Fehmi Taner
Er erzählt Geschichten über die kleinen Dinge im Leben. Er schreibt über den ganz normalen Wahnsinn, in dem man sich auch selbst wiederfinden kann. Er freut sich auch immer sehr über neue Hosen und ein Bier: Fehmi Taner.
Fehmi Taner gilt als Erfinder des «Super-Damians» (siehe auch Video unten). Der Berner Slam-Poet steht aber nicht nur als Sprachakrobat auf der Bühne, sondern macht auch Moderationen von Anlässen. Foto: Masimo Piovesan
Umschreibe kurz, wie du «mys bärndütsch» verstehst, d.h. welche regionalen, sozialen und sprachbiografischen Einflüsse deine literarische Mundart geprägt haben.
Mein Vater ist aus dem Baselland und die Muttersprache meiner Mutter ist Türkisch. Einen Teil meiner Kindheit habe ich in Bern-Bethlehem verbracht, jedoch den grössten Teil meiner Kindheit/Jugend in Aarwangen im Oberaargau. Jetzt wohne ich wieder in der Stadt Bern.
Warum und wann schreibst/publizierst du Hochdeutsch, wann Berndeutsch (gemeint ist journalistisches/literarisches Schreiben)?
Texte für auf die Bühne sind bei mir alle Berndeutsch, da man viel mehr Melodie auf der Bühne hat, besser mit der Stimme spielen kann und ich mich auch viel wohler fühle dabei. In meinem stillen Kämmerlein schreibe ich Hochdeutsch, vielleicht entsteht mal ein Buch daraus.
Schreibst du ein homogenes Berndeutsch, oder benutzest du ab und zu auch andere regionale Färbungen, Soziolekte oder ev. sogar andere Mundarten? – Wenn ja, welche und wozu?
Nein, im Oberaargau hat man sowieso ein Gemisch von fast allem und dann kommen noch ab und zu diese «baselländerischen» Ausdrücke von meinem Vater hinzu. Beim Durchlesen fallen mir ab und zu Wörter auf, die so gar nichts mit dem Berndeutschen zu tun haben. Diese werden meistens korrigiert, da sie ansonsten nicht in den Text passen.
«spoken word»: Würdest du dich als spoken word-AutorIn bezeichnen? Inwiefern wird dein Mundart-Schreiben durch die Vorstellung, dass der Text vorgelesen wird, beeinflusst?
Ja, ich bin meistens auf Slambühnen oder Lesebühnen unterwegs. Ich versuche mich in den Text hinein zu versetzen, welcher Duktus passt zu der Figur oder den Moment, den ich gerade am beschreiben bin.
Gibt es für dich richtiges / falsches Berndeutsch?
Überhaupt nicht, da ich es interessant finde, dass es im Kanton Bern so viele Formen von Berndeutsch gibt.
Legst du Wert auf bestimmte Prinzipien der Schreibung oder lässt du das deine LektorInnen machen?
Es ist mir vor allem wichtig nahe am Leben zu bleiben und authentisch zu sein. Eine Lektorin oder einen Lektor habe ich leider nicht.
Wenn du deine Schreibung selbst pflegst, welche Regeln sind dir besonders wichtig?
Ich habe für mich eigentlich keine Regeln, ausser vielleicht die, welche ich schon bei der vorherigen Frage beschrieben habe.
Gibt es Berndeutsch-Schreibungen bei andern, die dich aufregen? Nenne Beispiele und begründe kurz.
Ich finde es nicht so «nice» ;-) wenn die Sprache zu gestelzt ist, was glaube ich, die Gefahr beim Geschriebenen ist. Das Berndeutsch ist schon blumig genug und eigentlich auch eine gesprochene Sprache. Was ich auch wichtig finde: Ob die Person, welcher ich diesen Dialog in den Mund lege, wirklich so spricht, oder ob ich diese Sätze nur aus literarischen Gründen schreibe.
Kultivierst du besondere Wörter, hast du Lieblingswörter? Gib ein paar Beispiele!
Mudrig, ich mag dieses Wort sehr. Längizyti finde ich auch so ein tolles Wort, vor allem weil es gar keine richtige Übersetzung dafür gibt und es ganz gut ein Gefühl ausdrückt.
Was für Wörterbücher konsultierst du? – Hast du auch schon mal www.berndeutsch.ch benützt?













