Was hat es uns gut auf der Frans Indongo Lodge gefallen! Das war wirklich prima: nette Zimmer und gut ausgestattet.
Man merkt, dass sich bei der Ausstattung hier jemand richtig Gedanken gemacht hat.
Das Personal war ebenfalls ĂŒberdurchschnittlich gut ausgebildet. Nicht nur im Restaurant, sondern auch im Housekeeping und an der Rezeption.
Auch Johannes, unser Gamedrive-Fahrer, war gut im Thema und konnte selbst uns âalten Hasenâ noch etwas beibringen. So war fĂŒr uns völlig neu, dass beispielsweise Zebras total auf Omajova-Pilze stehen und die fĂŒr ihr Leben gerne fressen.
Die Antilopen bekommen gerade ihre Jungen und so konnten wir gestern Abend sogar miterleben, wie ein âfrischesâ Gnu-Baby fehlgeprĂ€gt wurde. Das Kleine war gerade erst geboren und zwar vor einem groĂen Termiten-HĂŒgel. Als wir uns jetzt mit dem Fahrzeug nĂ€herten stiebte die Herde auseinander und das Baby-Gnu hielt tatsĂ€chlich den Termiten-HĂŒgel fĂŒr seine Mama. Hoffentlich hat die Gnu-Mama ihr Baby wieder gefunden.....
Da die 6er Gruppe immer noch nicht aufgetaucht war, frĂŒhstĂŒckten wir heute Morgen wieder ganz alleine. AnschlieĂend war wieder Koffer packen angesagt und schon waren wir wieder auf der Piste - in Richtung Etosha.
Unsere erstklassige Gummi-Korallenschlange, die wir immer auf dem Armaturenbrett liegen haben, hat an den Polizei-Checkpoints fĂŒr groĂe Aufmerksamkeit (und Heiterkeit) gesorgt.
Wir kamen gut voran und so erreichten wir Tsumeb gegen 11.15 Uhr. Tsumeb lebt vorwiegend vom Bergbau. Schon die BuschmĂ€nner fanden hier â in einem 12 Meter hohen Malachit HĂŒgel â Kupfer und tauschten es mit den Ovambos gegen Tabak ein.
Um 1900 begann man mit dem industriellen Bergbau von Kupfer, Blei, Silber, Zink und Kadmium. Der Erzgang von Tsumeb â er ist vulkanischen Ursprungs â enthĂ€lt jedoch weitaus mehr Minerale, zum Teil sehr seltene. Insgesamt wurden 217 verschiedene Minerale gezĂ€hlt.Â
Unser Ziel war jedoch das Museum in der Main Street. FĂŒr alle an Geologie und an Geschichte Interessierten ist es ein Muss mit der umfangreichen Mineralien-Sammlung. Das Museum informiert ĂŒber den Bergbau in Tsumeb und die Geschichte der Stadt, aber auch ĂŒber die Kultur der San und anderer Volksgruppen.
Die engagierte Kuratorin Ilse Schatz, die das Museum 1975 grĂŒndete, verstarb leider im April 2017. Frau Schatz war eine Legende in Namibia und erzĂ€hlte gern interessante Geschichten aus der Kolonialzeit von Tsumeb. Sie hat darĂŒber sogar ein Buch geschrieben, das im Museum erhĂ€ltlich ist.
Im Juli 1915 versenkte die deutsche Schutztruppe ihre letzten Kanonen und Gewehre im Otjikoto See, bevor sie vor den ĂŒbermĂ€chtigen sĂŒdafrikanischen Truppen kapitulierte. Einige dieser GeschĂŒtze wurden Ende der 80er Jahre aus dem See geborgen und stehen heute - sorgsam restauriert - im Tsumeb Museum.
Nach dem Museumsbesuch ging es fĂŒr uns ins Sindano Court Restaurant, zum Mittagsimbiss. Die Damen des Museums ermahnten uns vorher noch eindringlich ganz besonders aufmerksam zu sein, da die KriminalitĂ€t rapide ansteigen wĂŒrde.
Nachdem wir uns mit einem Burger gestĂ€rkt hatten, fuhren wir weiter zum Otjikoto-See. Den hatten wir damals noch nicht besucht - schlichtweg aus ZeitgrĂŒnden.
Der See liegt 25 Kilometer nordwestlich von Tsumeb, um ihn ranken sich viele Geschichten und Mythen. Der See hat einen Durchmesser von nur 100 Metern und ist - zusammen mit dem in der NĂ€he liegenden Guinas See - der einzige natĂŒrlicher See in Namibia.Â
Der Otjikoto Lake hat eine extreme Tiefe, nĂ€mlich von 120 Metern. Es handelt sich eigentlich um eine eingestĂŒrzte Höhle, die schrĂ€g in die Tiefe fĂŒhrt. Die einheimischen Ovambos glauben angeblich, dass niemand aus dem See wieder lebend herauskommt. In der Tat ertrank 1927 ein Mann im Otjikoto See. Die Leiche wurde nie gefunden.
Bei unserem Besuch zeigte sich das GelĂ€nde recht verwahrlost. Der Eintritt betrug fĂŒr uns stolze 50 N$. DafĂŒr ist dann die Toilettenanlage zwar halbwegs sauber, jedoch nicht funktionstĂŒchtig. Kein Wasser fĂŒr die KlospĂŒlung, kein Wasser aus dem Hahn, kein Wasser aus den Duschen, keine Sitze auf den KloschĂŒsseln, die TĂŒren hĂ€ngen lose....
Und an den BraaiplĂ€tzen im zugehörigen Park toben ganze einheimische Familienclans herum. Da war dann auch klar, wieso das Wasser abgestellt wurde, denn sonst wĂŒrden die den ganzen Stamm zum Duschen und WĂ€sche waschen mitbringen.
Inzwischen war es doch brĂŒllend heiĂ und so waren wir froh, dass wir wieder im klimatisierten Auto sitzen konnten. Es waren nur noch ein paar Kilometer bis zur neuen Unterkunft, der Emanya Etosha Game Lodge, östlich des Nationalparks.
Die Lodge sieht schick aus, aber es bröckelt doch schon sehr und in dem Pool mit der grĂŒnen BrĂŒhe gehen wir bestimmt nicht baden - das steht schon mal fest!
Allerdings hat sich Michael zu einer kostenlosen FuĂmassage (mit FuĂbad und Peeling) nach der ganzen Fahrerei ĂŒberreden lassen. Ihm hat es gefallen!
Das Abendessen bestand aus sagenhaften 5 GĂ€ngen - und die waren sogar richtig klasse.Â
Das Beste an der Lodge ist jedoch das Wasserloch. Unglaublich was und wie viele Tiere sich dort sozusagen die Klinke in die Hand geben....
Man sitzt am Pool und tafelt fĂŒrstlich und schaut dabei aufs Wasserloch. Super, so verpasst man nichts!
PĂŒnktlich nach dem Dessert erschien die gröĂte Herde Eland, die wir je gesehen haben. Etwa 70 Tiere vom kleinen KĂ€lbchen bis zum stattlichen Bullen kamen nahezu gerĂ€uschlos aus dem Busch.
Da sind wir aber zĂŒgig zum Aussichtsplattform marschiert, um noch nĂ€her dran zu sein. Max, der arme Kellner, musste uns die Mappe mit der Rechnung spĂ€ter hinterher tragen - das hatten wir in der Ganzen Begeisterung total vergessen. Zum GlĂŒck hatte er VerstĂ€ndnis!
Angie, Micha und der HasenbÀr