Erkunden Sie die atemberaubenden Strände, lebhaften Beach-Clubs und die pulsierende Nachtleben von San Teodoro, Sardinien, und erleben Sie die Insel im Süden Italiens.

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Fazit
Wie immer an dieser Stelle die Frage: Würde ich diese Tour noch einmal fahren?
Antwort: Eindeutig ja!
Sardinien ist ein Insel mit toller Landschaft, Bergen bis 1800m und vielen schönen Stränden. Die Auswahl an schönen Strecken zum Motorradfahren ist schier unendlich, von grandiosen Panoramastrecken entlag der Küste bis zu landschaftlich tollen Strecken im Inneren der Insel. Um annähernd alle interessanten Strassen der Insel abzufahren, bedarf es locker 2 Wochen oder noch mehr. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass mir diese eine Woche mit täglichen Touren zwischen 214 und 267km gereicht hat. Am Ende der Woche war ich übersättigt mit Kurven und platt - besser wäre es sich etwas mehr Zeit zu nehmen und ab und zu einen Ruhetag einzulegen, dann macht das Kurvenfahren auch zum Schluss noch richtig Spass.
Ich werde aber bestimmt wieder kommen um den Rest der Strassen auch noch unter die Räder zu bekommen!
Generell Sardinien erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit, vor allem in der Biker-Szene und es werden von Jahr zu Jahr mehr Besucher - auch durch Verbreitung der Fotos in den sozialen Medien. Ich hoffe dass es irgendwann mal stagniert, bevor es zu touristisch wird und man keine ruhige Ecke mehr findet. Momentan findet man noch kleine Orte die nicht überlaufen sind, die Tendenz ist aber eindeutig zu mehr Andrang. Wenn man sich die Anzahl der täglichen Fähren und Flüge ansieht, fragt man sich wie diese doch recht überschaubare Insel das alles verkraftet. Zum Glück verteilt sich das alles (noch) recht gut auf die ganze Insel.
Generell kann man sagen dass der Norden mit der Costa Smeralda der Hotspot ist, was sich auch in den Preisen widerspiegelt. Je weiter man in den Süden kommt, desto humaner werden die Preise und man kann sehr gut essen zu erschwinglichen Preisen. Dabei steht der Süden in Sachen Stränden und Landschaft dem Norden kaum nach - klare Empfehlung also für ein Hotel im Süden um von dort aus die Insel zu erkunden! Mobil sollte man auf jeden Fall in irgendeiner Art sein, es wäre einfach zu schade auf dieser tollen Insel nur an einem Ort zu bleiben.
Überall gibt es kleine oder etwas grössere Supermärkte und Tankstellen, die Versorgung ist also kein Problem. Preise für Super E5 lagen zwischen 1,91 und 2,00 €.
Reisezeit Laut übereinstimmenden Aussagen sollte man die Hauptreisezeit im Sommer dringend meiden. Dann hat Italien Schulferien, die Temperaturen steigen auf deutlich über 30°C und es hat natürlich auch viel mehr Touristen als in der Vor- oder Nachsaison. Ich empfand die Situation aktuell als angenehm, kann mir aber gut vorstellen was in der Hauptsaison auf den Strassen, Stränden und in den Orten los ist.
Da in den Bergen oftmals Schilder zu sehen sind, die sogar Schneeketten verlangen, scheint es wohl im Winter in den höheren Lagen durchaus Schnee zu geben - dürfte also als Motorrad-Reisezeit eher wegfallen.
Anfang der Woche hatten wir morgens beim Losfahren noch 14-16°C, was dann gegen Mittag in angenehme 22-24°C überging. Ab Mitte der Woche waren es morgens gegen 9-10h schon 25°C und steigerte sich zum Mittag auf teilweise über 30°C. Die weitere Tendenz war steigend - im Rest von Europa allerdings auch.
