Die Preisstufen für die Apple-Watch sind ein schönes Beispiel für Preispolitik. Was haben sich die Leute nicht aufgeregt über die Preise der Watch Edition. 10.000$ und nördlich davon. Und ein anderes Armband nochmal 7.000$ verrückt.
Tatsächlich ist es aber so: Menschen nehmen Preise sehr subjektiv wahr. Diese Wahrnehmung ist natürlich abhängig vom Einkommen, aber auch von Werten, Prioritäten, sonstigem Einkaufsverhalten, etc. Nun kommt Apple und verlangt für die exakt gleiche Uhr, ok in Gold aber technisch identisch, mehr als das 20fache der einfachen "Aluminium"-Uhr. Was vermittelt das dem Kunden: er bekommt eine günstige Version der Uhr schon ab 400€ und muss nicht 10.000 € bezahlen. Wie es einst Andy Warhol (sinngemäß) sagte: das tolle an Coca-Cola® ist, dass jeder der eine Dose Cola® in der Hand hält exakt das gleiche Produkt nutzt wie jeder Milliardär der Cola trinkt.
Was lehrt uns das als Kunden? Es ist verführerisch Preise relativ zu ähnlichen Produkten zu bewerten. Jedes Unternehmen versucht Kunden so zu höheren Rechnungsbeträgen zu verleiten: es gibt ein sehr günstiges Produkt, das nur dem Marketing dient ("sehr günstig, ab 9,99€"), ein sehr hochpreisiges, das "Luxus" signalisieren soll und entsprechend auch nur in kleinen Stückzahlen verfügbar ist. Und eben die Preisstufe, zu der bitte die meisten kaufen sollen: das in der Mitte. In unserem Fall die "Apple Watch" ab 649€. Besser ist es, sich das verfügbare Budget zu überlegen, gemessen an den eigenen Prioritäten, Gewohnheiten und Möglichkeiten und dann zu entscheiden.
Und noch etwas zum Luxus-Preis: entscheidend ist gar nicht so sehr, wie hoch der Preis ist. Dieses Produkt richtet sich sowieso an Menschen, für die 20.000 € eher keine ungewöhnliche Ausgabe sind. Viel entscheidender ist, was mit diesem Produkt ausgedrückt werden kann, sozusagen was in Folge oder durch dieses Produkt so alles die Pipeline runter kommt.