“О кельнском одеколоне Фарина: "Я пахну как Гейне" "Он пахнет как должно пахнуть идеальное мироздание"”
Из цикла “Цитаты великих друзей”, переписка “Маркса” и “Энгельса” XD
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“О кельнском одеколоне Фарина: "Я пахну как Гейне" "Он пахнет как должно пахнуть идеальное мироздание"”
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Lyrik: "Überwiegend weiter", von Jürgen Sanders
Lyrik: “Überwiegend weiter”, von Jürgen Sanders
Lyrik: “Überwiegend weiter”, von Jürgen Sanders Jürgen Sanders, Lehrer und Lyriker, lebt in Bergkamen. Rentner, zuletzt tätig als Lehrer für benachteiligte Jugendliche bei einem privaten Bildungsträger in Bergkamen. “Überwiegend weiter”, Norderstedt 2018. Diese sehr verdichteten Sprachschmuckstücke bezaubern durch ungewöhnliche Wortabsprünge und die Abgründe, die sich durch Umbrüche…
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Und was machst Du so?
Unsere Welt, die wir feiern und Tag für Tag zum Leben erwecken, sie hat einen Fehler. Wir sind so frei wie noch nie, doch hat diese Freiheit eine Kehrseite. Man versucht uns zu erzählen, der Kapitalismus trage die Schuld daran, dass wir uns in einem endlosen Sehnen und Streiten befinden. Doch das ist nicht richtig. Die Wahrheit ist: Unsere persönliche Freiheit alles werden und sein zu können treibt und zwingt uns dazu, auch unbedingt und erfolgreich etwas werden und sein zu müssen.
Dieser Zwang ist kein äußerer. Es ist vielmehr einer, der sich aus der einzig noch möglichen Antwort auf die ewige Frage nach dem Sinn ergibt. Was können wir mit unserem Leben tun, als es einem Ziel zu widmen und sein Gelingen mit dem Erreichen dieses Ziels zu verknüpfen? Nichts anderes ist erzählbar und vermittelbar, als das Planen, sich Vornehmen, darauf hinarbeiten und letztliche Erreichen von Zielen, die dann zu Wegmarken werden. Dabei geht es nicht darum, dass der Mensch, als Lebewesen, quasi immer schon dafür gemacht ist, Dinge zu tun. Das war wohl nie anders. Es geht darum, dass wir in einem Erzählmodus feststecken, der sich darauf verlässt und verlassen kann, als einzig wahrer verstanden und angesehen zu werden.
Probieren Sie es aus. Negieren Sie doch einfach mal in einem Gespräch mit einem bekannten oder unbekannten Menschen seine Selbstinszenierung. Nicht indem Sie diese herabwürdigen, sondern indem Sie diese überhaupt nicht würdigen. Verfahren Sie genauso mit Ihrer eigenen Erzählung. Verlassen Sie die Vogelperspektive und hören Sie auf von Ihrem Leben zu erzählen, als ob Sie einen Lebenslauf für ein Bewerbungsgespräch wiedergeben. Das ist nicht einfach, nein, es ist beinahe unmöglich.
Sollte es Ihnen gelingen, verlassen Sie das Spiel, welches wir alle so gern spielen. Das kann vieles bewirken. Ihr Gegenüber wird wahrscheinlich verwirrt sein. Je nach Situation wird das Gespräch enden oder eine interessante Wendung nehmen. Vielleicht verschafft ein Beispiel an dieser Stelle Klärung.
Stellen Sie sich vor, Sie treffen alte Bekannte wieder. Keine echten Freunde, aber doch vertraute Personen, die Sie lange nicht gesehen haben. Eine ideale Situation für mein Anliegen.
Sie: “Hallo! Lange nicht gesehen, wie geht es dir?”
X: “Schön dich zu sehen! Gut geht es mir, und selbst?”
An dieser Stelle müssen wir bereits unterbrechen. Die Gefahr ist groß, von diesen konformen, höflichen und innerhalb der Konversation sehr nützlichen Floskeln direkt weitergeleitet werden zu dem Punkt, den wir vermeiden wollen. Antworten Sie also nicht mit: “Ach gut, ich wohne immer noch da und dort und mache dies und das.” Doch womit sonst? Wie schaffen Sie es, gewohnte Motive zu verlassen, wenn Ihr Gegenüber von diesen Plänen noch gar nichts ahnt?