Verkehr Wer nach Italien fährt, muss wissen auf was er sich einlässt. Es fängt auf der Autobahn an, wo gerne mal bis auf wenige Meter aufgefahren wird und das Überholen dann im Abstand von 50cm erfolgt (nicht nur auf der Autobahn - auch auf Sardinien war das stellenweise so). Spurwechsel ohne ersichtlichen Grund - natürlich ohne Blinker - sollte einem nicht überraschen aber der Schwerpunkt liegt eindeutig in der Achtsamkeit auf den Verkehr hinter einem. Tempobeschränkungen werden offensichtlich als gut gemeinte Empfehlungen interpretiert und so darf man sich nicht wundern, wenn in einer Autobahnbaustelle mit 50er Beschränkung die Autos mit über 100km/h durch rauschen.
Auf Sardinien scheint es, als ob eine Schiffsladung mit 50er Schildern ankam und grosszügig überall auf der Insel verteilt wurden - natürlich hält sich ausser Touristen niemand daran. Es ist sogar gefährlich sich an die Limits zu halten, da man damit deutlich langsamer als der Rest der Fahrzeuge ist und somit zum rollenden Verkehrshindernis wird, was riskante Überholvorgänge zur Folge hat. Generell scheinen ausserorts mindestens 20km/h über der erlaubten Geschwindigkeit das Mass der Dinge zu sein.
Eine weitere Unart ist die Angewohnheit der Italiener, Linkskurven gerne zu schneiden und die Gegenspur zu nutzen. Ich würde behaupten 9 von 10 entgegenkommenden Autos fahren über der durchgezogenen Linie, was die Ideallinie für meine Rechtskurve schon potentiell gefährlich macht. Also immer etwas Spielraum einplanen, um im Notfall ausweichen zu können!
Auch unter den Motorradfahrern gibt es viele verkappte Valentino Rossis, die meinen knieschleifend mit hohem Tempo die Kurven zu nehmen - auch wenn sie uneinsehbar sind. Mich hat es gewundert dass wir die gesamte Woche keinen Unfall gesehen haben, nach meinem Gefühl müsste es da täglich krachen!
Noch ein Wort zum Thema Radfahrer: Natürlich gibt es auch hier die unvermeidlichen Radfahrer (Rennradfahrer aber auch Muddi und Vaddi auf ihren E-Bikes) die sich den Berg hochquälen und sich mangels Radwegen oder Radspuren die Strasse mit dem motorisierten Fahrern teilen müssen. Ich würde für kein Geld der Welt bei der Fahrweise der meisten hier auf einem Fahrrad diese Strassen befahren!
Fähre Wir fuhren mit GNV, beidesmal mit der M/N Rhapsody, einer echt grossen Fähre mit Bar, Restaurants und einem grossen unbenutzen Theater mit richtiger Bühne. Je nach Vorlaufzeit der Buchung kann man eine Hin- und Rückfahrt für ca. 150-160€ ergattern, je näher die Abfahrt rückt, desto höher werden natürlich die Preise. Das gilt auch für die Kabinen, die als Innenkabine auch schon ab 50-60€ pro Fahrt erhältlich sind (ich habe 60€ für meine spontan an Bord gebuchte Innenkabine gezahlt). Die Kabinen sind die üblichen Standardkabinen mit 4 Klappbetten, die je nach Belegung genutzt oder hoch geklappt werden können. Ein kleines Bad mit Dusche und WC - das wars dann auch schon. Regelung der Klimaanlage findet mit einem etwas versteckten Hebel hinter eine Deckenverkleidung statt, die lediglich die Luftzufuhr regelt und ganz geschlossen werden kann.
Ganz zum Schluss Ich hoffe der Bericht kann einen kleinen Eindruck vermitteln, welch schöne Insel da in der Adria liegt.
Wer Fehler findet darf sie mir gerne im Kommentar mitteilen - oder rahmt sie sich ein und hängt sie an die Wand.
