AUS DER SCHATZKAMMER DES TAUNUS
Das, was bei Hobby-Mineralogen unter dem Begriff „Taunus-Achat“ im Umlauf ist und man auf entsprechenden Webseiten unter diesem Suchbegriff auch findet, ist kein echter Achat, und kommt an Qualität nicht an die Achate aus Rheinhessen und Idar-Oberstein heran. Trotzdem ist man als Sammler natürlich froh, wenn man auf dem Spaziergang auf ein solches Exemplar trifft. Das, was hier vom Abendlicht angestrahlt wird, ist ein grobkristalliner pseudomorphoser Quarz, wie man ihn in vielen Quarzgängen des Vorder- und Hintertaunus antrifft.
Ein umgewandeltes, sprich versteinertes Konglomerat aus unterschiedlichen Mineralien, unter anderem Schwerspat, Lehm, Eisenerz und anderen Beimengungen. Angeschliffen sehen diese Brocken, wegen ihrer Bänder und Maserungen, dann tatsächlich wie Achate aus. Da sie jedoch aus vielen Einzelkristallen bestehen – nicht wie Achat aus opaker Masse – lassen sie sich dementsprechend schwerer auf Hochglanz polieren. So einen Brocken anzuschleifen ist eine ganz schöne Schaffe, denn die Härte ist ähnlich wie beim Achat 7. Ich nehme dafür immer handelsübliche Schleifsteine aus dem Künstlerbedarfsladen oder Baumarkt, sowie feines Schleifpulver, dass mir ein Mineraloge mal überlassen hat.
Den letzten Glanz bekommt der Taunusachat von seinem echten Kollegen. Ich habe vor Jahrzehnten rund um Idar-Oberstein angeschliffene Achatbruchstücke gesammelt, die damals als „Abfälle“ zu duzenden auf den Feldern lagen. Diese „Werkzeuge“ bilden den Abschluss. Spätestens wenn ich das Spiegelbild der Glühbirne im Stein sehe, beende ich meine Arbeit. Natürlich kann sich meine Hobby-Schleiferei nicht mit den Profis in Idar-Oberstein messen. Es ist eher wie Meditation. Die „Arbeit am rauen Stein“. Die Beschäftigung mit einem Stück Natur, dass schon 50 Millionen Jahre vor mir, da war. Ich schließe mit dem Stein Freundschaft….