Es geht nicht, es ist gar nicht möglich. Nicht, ohne dass Sie sich selbst diskreditieren. Es wird unweigerlich Verdacht erregen, wenn Sie plötzlich nicht mehr mitspielen möchten. Ihr Gegenüber wird es spüren und sich fragen, wo das Motiv liegt. Und das ist das Schwierige: Solange Sie von Ihrem Gegenüber in der Skala des Wollen-Machen-Erfolg/Misserfolg gemessen werden, bedeutet eine Negierung derselben lediglich eine Flucht. Also Versagen. Sie wollen ausbrechen und man wird Ihnen Feigheit und Versagen unterstellen statt Abenteuerlust und Neugier. Um also ein Gespräch erfolgreich aus den altbekannten Gewässern zu manövrieren bedarf es Geduld und Einfühlsamkeit.
Kehren wir zum Beispiel zurück. Seien Sie unbefangen und nicht zu direkt. Sie sollten stattdessen langsam aber sicher deutlich machen, dass Sie keinen Wert auf das klassische Schema legen.
Nichts zu tun ist dann nicht mehr schlecht. Nichtstun gibt es nämlich gar nicht. Wir tun ständig etwas. Nichtstun ist bereits eine Wertung, weil wir lediglich bestimmte Dinge als wertlos erklären. Genauso verhält es sich mit dem Gegenteil: Vermeintlich aktive und erfüllte Leben. Auch hier steckt die Wertung längst im Wort.
Interessen sind nicht mehr nach ihrer Nützlichkeit zu bewerten. Denn im Nutzen steckt ja längst die Wertung.
Der Wille an sich ist nicht mehr notwendig. Er ist kontingent und austauschbar. Jeder kann alles wollen und erreichen. Also spielt es keine Rolle. Das einzige was noch zählt ist das persönliche Befinden. Das momentane oder das allgemeine, das poetische oder das Gefühl in der Magengrube.
An dieser Stelle dürfte Sie ein leises Unwohlsein ergreifen. Vermutlich fangen Sie an, an der ganzen Idee dieses Textes zu zweifeln. Oder Sie verlieren einfach nur das Interesse. Geben Sie mir noch einen Moment!
Erinnern Sie sich an die Reaktion Ihres Gegenübers in unserem Beispiel? Sie erfahren gerade dieselbe Reaktion am eigenen Leib. Wie konnten Sie nur denken, dass Sie an etwas gänzlich anderem interessiert sind? Abenteuerlust? Neugier? Alles Begriffe, die noch in eben jenem Sprachspiel gefangen sind. Wenn Sie sich davon locken lassen, so wollen Sie diese doch nicht wirklich hinter sich lassen, oder irre ich mich? Ich habe Sie getäuscht. Doch auch ich selbst war getäuscht.
Das große Spiel, dem zu entfliehen ich vorgeschlagen habe, ist noch viel größer als ich dachte. Wenn wir unsere Art zu Erzählen ändern wollen, müssen wir unsere Art zu Denken ändern. Wenn wir unsere Art zu Denken ändern wollen, müssen wir unsere Sicht auf alle Dinge ändern. Unsere Vorstellungen von gut und schlecht neu ordnen. Alles umwerfen, was zählt. Unseren Gefühlen neue Bahnen aufzeigen. Selbst das tiefste Empfinden zu manipulieren versuchen. Wenn wir unsere Art zu erzählen ändern wollen, so müssten wir uns selbst neu erfinden.
Wir sind das Ergebnis von Geschichten. Wir können uns nicht einfach umschreiben. Fortschreiben hingegen können wir sie sehr wohl. Versuchen Sie doch einfach mal, sich selbst zu überraschen. Das geht aber nur, wenn Sie ungewohnte Pfade verlassen. Probieren Sie es aus. Und denken Sie nicht so viel über Spiele und gesellschaftliche Normen nach. Sie können nicht entkommen, weil man diesen Dingen nicht entkommen kann. Es ist die Zukunft an der sie mitschreiben. Werfen Sie mir nicht vor, ich hätte meinen Standpunkt gewechselt. Ich war getäuscht. Ich dachte, wenn ich etwas als “Spiel” entlarvte oder bezeichnete, so verlöre es seine Bedeutung. Was für ein Unsinn!