Ich schreibe diesen Blog, da ich im Vorfeld solcher Reisen auch gerne im Internet stöbere und froh bin, wenn ich aktuelle und hilfreiche Berichte finde. Sollte jemand Interesse an den GPX Dateien der einzelnen Tage haben, kann er mir gerne sein Mailadresse hinterlassen und ich schicke sie dann zu. Sollte dir der Bericht gefallen haben, hier sind noch die Links zu meinen bisherigen Reisen mit dem Motorrad, die ich auch hier dokumentiert habe:
2015 - USA - Ghostrider Tour: Coast to Coast (LA nach Orlando)
2017 - USA - Canyon Highlights: Las Vegas Rundtour
2018 - Irland
2025 - Südosteuropa: Albanien - Montenegro - Kroatien
Sollte es Probleme beim Aufrufen der Seiten geben, hier nochmal eine Liste mit Alternativ-Links:
Tag 9 - 24.05.26 Genua - Hochwald
Rückreise in die Schweiz
Trotz der superpünktlichen Abfahrt am Vorabend hatte die Fähre eine halbe Stunde Verspätung bei der Ankunft in Genua.
Dank der Kabine und doch überraschend gutem Schlaf, war nach einer Dusche die Müdigkeit verflogen und auch die Sachen waren schnell gepackt. Kurz noch ausgecheckt und alles im Theater verstaut, bevor es zum Deck 10 an die Aussenbar ging, um ein kleines Frühstück in Form eines Muffins und einer Cola zu mir zu nehmen.
Nachdem die Heckrampe geöffnet war, fuhren wir mit dem Fahrstuhl sechs Decks tiefer um zu unseren Motorrädern zu gelanden und hingen dort mit allen anderen Bikern vor der Tür zum Fahrzeugdeck fest, die noch nicht geöffnet war. Scheinbar haben sie erst die Autos entladen, denn es dauerte bestimmt 20min bevor wir zu den Bikes durften. Nach weiteren 15-20 min begann dann auch die Ausfahrt der Bikes und wir machten uns direkt auf den Weg aus dem Gewusel der Stadt auf die Autobahn. Entgegen der meisten anderen nahmen wir nicht den direkten Weg nach Mailand sondern fuhren einen kleinen Schlenker westlich über Alessandria um dort dann nach Osten Richtung Mailand abzubiegen.
Kurz vor Como war dann nochmal Tankstop, kleiner Snack und Beine vertreten angesagt, um dann durch Como bei Chiasso die Grenze zur Schweiz zu überfahren. Dadurch entgingen wir dem üblichen Rückstau an der Autobahngrenze. Trotzdem war es bei über 30° kein Vergnügen durch die Städtchen zu fahren aber nach Erreichen der Autobahn konnte dann wieder Gas gegeben werden und der Fahrtwind kühlte wieder etwas.
So ging es relativ langweilig auf den Autobahnen Richtung Gotthard, den wir bei strahlend blauem Himmel über den Pass befahren wollten. Kurz nach der Ausfahrt zum Pass stoppten wir kurz und ich beschloss spontan doch den Tunnel zu nehmen und den Rest der Strecke (190km) auf der Autobahn abzuspulen. Ein Körperteil in der unteren, hinteren Hälfte meines Körpers hatte dazu eine deutliche Meinung - der ich gerne nachgab. ;-)
Um 15.45h bog ich in meine Garage ein und hatte es nach einem Ritt von 500km endlich geschafft!
Jetzt noch schnell alles abgepackt und in der Wohnung alles geleert und verstaut - Waschmaschine kommt dann morgen dran. Couch, du hast mich wieder!
Gefahrene Strecke: 500km
Gesamtstrecke: 2508km
Tag 8 - 23.05.26 Olbia - Fähre
Zeitvertreib bis zur Fähre
Da wir heute erst gegen 17h an der Fähre in Olbia sein müssen, ist ein spätes Frühstück und noch eine Erkundung zur Nordwestküste an der Costa Smeralda geplant, mit genügend Pausen und Zwischenstopps.
Am Morgen nach Dusche und Frühstück erst einmal die Taschen für die Fähre umgepackt, da ich nur die Tasche auf dem Gepäckträger mit ins Schiff nehmen werde. Da sich darin normalerweise das Regenzeug und weitere nicht benötigte Sachen befinden, verschwinden diese Dinge in den Seitenkoffern und werden durch Waschzeug, Ladegerät usw. ersetzt.
