27.1.2021
Selbsterkenntnis beim Rauchmelder
Ein Handwerker kommt, es piepst schrill, es wird laut gebohrhĂ€mmert und die Katzen verkriechen sich: Im Plattenbau werden die Rauchmelder ausgetauscht. Bemerkenswert ist, dass in einem Zeitalter der Miniaturisierung die neuen Melder viel gröĂer sind als die alten, nĂ€mlich etwa doppelt so groĂ im Durchmesser und auch deutlich tiefer. Warum ist das so? Die Bedienungsanleitung, die mir der Handwerker in die Hand drĂŒckt, bestĂ€tigt meine Vermutung: Es handelt sich um Rauchmelder, die sich selbst kontrollieren (»Komplette Ferninspektion gemÀà DIN 14676-1«). Von so etwas hatte ich vor bestimmt zehn Jahren schon einmal im Technikteil der FAZ gelesen. Die Melder können alle möglichen Diagnosedaten ĂŒber sich selber nach drauĂen funken â sie ĂŒberprĂŒfen sogar selbsttĂ€tig, ob das PiepsgerĂ€usch noch geht (das wird bestimmt gruselig), und kontrollieren die Hindernisfreiheit um sich selbst herum mit Ultraschall oder Ăhnlichem. Ich glaube, sie saugen zum Selbsttest auch Luft ein, um zu prĂŒfen, ob die Einlassschlitze frei sind.
Nachdem die Heizungs- und Wasserableser schon seit Jahren durch Funksensoren und Repeater auf dem Hausflur ersetzt wurden, kommen jetzt also auch die jÀhrlichen Rauchmelderinspekteure nicht mehr. Die Batterie hÀlt zehn Jahre. Das einzige, was in unserer Wohnung jetzt noch ab und zu inspiziert werden muss, ist unser privater Feuerlöscher, und ich wette, da gibt es bei der Industrie bestimmt auch schon Fernwartungslösungen.
(Matthias Warkus)