Tokyo Diamonds Vehicle ist ein poetisches Hörspiel über die transformative Kraft der Sprache, ihre Musikalität, ihre Veranlagung zum Missverständnis und ihre...

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klau|s|ens macht einen sprach-wort-spiel-scherz zum thema "teilen" – www.klausens.com
klau|s|ens macht einen sprach-wort-spiel-scherz zum thema “teilen” – www.klausens.com
klau|s|ens, willst du mal wieder mit einem scherz von allem ablenken?
von allem?
von der welt?
kann man diese welt denn nicht nur dann überleben, wenn man auch hin und wieder mal scherzt?
und worum geht es heute?
ums teilen!
WO ZWEI SIND, MUSS ES FÜR BEIDE REICHEN
Mein Bruder und ich haben uns ein Zimmer geteilt. Ich habe die ein Hälfte gegessen, und er die andere mit dem Einbauschrank.
Copyrigh…
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Der neue Sprachtrend bei Jugendlichen klingt noch gewöhnungsbedürftig. „Ich komm mit Fahrradmahrrad“ oder „Ich bring Colamola“. Das heißt: Irgendwie komme ich wohl mit dem Rad und bringe dann auch Cola mit, übersetzt Heike Wiese, Sprachwissenschaftlerin an der Universität Potsdam.
M 03 - 03.05.11
Er nippte an seiner Tasse. Sein Blick war auf die gegenüberliegende weiße Wand, vorbei am Fernseher, gerichtet, während er den bittersüßen Geschmack der Wirklichkeit auf seinen Lippen zergehen ließ. Die nikotinfreie Legitimation eines unvermeidlichen Schweigens, das er sich selbst auferlegte, um denken zu können ohne reden zu müssen. Wie ein Raucher an den letzten Zug klammerte er sich an den selbigen Tropfen Flüssigkeit. Seine Augen kniffen sich leicht zusammen und fokussierten das nichts sagende Muster der Tapete.
„Weißt du, was ich traurig finde“, fing er an zu sprechen und hielt dabei das zerbrechliche Porzellan immer noch fest in der Hand, als würde es ihm Halt geben, „Dass du in meinen Geschichten nie zu Wort kommst. Nicht, weil ich dich nichts sagen lassen wollen würde, sondern weil ich nicht weiß, was.“ Er hatte sich nicht verändert und nur die Mundbewegungen ließen das beschleunigte Zittern seines Herzens offensichtlich erahnen.
Er nippte an seiner Tasse. War sie vollständig leer, aber verschaffte ihm diese Geste einen Moment Zeit sich und seine Worte zu sammeln. „Ich möchte nicht sagen, dass dein Verhalten willkürlich wäre, aber… lässt sich nie vorhersagen oder auch nur abschätzen, wie du auf etwas reagierst. Und ich frage mich, wie man, wie ich dir den Raum geben können soll um mir zu vertrauen, wenn ich im Gegenzug keinen bekomme. Wenn jedes Vertrauen für mich wie Russisch Roulette ist, weil ich immer die Angst haben muss, dass du im nächsten Augenblick hinter mir stehst und abdrückst.“ Sein linker Mundwinkel zog sich leicht nach oben und gab seinem Gesicht ein schelmisches, selbst-ironisches Lächeln. „Was du ja auch kontinuierlich tust.“
„Weißt du“, fuhr er fort, „ich kann es verstehen. Aber das macht es für mich nicht besser. Und erscheint es mir in mancherlei Hinsicht arg einseitig. Wenn ich dich richtig verstanden habe, so findest du deine affektierten Feindseligkeiten durchaus angebracht und gut, sind sie ja nicht ohne Grund da und hast du keine Lust dich immer zu kontrollieren, korrekt?“ Er wusste sie würde ihm nicht antworten, also schritt er über die Grenze von Zustimmung und Widerspruch weiter in Richtung Aufstieg und Untergang. „Hast du dich jemals gefragt, ob sie mir gegenüber angemessen sind? Ob du einen Grund hast, ich dir einen Grund gebe, mich zu verletzen?“