Vor der Abfahrt haben wir uns noch auf der Fährseite eingecheckt um eine reibungslose Einfahrt in den Hafen zu gewährleisten. Ich vermute es wäre auch ohne Checkin gegangen, aber sicher ist sicher. Der Versuch meinen Schlafsessel evtl. noch auf eine Kabine upzugraden, schlug anhand des aufgerufenen Preises aber fehl - also wird es wieder eine Sitzgruppe im Theater werden.
Dann geht es erst einmal Richtung Porto Rotondo, einem der eher exklusiven Ecken im Nordwesten, was man auch an den Preisen deutlich merkt. Vorher aber noch kurz zu einer Autowaschanlage mit Waschboxen abgebogen, um nochmal den gröbsten Staub, Schmutz und die zahllosen Insektenleichen an unseren Motorrädern zu entfernen. Im Hafen von Porto Rotondo bei einem Eis kurz ein Blick auf die vielen netten Boote geworfen und wieder zurück zu den Motorrädern, um weiter Richtung Norden zu fahren.
Wäre was für Werktags...
Ganz im Norden dann ein weiterer Hotspot der Haute Volaute - Porto Cervo! Oben am Hügel vor dem Ort haben wir dann in einem kleinen Lokal Mittagspause mit einer Penne Arrabiata gemacht, bevor wir uns noch kurz den Ort selbst angeschaut haben. Hier gibt es um die Plaza alle bekannten Luxusmarken von Prada über Gucchi usw. und auch die "normalen" Boutiquen glänzen mit entsprechenden Preisen.
Mein Mitfahrer - Renato (seines Zeichens Tour-Organisator mit exzellenten Italienisch-Sprachkenntnissen)
Danach wurde es auch langsam Zeit sich wieder Richtung Olbia zu wenden, allerdings nicht ohne einen Zwischenstopp an der Snackbar des ersten Tages mit der grandiosen Aussicht.
Ein Eis geht immer...
Auf zur letzten Etappe zum Fährhafen, was sich als deutlich einfacher als in Genua herausstellte (ok, der Hafen ist auch deutlich kleiner). Um 16.30h dort angekommen, durch 2 Kontrollen (Pass + Ticket ausstellen) durch und schon konnten wir direkt durchfahren auf das Parkdeck im Schiff. Noch kurz gewartet bis die Verzurrer kamen und dem guten Mann den richtigen Anschlagpunkt am Motorrad gezeigt. Gepäck und Klamotten erstmal wieder in einer Sitzgruppe im Bordtheater verstaut und ab ans Heck auf Deck 10, wo wir an der Aussenbar verabredet waren (die leider noch geschlossen hatte).
Zeit von der Einfahrt in den Hafen bis zur Bar: Gerade mal 15min! Das habe ich bei den zahlreichen Fährüberfahrten mit dem Motorrad noch nie erlebt, dass ich so schnell auf der Fähre war!
Deck 10 am Heck mit der Aussenbar
Mit einem kühlen Ichnusa Bier in der Hand beobachten wir die ständig einfahrenden Motorräder, Autos, Wohnmobile und Gespanne während sich das Deck um uns herum weiter füllt. Kurz darauf wird dann auch die Aussenbar geöffnet und pünktlich um 19h legt das Schiff ab.
Ciao Sardinia...
Nach der Abfahrt habe ich dann nochmal an der Rezeption wegen einer Kabine nachgefragt und siehe da, jetzt kostete sie nur noch gut ein Drittel als am Morgen, also direkt gebucht und meine Sachen dort verstaut. Während der Wartezeit an der Rezeption, konnte ich einen Blick auf ein internes Papier werfen mit den Gästezahlen der Überfahrt: 199 Motorräder und fast 1000 Gäste waren an Bord! Abendessen dann mit einem Snack und einem weiteren Bierchen aus dem Bordbistro und zwei Cuba Libre rundeten dann den Abend ab. Gegen halb elf verzogen wir uns dann auf unsere Kabinen und versuchten trotz der leichten Vibrationen und einer knarzenden Badezimmertür etwas Schlaf zu bekommen.
Gefahrene Strecke: 88km
Gesamtstrecke: 2008km
Tag 7 - 22.05.26 Arbatax - Olbia
Letzter Tag der Sardinien Rundreise, heute schließt sich der Kreis!
