14.10.2025
Kameragesteuerte Heizungsumschaltung
MĂŒsste das nicht kameraĂŒberwachte Heizungssteuerung heiĂen? Aber nein! Ich hab mir nĂ€mlich wieder was zusammengegyvert. Das Problem fĂ€ngt bei unserer Heizung an. Da heizt nichts, sondern es ist eine FernwĂ€rme-Ăbergabestation. Die ist aus dem Jahr 2008, also alles andere als smart. Geheizt wird ĂŒber eine FuĂbodenheizung. Die ist bekanntermaĂen recht trĂ€ge. Wenn man also mal ein paar Tage wegfĂ€hrt und nicht die ganze Zeit heizen will, die Heizung aber erst bei der RĂŒckkehr wieder einschalten kann, ist es am ersten und darauffolgenden Tag recht frisch.
An der Heizung selbst in ein ziemlich kleiner Drehschalter, den man zwischen den Symbolen âMondâ (Absenk-Betrieb) und âUhrâ (Zeitschaltuhr-Betrieb) hin- und herschalten muss, um die Betriebsmodi zu wechseln. Einen Drehschalter sollte man auch in irgendeiner Form elektromechanisch bedienen können, aber es wĂ€re ja ganz schön, wenn man eine RĂŒckmeldung hĂ€tte, welcher Modus nun aktiv ist. Da fĂ€llt mein Blick auf eine Ăberwachungskamera fĂŒr InnenrĂ€ume, die mal bei Amazon im Angebot war, aber schon eine Zeit arbeitslos rumliegt. Die kann gucken UND man kann sie ferngesteuert hin- und herdrehen, damit also auch was betĂ€tigen, so mein MacGyver-Geistesblitz. Man kann das sicher alles viel besser machen: Ein Arduino-gesteuerter Aktuator, eine kleinere Kamera oder noch besser schicke Endschalter mit RĂŒckmeldung in eine App und so. Aber da ich besser im Basteln als im Programmieren bin, nahm ich die Kamera. Weiterer Vorteil: Die Heizung wohnt in der dunklen Garage, aber da die Kamera einen InfrarotModus nebst Infrarot-LEDs hat, kann sie auch gucken, ohne dass man das Licht einschalten muss.
Die Kamera ist so aufgebaut, dass sich unten ein Sockel befindet, auf dem die Kamera um die Hochachse drehbar angebracht ist. AuĂerdem kann man die Kamera in ihrem GehĂ€use noch rauf- und runterschwenken. Damit der Blick der Kamera auf den Schalter also immer konstant ist, mĂŒsste man die Kamera mit ihrem innersten GehĂ€use mit der Heizung mechanisch verbinden. Das geht sehr schlecht. Aber wenn die HeizungsbetĂ€tigung ĂŒber die Drehbewegung um die Hochachse gesteuert wird, reicht es, die Kamera am Ă€uĂeren, oberen GehĂ€use festzuhalten, dann kann sich der Sockel unten drehen. Also hĂ€ngt die Kamera jetzt an einem Brett, das ich wiederum am Schaltkasten der Heizung einfach mit einem Spanngurt festgezurrt habe.
An den Sockel hab ich dann einen kleinen Hebel aus Holz angeklebt und weiter vorn an dem Brett eine Umlenkung, um die horizontale Bewegung in eine vertikale umzuwandeln. Der kleine Drehschalter der Heizungssteuerung hat eine VerlÀngerung bekommen, die auf den Knauf geklemmt wird, und an der nach vielen Versuchen mit den richtigen Hebelarmen und ausreichender Beweglichkeit die BetÀtigungsstange der Kamera eingehÀngt ist.
Weil die Kamera nun nicht stĂ€ndig in Betrieb sein muss und ich eh schon eine schaltbare âsmarteâ Steckdose fĂŒr die Warmwasserpumpe in der NĂ€he der Heizung integriert habe, hĂ€ngt die Kamerastromversorgung jetzt an der gleichen Steckdose und wird eben gleichzeitig mit der Warmwasserpumpe aktiv. Das ist ein bis zwei mal am Tag der Fall, oder gar nicht, wenn wir nicht da sind. Per Smartphone kann ich die Pumpe und damit nun auch die Kamera ein- und ausschalten, ĂŒber die Kamera-App dann auch die Heizung. Wie das bei solchen Kameras der Fall ist, hat man es unter UmstĂ€nden mit erheblichen Latenzen zu tun. Aber die Kamera muss nur von Anschlag zu Anschlag fahren, damit ist das kein Problem. Bin gespannt, wie resilient die ganze Geschichte ist (um mal eines der fĂŒr mich schwer ertrĂ€glichen Modewörter zu benutzen und mich so daran zu gewöhnen).
In der App sieht das als Screen-Cam-Film vom Smartphone so aus:
Und am âlebenden Objektâ so:
(Markus Winninghoff)
















