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Taschengeld...
Lesen, Schreiben, Rechnen, Schweigen
Wer hätte sich als Kind der 80er und als Teil der Jugend der 90er träumen lassen, dass wir die Jahrhunderte wiederholen müssen und alles, was die Menschheit längst hatte. Alles, dessen wir uns längst sicher oder längst überdrüssig sein könnten. Ich meine die halbe Wissenschafts- und Geistesgeschichte. Was ist Wahrheit und was Wirklichkeit? Ist die Erde eine Scheibe? Ist etwa der Mond nicht da, wenn wir nicht hinsehen? Und sind nicht letztlich die Juden schuld an allem? Und gibt uns unser Glaube an Gott nicht das Recht so gewalttätig zu sein, wie wir glauben wollen das Gott will, wie gewalttätig wir sein sollen? Ich hätte nie geahnt, dass wir so tief in ein neues Zeitalter des Irrationalismus und der Ignoranz fallen würden. Nicht im 21. Jahrhundert. Aber es ist so. Wir sind derart privilegiert, dass wir selbst unfreiwillig das Lesen, Schreiben und Rechnen erlernen würden noch bevor wir uns fortpflanzen können. Und was machen wir mit diesen Privilegien? Wir schauen RTL, lesen die BILD und schreiben YouTube-Kommentare. Und diese kurze Aufzählung ließe sich fast beliebig um weitere Medien, Ideologien, Verschwörungstheorien und dergleichen erweitern. Also kurz: Wir benutzen das Lesen, um uns der Wissenschaft zu entledigen. Wir benutzen das Schreiben, um uns unseres Geistes zu entledigen. Und wir benutzen das Rechnen um unseren Selbstwert durch den Kontostand zu ersetzen. Vor über sechs Jahren startete dieser Blog mit der Frage, was man tut, wenn man weder reden noch schweigen kann. Schreiben war meine Antwort. Wobei es mir da zunächst nur um meinen persönlichen Kram ging. Heute habe ich meistens keine Lust mehr mich schriftlich oder mündlich zu äußern. Reden und schreiben erscheinen mir oft sinnlos. Es fühlt sich so an, als könne ich mich, anstatt mich mit Menschen auszutauschen, ebenso gut mit einer leeren Shampoo-Flasche über das Qualia-Problem unterhalten. Ich schätze das spiegelt sich auch in meiner Inaktivität auf Tumblr nieder. Meistens ziehe ich mich in meine kleine Nische des Lebens zurück und versuche den Wahnsinn da draußen Wahnsinn sein zu lassen. Alle Angebote zu helfen, ein Heilmittel gegen den Wahnsinn zu finden, werden eh meistens lautstark bis gewalttätig ausgeschlagen. So lernt man nach Lesen, Schreiben und Rechnen also schließlich das Schweigen. Und doch weiß ich: Schweigen ist keine Option...
Wie im Märchen, fast.
Jedes Mal, wenn das Telefon klingelt, rechnest Du mit dem Schlimmsten.

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„Du hast zehn Kekse. Jemand fragt dich nach zwei Keksen. Wie viele Kekse hast du dann noch?" „Zehn!“
Die unerträgliche Endlichkeit des Blogs
Ich kann nicht ewig alle zwei Tage ein Bild posten. Ich hab das mal ausgerechnet. Meine Bilder sind quadratisch und haben im Schnitt 3000 Pixel Kantenlänge, macht 9 Mio Pixel. Jedes dieser Pixel kann, RGB-Farbraum mit 256 bit vorausgesetzt, ca. 16,7 Mio mögliche Farben darstellen. Es gibt also theoretisch lediglich etwa 150 Billionen Möglichkeiten eines Bildes dieses Formats. (Das o.a. Foto zeigt eine dieser 150 Billionen Möglichkeiten.) Streng genommen müsste man solche Bilder abziehen, die langweilig, unästhetisch oder unanständig sind. Aber gut, nehmen wir mal die 150 Billionen und teilen sie durch 365/2 Tage, macht 827 Milliarden Jahre. Also: spätestens dann ist Schluss. Wahrscheinlich eher, denn schließlich muss mir auch zu jedem Bild ein Text einfallen.
Das war keineswegs Abfall, sondern sogenannte Zähl- und Legestäbchen vom VEB Robotron. Man konnte natürlich kreativ Bilder legen, aber es gab auch ein System mit den bunten Plastestäben zu rechnen. This was by no means rubbish, but so-called counting and laying sticks (please pardon this translation - do you know the correct term?) made by VEB Robotron. One could creatively lay pictures, but there was also a system to calcualte with the coloured pastic sticks. #ddrmuseum #ddrgram #instamuseum #instacollection #ddr #gdr #museum #berlin #veb #robotron #rechnen #stick #sticks #vintage #plaste #plastik /mg (hier: DDR Museum)