29. MĂ€rz 2026
Funkuhren, die Crux der Zeitumstellung, und ich spare mir die Halbstunden-Zeitzone
Seit Jahren machen mir ausgerechnet die Funkuhren bei der Zeitumstellung im FrĂŒhjahr und im Herbst die meiste Arbeit. Wie schon vor fĂŒnf Jahren geschildert, muss ich die Ăbersicht ĂŒber die verschiedenen Zeitzonen an der Wand meines Arbeitszimmers immer von Hand einstellen: Die vom deutschen Zeitzeichensender DCF77 ĂŒbertragene jeweils gĂŒltige gesetzliche Zeit verĂ€ndert mit der Umstellung auch den Abstand zu einigen anderen Zeitzonen, in denen es eben keine solche Umstellung gibt. Allen voran die so genannte Weltzeit, Universal Time Coordinated (UTC, die gebĂŒrtige Greenwich Mean Time, GMT).
In der aktuellen Weltlage kommen noch zwei weitere Schwierigkeiten hinzu. Zum einen sollte ich bei der beruflich bedingten Ăbersicht ĂŒber bestimmte Zeitzonen weltweit die US-Hauptstadt Washington im Blick behalten â um zu wissen, wann PrĂ€sident Donald Trump vermutlich wach ist und was machen könnte. Aber die USA vollziehen ihre Umstellung von Normal- auf Sommerzeit und zurĂŒck zu anderen Daten als die EuropĂ€er. Die Uhr fĂŒr Washington D.C. muss ich deshalb vier Mal umstellen, zwei Mal im FrĂŒhjahr und zwei Mal im Herbst.
Und zum anderen mĂŒsste ich eigentlich auch die aktuelle Zeit in der iranischen Hauptstadt Teheran im Blick behalten. Da ist das Problem, dass Iran - wie einige wenige andere LĂ€nder - sich nicht an das Stunden-Raster der Zeitzonen hĂ€lt: Die iranische Zeit liegt in einer Art Halbstunden-Zeitzone, mit einem Unterschied zur deutschen Zeit von zweieinhalb Stunden zur MEZ und eineinhalb Stunden zur MESZ.
Halbstunden-Zeitzonen wiederum sieht die Software der Funkuhren nicht vor. Ich könnte natĂŒrlich die jeweilige Uhr dann rein manuell einstellen, das hatte ich ĂŒber Jahre auch schon gemacht: Afghanistan, das ich wĂ€hrend des Einsatzes der Bundeswehr dort im Blick behielt, hat ebenfalls eine solche Halbstunden-Abweichung. Aber dann wird die Uhr eben nicht mehr funkgesteuert. Und irgendwann gibt es dann Minuten-Abweichungen, die im Grunde egal sind, aber merkwĂŒrdig aussehen.
Also verzichte ich auf die Uhrzeit von Teheran an meiner BĂŒrowand. DafĂŒr habe ich eine Uhr mit der Zeit des Iraks und Kuwaits, und eine mit der Zeit der Vereinigten Arabischen Emirate. Die liegen genau eine Stunde auseinander. Und mitten dazwischen, das kann ich mir merken, liegt die Uhrzeit von Teheran.
(Thomas Wiegold)


















