WIR MACHEN WAS WIR WOLLEN
Wir treffen am Tag bis zu 20.000 Entscheidungen. Was esse ich zum FrĂŒhstĂŒck? Was ziehe ich an? Mache ich heut Sport? Welches MĂŒsli kaufe ich? Stelle ich mich in die linke oder rechte Schlange? Soll ich kĂŒndigen und reisen? Geh ich jetzt pinkeln oder erst wenn ich es nicht mehr aushalte? :D
Ich ertappe mich selbst oft dabei, einfach das Waschmittel zu kaufen, das ich irgendwo mal auf nem Plakat oder in ner Fernsehwerbung gesehen hab. weil ich bei so kleinen Dingen echt entscheidungsmĂŒde geworden bin.
Aber was ist mit den groĂen lebenswegbestimmenden Entscheidungen?
Die einen entscheiden impulsiv aus dem Bauch heraus. Manche tun einfach das, von dem sie glauben, dass es von ihnen erwartet wird. Die anderen analysieren solang, bis die Entscheidung sie trifft.
Was der Entscheidung voran geht, sollte im Idealfall unser Wertesystem sein. Man sollte wissen, was man will. Aber das ist garnicht so einfach.
Meist wissen wir nur, was wir nicht wollen. Das kann schonmal dazu fĂŒhren, dass man genau das Nichtgewollte in sein Leben zieht.
Warum fÀllt es uns also so unglaublich schwer, zu wissen, was wir wollen?
Die Tatsache, dass die meisten Menschen sich viel zu oft mit anderen vergleichen, lĂ€sst den Eindruck entstehen, dass Entscheidungen getroffen werden, weil man irgendeinem Idealbild nacheifert (Welches womöglich garnicht so ideal ist, sondern nur den Anschein erweckt.). Der ist jĂŒnger und hat dies und das erreicht. Sie ist schöner und fitter als ich. Das Gras ist immer grĂŒner auf dem Rasen das Nachbarn. Doch ist es nicht mehr nur der Nachbar, sondern die ganze Welt mit der wir uns vergleichen können.
Letztendlich wissen wir nicht, worum es den anderen im Leben geht. Vermutlich sind die auch nicht zufrieden und das Erreichte, was wir so beneiden ist nur ein Nebenprodukt eines anderen Lebensweges. Deswegen ist es so wichtig zu wissen, wie ich mir meinen Lebensweg unabhĂ€ngig von anderen vorstelle. Was ist mir wichtig? Was brauche ich zum glĂŒcklich sein? Ist Zufriedenheit ĂŒberhaupt das, was ich will? Oder will ich Abenteuer und Spannung, am besten immer? Und ist das realistisch und erreichbar?
Auch die Medien spielen hier sicher eine groĂe Rolle. Das Selbstbild wird mit illusorischen Bildern aus der Film- und Serienwelt gestreckt. Eine kleine Prise SelbstĂŒberschĂ€tzung, ein paar Esslöffel Action, einige Scheiben Drama und das eigene Leben wirkt aufregender. Dann sitzt man plötzlich im AgenturbĂŒro und findet sich ganz toll, weil das was von Mad Men hat, obwohl man eigentlich die Welt retten wollte.
Basieren unsere Entscheidungen auf Emotionen oder auf Vernunft?
Im besten Fall sind Entscheidungen aus ein bisschen Pro und Kontra, ein bisschen BauchgefĂŒhl und ganz viel Werten gemacht. Auch dann gibt es keine Garantie, dass es DIE RICHTIGE Entscheidung war. Aber dann war es wenigstens MEINE.
Und wie finde ich jetzt heraus, was ich WIRKLICH will?
1. Man nehme die Erwartungen von auĂen (Eltern, Kultur, Gesellschaft etc.). Ist es mir wichtig andere glĂŒcklich zu machen? (Kann ja auch ein Wert sein)
2. Man nehme eine ordentliche Portion Ehrlichkeit. Mit sich selbst ehrlich zu sein ist garnicht so leicht. Denn oft beiĂen sich die tiefliegenden WĂŒnsche mit dem Bild was man von sich selbst gern hĂ€tte. Ich möchte zum Beispiel gern spontaner sein und abenteuerlustiger. Fakt ist: ich bin eher ein vorsichtiger Typ und denke viel zu viel nach bevor ich etwas tue. Man kann mit sich auch Kompromisse finden, sollte aber immer versuchen nachzujustieren, wenn man beginnt sich komisch zu fĂŒhlen.
3. Man nehme Vertrauen. Vertraue ich mir selbst oder stelle ich alles in Frage und muss tausend Leute um Rat fragen, bevor ich eine Entscheidung treffe? Vertrauen will bekannterweise verdient sein. So verhÀlt es sich auch mit dem Selbstvertrauen. Ausprobieren - Fehler machen - weitermachen - gute Erfahrungen machen - sich selbst und seinen Entscheidungen vertrauen.
4. Man nehme die viel zu hohen Erwartungen. Möglicherweise haben wir verkappte Erwartungen ans Leben, die zu hoch sind. Sich das einzugestehen und das Leben als etwas flieĂendes zu betrachten tut erstmal weh. Ist aber auf Dauer sicher gesĂŒnder, als nie das zu bekommen, was man vermeintlich will, weil es nicht realistisch ist.
5. Es kommt immer anders. Dazu schreib ich nix mehr - is klar :)