Sein Mund war trocken, sein Herz schlug voller Unsicherheit und Unruhe bis zu seinem Hals und sein Blick glitt hilfesuchend in den Innenraum der Tasse. Er musste lachen, innerlich, war sein Körper dabei in einen Automatikmodus zu verfallen, in dem er am liebsten aufspringen, wegrennen oder um Gnade winseln würde. Das passende Gegenstück zu ihrem Eisprinzessinnen-Modus, in den ihr Körper immer dann wechselte, wenn ihr jemand zu nahe kam. Er ihr. Sei es durch seine bloße Präsenz oder irgendeine seiner Aussagen und Handlungen. War fast in jedem Sekundenbruchteil…
Er nippte an seiner Tasse. Überlegte, in welchen Situationen sie ihm einfach offen gegenüber sein konnte, hatte es sie gegeben. Erinnerte sich an das erste Wochenende, welches keins war, und das zweite, waren sie dort einfach eins. Beim zweiten vermutlich sogar ein wenig mehr, und ein Lächeln huschte über sein Lippen, als er sich an einzelne Augenblicke des Dezemberwochenendes zurückerinnerte und sie vor seinem geistigen Auge, kurz und weit von sich haltend, durchblätterte. Vermutlich gab es keine Zeit, in der sie offener und ehrlicher zu ihm gewesen war. Und das tat weh. Er schüttelte den Tagtraum aus seinem Kopf, fing sich und seinen Körper und wandte sich der Gegenwart zu.
Er nippte an seiner Tasse. „Praktisch“, dachte er sich, achtete auf seinen eigenen Herzschlag und versuchte sich so zu beruhigen, wie es ihm mehr und mehr in seinen luziden Träumen möglich war. Noch hatte er keinen wirklichen Grund zu paniken, wie sie es nennen würde, musste über diesen Gedanken leicht lächeln und war in der Lage seine unbewussten Fluchtimpulse abzufangen und für sich zu behalten, auch, wenn er ihr Nachbeben in jeder einzelnen Zelle seines Körpers spürte.
„Und weißt du, was ich mich auch gefragt habe“, sagte er mit unerwartet gefasster Stimme, „ob dieses Zulassen auch auf positive Gefühle zutrifft.“ Er biss sich innerlich auf die Zunge, hasste er sich schon jetzt dafür von ihr erzählt zu bekommen, wie sie sich möglicherweise irgendwelchen Typen an den Hals geworfen und ihren Trieb ausgelebt hatte. Hatte er dennoch keine andere Wahl. „Also in Bezug auf mich: Wenn ich dir fehle, du mich vermisst, du mich sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen willst. Sich dein Körper, deine Seele, dein Geist nach mir verzehrt, ungeachtet der Frage, was in Wirklichkeit war, ist und zwischen dir, mir, uns steht.“ Er erinnerte sich daran, wie sie sich ihm in der Hinsicht gegenüber von Zeit zu Zeit offenbart hatte und wusste, dass sie es ebenso wusste. „Aber könntest du es auch, ohne, dass ich mich wieder zum Idioten und den ersten Schritt mache?“
Er nippte an seiner Tasse. War ein Idiot, machte sich wieder zu einem. Hätte er sich lieber fragen sollen, ob diese Impulse überhaupt vorhanden waren. Waren sie es allem Anschein nach nicht.
Er nippte an seiner Tasse. Wusste es gleichzeitig besser und doch nicht.
„Idiot.“ – sagte sie, nippte an seiner Tasse und hatte Recht. In jederlei Hinsicht.
„Positive Gefühle.“ – dachte er und schüttelte den Kopf. Vermutlich empfand sie diese als alles andere, nur nicht als positiv. Er nickte sich selbst zu, nippte an seiner Tasse, setzte einen Punkt und schüttelte den Kopf: „Nicht einmal bei mir.“