Die letzte Etappe an der Ostküste führt uns wieder Richtung Norden, zurück nach Olbia, dem Ausgangspunkt unserer Tour. Da wir direkt unterhalb des schönsten Teil der berühmten SS 125 starten, fahren wir natürlich die gleiche Strecke wie vorgestern noch einmal. Da wir erst kurz nach 10h in der Hoffnung starten, dass die meisten schon früher auf dem Weg sind und wir wieder entspannt die schöne Strecke genießen können, sind wir voller Erwartung - zumal der am Abend gute gefüllte Motorrad-Parkplatz vor dem Hotel fast leer ist.
An der ersten Tankstelle nochmal den Tank gefüllt, wo allerdings schon 15 weitere Motorräder in den Startlöchern stehen. Auch die Menge an entgegenkommenden Motorrädern lässt auf viel Betrieb schließen - und so kommt es dann auch. Ein paar Autos sind schnell überholt und nach 15min beginnt dann auch der spannende Teil. Leider bietet der untere Teil nicht viele Möglichkeiten zum gefahrlosen Überholen und ein hartnäckiger Italiener trödelt in den Kurven um seiner Frau auf dem Beifahrersitz ihre Handyfotos zu ermöglichen - gibt dann auf den kurzen Geraden aber wieder kräftig Gas. Gut dass man die gemurmelten Ausdrücke unterm Helm nicht hören kann. 😉
Irgendwann haben wir diesen Helden der Landstraße auch hinter uns gelassen und genießen die weiten Kurven, die uns immer höher hinauf tragen. Nun droht die Gefahr allerdings eher von hinten, wenn die wahnwitzigen Möchtegern-Rennfahrer angeschossen kommen und an den unmöglichsten Stellen mit 50cm Abstand an einem vorbei schießen. Es ist nicht so dass wir langsam unterwegs wären, aber im Vergleich zu diesen Lebensmüden fühlen wir uns wie auf Fahrrädern unterwegs. Von mir aus können sie sich ihr Hirn einrennen, wenn sie mich dabei abschießen habe ich damit ein ernstes Problem!
Zum Thema italienische Verkehrsverhältnisse widme ich im Fazit noch ein paar Zeilen...
Oben an der bekannten Biker Bar La Silana machen wir einen kurzen Halt - leider ist der Treff auch heute wegen familiärer Gründe geschlossen.
Bar Silana
So machen wir uns wieder auf Straße und folgen weiter der SS 125, die wir heute bis Olbia komplett befahren wollen. Kurz vor dem Erreichen von Dorgali machen wir noch einen Abstecher runter ans Meer, wo es irgendetwas zu besichtigen geben soll - laut meinem Mitfahrer. Nach einer Serpentinen-Abfahrt stellt sich der Ort als überlaufener Touri-Hotspot heraus, so dass wir den Berg wieder erklimmen, allerdings auf einer anderen, sehr schlechten Straße die die Schraubverbindungen unserer Maschinen auf eine harte Probe stellt und mit den engsten Serpentinen der Tour aufwartet.
Oben dann wieder zurück auf die SS 125 und weiter Richtung Norden. Leider stellt sich der weitere Verlauf als eintönige Strecke dar, mit wenig Kurven und vielen Ortsdurchfahrten und viel Verkehr. So zuckeln wir noch 2 Stunden weiter, nur unterbrochen von einem Abstecher nach Santa Lucia um an der Promenade vor einem alten Wachturm eine leckere Lasagne zu essen.
Nettes kleines Örtchen
Zurück auf der Bahn reicht es uns dann 30km vor Olbia mit der eintönigen Fahrerei und wir wechseln auf die parallel verlaufende Schnellstraße um zügig die letzten Kilometer zu unserem Hotel zu fahren und noch ein wenig die Sonne am Pool zu genießen. (Club Hotel Baia Aranzos)
Später dann ab in die Maske und mit den Motorrädern in ein sehr gutes Restaurant in der Bucht von Aranci zu fahren, wo wir unseren letzten Abend bei sehr gutem Essen direkt am Strand genießen. (Lo Scorfano Allegro)
Gnocchi mit Meeresfrüchten
Gegenüber am Fährhafen der Bucht von Aranci legt kurz darauf eine Fähre Richtung Livorno ab, auf dem ein befreundetes Paar ihren Rückweg von ihrer Korsika-Sardinien Tour antritt. Leider haben sich unsere Routen die ganze Woche nicht einmal überschnitten.
