Um runterzukommen, schnappte ich mir gewöhnlicherweise eine weitere Dose Eistee und setzte mich auf den Balkon. Zwischen den Hochhäusern der Gropiusstadt hatte sich seit Mai die Hitze gestaut und uns alle verändert, wie, das kann ich nicht sagen. Auf den anderen Balkonen hingen Lichterketten, standen Sonnenschirme, sprossen Pflanzen aus Töpfen und Kästen. Dort wurde geraucht, gelacht, gestritten. Das Klirren von Glas begleitete jede Nacht. Der Abend begann mit dem Anstoßen zwischen Freunden, auf den Feierabend, den Sommer, die Freundschaft. Spät abends, wenn man außerhalb der Lichtkegel der Straßenlaternen nur noch das Glimmen von Zigaretten und das Aufleuchten von Handydisplays erkennen konnte, zerschellten die gleichen Flaschen auf dem Asphalt. Und früh am Morgen, wenn die letzten nach hause wankten und die Sonne ihr graues Morgenlicht auf die Stadt warf, hörte man zwischen dem Schrubben der Kehrmaschine das Klimpern der aufgekehrten Scherben.