Eigentlich lieb ich meinen Beruf. Aber leider gibt es Tage an denen ich wünschte dass ich es nicht miterleben müsste. Man entscheidet innerhalb von Sekunden, zum nachdenken hat man keine Zeit mehr. Sekunden entscheiden ob ein Patient stirbt oder ob man schnell genug handelt und sein Leben retten kann. Und obwohl man theoretisch immer alles übt ist es praktisch immer anders. Man versucht sein bestes zu geben. Man versucht sein Leben zu retten. Und im Nachhinein kommen von Angehörigen Vorwürfe, Anschuldigungen dass man falsch gehandelt habe. Dass man den Patienten im Notfall allein ließ. Aber wie sollen 2 Schwestern für 20 Patienten im Notfall handeln ohne den Patienten zu verlassen? Wir müssen den Arzt anrufen wir müssen Infusionen die lebenswichtig für diesen Patienten sind vorbereiten, wir müssen Sauerstoff holen um ihn sein Leben zu retten. In Endeffekt stehen wir krankenschwester mit den halben Fuß im Gefängnis. Obwohl der Patient den Vorfall überlebt ohne Schäden, die Reanimation sofort anfing wird gegen einen mit Strafantrag vorgegangen. Ihr wundert euch warum keiner in die Pflege will? In solchen Situationen bereu auch ich diesen Beruf ausgeübt zu haben. Denn es kostet so viel mentale Stärke. Auch eine krankenschwester lässt es nicht kalt wenn wir reanimieren. Denn auch für uns ist es ein Ausnahmezuszand und schockzuszand. Wir retten leben und trotzdem werden wir wie scheiße behandelt.
















