setzte er die Tasse auf dem Nachtisch ab: „Legen Sie sich hin, ruhen Sie sich aus.“
Wespe nickte langsam und legte sich hin, rollte sich um die Wärmflasche herum zusammen, aber beobachtete, wie Schalavsky eine andere Bettdecke aus dem Schrank holte und bezog.
„Ich will Ihnen nicht Ihr Bett stehlen.“, sagte Wespe ungewöhnlich leise und schüchtern.
„Tun Sie nicht.“, sagte Schalavsky.
„Ich kann aufs Sofa…“, sagte Wespe, doch Schalavsky schüttelte den Kopf: „Das Sofa ist aus Leder und fühlt sich kalt an. Und es zieht durch die Balkontür. Sie bleiben im Bett. Sie haben die Wahl, ob ich mich zu Ihnen lege, damit der Raum wärmer bleibt, oder ob ich aufs Sofa gehe.“
„Wollen Sie lieber aufs Sofa, wenn ich hier bin?“
„….Bienert, ich werde Sie nicht zwingen mit mir ein Bett zu teilen.“, sagte Schalavsky. „Ich würde es bevorzugen, wenn Sie nicht alleine sind.“
„...ich auch.“
„Gut.“, sagte Schalavsky und schmiss die Decke aufs Bett. „Kann ich noch etwas für Sie tun? Haben Sie Hunger?“
Wespe schnaubte: „Ne. Das wirklich nicht. Ich… ich brauche nichts.“
Schalavsky nickte und sah kurz nachdenklich aus. Bevor Wespe aber realisierte, dass Schalavskys Bett mit einer Seite an der Wand stand und er effektiv im Weg lag, war Schalavsky schon dazu übergegangen über ihn zu klettern.
Irgendeine höhere Macht war heute gegen Wespe, stellte er fest und war froh, dass er schon um die Wärmflasche gekugelt war. So sah Schalavsky nur das erschaudern aber nicht die andere Reaktion seines Körpers. Er durfte gar nicht erst daran denken, dass er gerade in der Unterwäsche seines Vorgesetzten hart wurde.
Wespe glaubte der Welt nicht mehr, als sich eine raue warme Hand auf seine Wange legte: „Sie sind immer noch sehr kalt.“, stellte Schalavsky fest.
„Sie dafür um so wärmer.“, sagte Wespe halbwegs frech, weil das seine Grundeinstellung war, auf die er immer zurückgreifen konnte. Auf einmal legte sich ein starker Arm um ihn und zog ihn ein Stück nach hinten und damit gegen den warmen Körper von Schalavsky. Eine weitere Decke kam zur Hälfte auf Wespe liegen.
„Ist das okay?“, fragte Schalavsky vorsichtig. Okay war gar kein Ausdruck. Perfekt.
Wespe öffnete den Mund und schaffte es erst nicht Worte zu formen, sondern nur mit Anstrengung Laute zu unterdrücken. Er musste nochmal ansetzten und hauchte nur leise: „...ja…“ Er hoffte, er klang müde und nicht erregt.
Um die Wärmflasche gerollt, mit seinen fürsorglichen Kollegen im Rücken, voll aufgedrehter Heizung und zwei Decken schaffte Wespe es sich warm zu fühlen. Und nach einer Weile auch die verwirrenden Gefühle zu ignorieren und einzuschlafen. Wie er am Morgen damit umging, war ein Problem für den Zukunfts-Wespe.
Ich schreibe an meinem Wesky One Shot, der zu Halloween spielt und ich hab überlegt ob TKKG zu Halloween für Süßkram umherziehen sollen oder sie eher Matten Meeren dafür nutzen.
Und dann wurde mir klar, dass nicht mal meine Freundin, die ein wenig mehr als eine Autostunde von mir entfernt wohnt, weiß was Matten Meeren ist. Ich schätze damit hat sich das auch erledigt.... Ich geh jetzt meine norddeutsche Kindheit einpacken und denk mir was anderes auf TKKG aus.
Aber rein aus Interesse,
Wie verwirrend wäre das für euch gewesen?
Gar nicht. Wir waren immer unterwegs für Matten Meeren.
Ein bisschen, weil du meinst Martinssingen, richtig?
Sehr. Wovon redeste? Und warum erklärst du das nicht? Muss ich wirklich googlen?