Bucht von Aranci
Gefahrene Strecke: 214km
Gesamtstrecke: 1918km

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Tag 4 - 19.06.26 Buggerru - Villasimius
Heute stand der Süden der Insel auf dem Plan und mit gut 250km eine der längeren Touren des gesamten Trips.
Ich bin die gesamte Tour gefahren, der Rest der Truppe hat eine verkürzte Version gefahren mit geplanten Treffpunkt bei Caligari, einer der größten Städte der Insel.
Morgens um 9h ging es los und direkt auf die Küstenstraße hoch oben über dem Meer. Die frühe Zeit hat den Vorteil, dass die Straßen leer sind und man sehr gut voran kommt, immer mit Blick aufs Meer auf der rechten Seite.
Gegen Mittag ging es dann ein Stück durchs Landesinnere, was aber eher eintönig war und so kam die richtige Fahrfreude erst wieder auf, als es zurück an die Südküste ging. Leider war das Vergnügen nicht von langer Dauer als es in den Speckgürtel von Calgliari ging und die Straße schnurgerade parallel zum Meer verlief. Dann kam über längere Zeit eine große Raffinerie und viel Industrie bevor es dann in die Stadt ging. Das vereinbarte Ziel war eine Saline, in der um diese Jahreszeit viele Flamingos Zwischenstop machen - gesehen haben wir auch einige im Wasser, war den Aufwand und Abstecher aber eher nicht wert.
Calgliari
So sind wir dann zusammen die restlichen 50km auf der Küstenstraße zu unserem nächsten Hotel in Villasimius im Südosten der Insel gefahren, zum Glück wieder mit schönen Kurven und tollem Blick auf die Küste.
Das Hotel ist das bisher mit Abstand am besten mit toller Pool-Anlage, leider ohne Parkplätze, so dass die Motorräder an der Straße stehen müssen. Also alle Schlösser angebracht und Alarmanlage scharf gestellt. (Hotel Su Sargenti - Villasimius)
Frühstück am nächsten Morgen direkt am Pool
Abendessen dann in einem Restaurant nicht weit vom Hotel - Doppio Malto Villasimius. Das Essen war sehr gut und die Vorspeisenplatte konnte sich sehen lassen!
Morgen stehen nur 180km an der Ostküste auf dem Plan, allerdings auf einer der berühmtesten Motorrad Strecken von Sardinien, der SS 125.
Gefahrene Strecke: 245km
Gesamtstrecke: 1230km
Tag 2 - 17.05.26 Olbia - Alghera
Nach einer relativ ruhigen Nacht um kurz nach 9h aufgewacht und tatsächlich einige Stunden geschlafen. Erster Blick nach draußen: Strahlend blauer Himmel und ruhige See! Steuerbord liegt Korsika und dadurch gibt es sogar wieder Internet und scheinbar hat der Kapitän richtig Gas gegeben, da wir Sardinien schon in der Ferne sehen können. Abgelegt haben wir auf jeden Fall nach 2h in der Nacht und mit 12h Fahrtzeit sind wir recht gut in der Zeit. Es ist jetzt 11h und wir passieren gerade die Lücke zwischen Korsika und Sardinien.
Hafen Olbia
Einfahrt im Hafen und anlegen war dann mit nur einer Stunde Verspätung gegen 13.00h. Da wir ganz hinten stehen, gibt es keinen Grund sich in das Chaos der Erstürmung des Fahrzeugdecks einzureihen, so sind wir gemütlich zum Fahrzeugdeck geschlendert, uns zwischen den Motorrädern durchgeschlängelt und die Motorräder von ihren Verzurrgurten befreit. Die Auswahl der Crew bezüglich der Anschlagpunkte war durchaus diskussionswürdig - das Motorrad neben mir an meinem Gepäckträger zu verzurren, halte ich für indiskutabel. Zum Glück war die See ruhig und es gab keinen Schaden an meinem Motorrad. Auf der Rückfahrt werde ich warten, bis der Verzurrer am Motorrad erscheint!
