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#Ansichtskarte
Berlin Hauptstadt der DDR Ihr Gastgeber . NationalitÀtengaststÀtten
Berlin: PLANET-VERLAG BERLIN (III/26/13 A4-3138/80-290083 12646)
1980
Ich TrÀume von Berlin
7. April 2016
Ich wohne und weiĂ nicht, woÂ
Auf dem Weg zum Hotel merke ich, dass ich zu FuĂ schon lĂ€nger, vermutlich seit Jahren nicht mehr nach StraĂennamen und Hausnummern navigiere. Ich gebe den Namen des Ziels bei Google Maps ein und folge der gepunkteten Linie. Daher weiĂ ich jetzt zwar, wo mein Hotel im VerhĂ€ltnis zu seiner Umgebung liegt, könnte aber seine Adresse nicht angeben.
Ăber die Stadtteile zwischen Start und Ziel bin ich dadurch eher besser informiert als vorher. In der Zeit vor dem Smartphone, also vor 2008, hĂ€tte ich mir die Strecke auf dem Stadtplan am Bahnhof angesehen und die StraĂennamen und Kreuzungen eingeprĂ€gt. Ich hĂ€tte danach ein paar StraĂennamen der Stadt gewusst, aber die Gegenden rechts und links vom Weg wĂ€ren mir unbekannt geblieben. Jetzt merke ich mir gar nichts, sehe deshalb etwa alle hundert Meter aufs Handy und finde so ein bisschen mehr ĂŒber die Umgebung der Strecke heraus.
Weil ich nicht verlorengehen kann, bin ich experimentierfreudiger; heute habe ich das Hotel auf einem mittelgroĂen Umweg erreicht, weil ich vorher noch etwas herausfinden wollte. Das ging ohne Google Maps auch schon, selbst wenn man keinen papierenen Stadtplan besaĂ; ich habe mit Aleks Scholz ein Buch ĂŒber die Vorteile des Herumirrens geschrieben. Aber jetzt geht es eben auch, wenn man PlĂ€ne hat und nicht den ganzen Tag damit zubringen möchte, aus der Verirrung wieder herauszufinden.
Beim Einchecken ins Hotel lag auf dem Tresen ein Block, von dem man sich InnenstadtplĂ€ne abreiĂen konnte. Ich bekam einen Stadtplan angeboten und lehnte ab. Auf meinem Schreibtisch habe ich einen weiteren Faltplan vorgefunden. Er ist nicht durch Kleinanzeigen finanziert, wie ich zuerst dachte, sondern von der Stadt herausgegeben.
(Kathrin Passig)
Hamburg map

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Vom Trödelmarktfund zur Gigapixel-Datei: Leipziger Stadtplan von 1964 VEB Landkartenverlag Berlin Watch the Gigapixel-Photo here: https://www.danielreiche.de/layout_typo/vom-troedelmarktfund-zur-gigapixel-datei-leipziger-stadtplan-von-1964.html
3.12.2019
Orientierung ĂŒber PokĂ©stop, Teil soundsoviel
Ich bin beruflich in Hamburg in einer Ecke, in der ich auch noch nie war. Morgens treffe ich mich mit zwei Kollegen in einem CafĂ© in der NĂ€he des BĂŒrogebĂ€udes, in dem nachher unsere Veranstaltung stattfindet. Auf dem Weg vom Hotel zum CafĂ© und vom CafĂ© zum BĂŒrogebĂ€ude spiele ich nebenbei PokĂ©mon Go.
In dem Spiel gibt es sogenannte PokĂ©stops, an denen man drehen kann und aus denen dann hilfreiche GegenstĂ€nde fĂŒr das Spiel purzeln. Ein PokĂ©stop, den man noch nie gedreht hat, sieht dabei optisch etwas anders aus als einer, den man schon mindestens einmal besucht hat. Er hat einen zusĂ€tzlichen weiĂen Ring und man bekommt beim ersten Drehen auch etwas mehr Punkte als sonst.
Abends bin ich noch alleine in der Innenstadt unterwegs, als mein Chef anruft, weil wir noch zusammen etwas essen wollten. Er schlĂ€gt die Gegend vor, in der auch das FrĂŒhstĂŒckscafĂ© war, und wir vereinbaren, dass wir uns an diesem CafĂ© treffen. Ich fahre mit der Bahn bis zur nĂ€chsten Station, die genau am BĂŒrogebĂ€ude ist und muss jetzt genau den gleichen Weg zurĂŒcklaufen, den ich am Morgen hingelaufen bin.
An einer Stelle bin ich nicht so ganz sicher, in welche StraĂe ich einbiegen muss. Ich kann aber in PokĂ©mon Go sehen, dass in einer StraĂe zwei PokĂ©stops offensichtlich schon mal gedreht wurden, alle umliegenden sind noch jungfrĂ€ulich unberĂŒhrt. Das wird dann wohl die StraĂe sein, die wir am Morgen entlanggelaufen sind, ich biege in diese StraĂe ein und bin wenige Minuten spĂ€ter am vereinbarten Treffpunkt.
(Anne SchĂŒĂler)
25. Mai 2019
Karte und GerÀt
Ich kann dieses Touristenpaar nur mit leichter VerspĂ€tung fotografieren, weil viele Menschen zwischen uns stehen. Im Moment der Entdeckung waren beide gemeinsam ĂŒber die Papierkarte gebeugt, das Smartphone wurde aber bereits parallel genutzt oder jedenfalls bereitgehalten.
âDas gibt es immer noch!â, sage ich zu meinen Begleitern als BegrĂŒndung fĂŒr mein Stehenbleiben, und tatsĂ€chlich kommt es mir in dem Moment so vor, als hĂ€tte ich schon lange niemanden mehr in einer fremden Stadt mit einer Papierkarte hantieren sehen. Gleich danach denke ich aber, dass das eigentlich nicht stimmen kann. Halten wir also fest, dass der Anblick mich spontan ĂŒberraschte und nicht mehr allgegenwĂ€rtig ist, aber auch noch kein wirklich exotisches Relikt aus einer vergangenen Zeit.
(Kathrin Passig)