Dann alle Sachen wieder am Motorrad verstaut und um 13.30h endlich von Bord gerollt. Direkt die erste größere Tankstelle angesteuert und raus aus Olbia, ab in die Berge. Erfreulicherweise haben sich die meisten größeren Gruppen erstmal vor der Fähre gesammelt, so daß wir vor der Meute Richtung Norden starten konnten.
Gruppenfoto mit Damen
Nach einer halben Stunde haben wir auch eine nette Strandbude am Wegesrand entdeckt, mit einer geniale Aussicht auf die Bucht von Olbia und dort gab es dann das leicht verspätete, Mittagessen in Form von frittierten Pulpo mit Pommes.
PRIMMA O POI MI PONGU APPOSTU, Arzachena
Frisch gestärkt ging es auf die verkürzte - aber insgesamt immer noch über 200km lange - Tour Richtung Nordwesten zu unserem Hotel, mit Zwischenstopps am Capo Testa und später noch am berühmten Elefantenfelsen.
Capo Testa
Capo Testa
Elefantenfelsen von vorne
Elefantenfelsen von der Seite
Nach dem Felsen folgte die beste Strecke des Tages mit vielen schönen Kurven und Ausblicken auf tolle Bergpanoramen, bevor wir dann kurz nach 20h auf den Parkplatz des Hotels rollten. Für den Pool war es leider zu spät, also kurzer Sprung unter die Dusche und in der naheliegenden Pizzeria noch lecker gespeist. Einschlafen war nach den Strapazen der Anreise und der Tagestour überraschenderweise kein Problem...
Hotel Green Sporting Club - Alghero
Gefahrene Strecke: 220km
Gesamtstrecke: 727
Ein weiterer Punkt auf der Bucket-List....
Vor über 25 Jahren auf dem Rückweg von einer Motorradtour nach Formentera traf ich an der Lörracher Verladestelle für den Autozug einige Biker, die gerade von einem Sardinientrip zurück kamen. Ihre Erzählungen und Fotos bei einigen Weizenbieren begeisterten mich sofort und dann dauerte es auch nur gut 20 Jahre bis sich endlich eine Möglichkeit bot, diese Insel zu "erfahren". Durch Zufall stieß ich in Facebook auf ein Angebot für ein Woche Sardinien-Rundtour, inkl. Übernachtungen und Fähre in einer kleinen Gruppe - alles privat organisiert. Nach kurzem Austausch und einem Treffen an Ostermontag mit allen 5 Mitfahrern und -innen stand die Zusage fest und die konkreteren Planungen konnten beginnen. Altersmäßig alle in einer Liga, die beiden anderen Herren mit Harley und Goldwing, sowie die beiden Damen mit je einer Indian Scout lassen auf eine entspannte Tour hoffen - dann muss nur noch das Wetter mitspielen. Geplant ist mit der Anfahrt zur Fähre in Genua bereits am Freitag nach Himmelfahrt zu starten und eine Übernachtung in Varese am Lago Maggiore einzuschieben. Samstag dann entspannt die restlichen gut 200km bis zum Fährhafen abzuspulen, bevor es dann gegen Abend auf die Fähre geht. Direkt nach der Ankunft am nächsten Morgen in Olbia steht gleich der erste Fahrtag auf dem Plan und dann geht es 6 Tage gegen den Uhrzeigersinn einmal um die Insel bevor es dann Samstagabend wieder auf die Fähre geht. Bis zur Abfahrt gilt es noch einiges zu erledigen, wie die Tagesrouten aufzubereiten und ins Navi zu übertragen oder den Gepäckträger zu montieren und das Motorrad reisefertig zu machen. Die Auswahl der Klamotten und das Packen wird dann kurzfristig am Tag vor der Abfahrt getroffen, wenn eine einigermaßen verlässliche Wettervorhersage verfügbar ist. Für eine Woche ist das generell ja überschaubar und sollte schnell erledigt sein...