Tage des offenen Ateliers
Wie seit über 30 Jahren, fanden auch heuer im Oktober in Oberösterreich wieder die Tage des offenen Ateliers statt. Und wie jedes Jahr, besuchte ich meine Lieblingskünstler in und um Steyr.
Am Samstag, dem 21.10.2017 war ich bei Gottfried Rogner in Dietach zu Gast. Der 1950 im Bezirk Freistadt geborene Künstler, beschäftigte sich schon in seiner Jugend mit den unterschiedlichen künstlerischen Stilrichtungen und ist seit rund 20 Jahren professionell als Künstler tätig. Unter seinen Werken finden sich Aquarelle, Acryl- und Ölbilder, aber auch Tusche-, Bleistift- und Kreidezeichnungen. Die Bilder sind überwiegend von Landschaften geprägt, aber auch Mensch und Technik finden sich in seinen Motiven wieder.
Die Werke von vier weiteren Künstlern bestaunte ich am Sonntag. Meine Tour begann im neuen Gemeinschaftsatelier von Ottilie Grossmayer und Josef Prieler im Steyrer Mehlgraben. Frau Grossmayer zählt zu meinen absoluten Lieblingskünstlerinnen und ich bewundere ihre kreativen Kompositionen und ihr grafisches Talent. Die gebürtige Gmundnerin erlangte 1986 ihr Diplom an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung, stellt ihre Bilder seit 1991 in verschiedensten Galerien aus und erhielt bereits mehrere Auslandsstipendien. Ihre Motive bereitet die Künstlerin am Computer auf, setzt sie im Siebdruck um und bearbeitet sie malerisch weiter. Das Thema Weiblichkeit sowie die Auseinandersetzung mit Sprache und Doppeldeutigkeit spielen eine große Rolle in ihrem Schaffen.
Ihr Partner Josef Prieler, geboren 1962 in Seitenstetten, schloss 1986 das Studium an der Kunsthochschule in Linz ab und bildete sich anschließend in den Bereichen Keramik, Siebdruck und Objektkunst weiter. Seine Arbeiten bestehen oft aus Mischtechniken und behandeln Themen wie technische Strukturen, Vernetzungen und organisch amorphe Gebilde. Auch er bearbeitet eigene Fotografien oder Motive aus dem Internet zuerst am Computer und verfremdet somit das Ausgangsmaterial. Mittels vielschichtiger Übermalungen verbindet er unterschiedliche Bildteile formal miteinander und erzielt mit einer Schablone mehrere verschiedene Ergebnisse. Seine Arbeiten sollen vom Betrachter selbst assoziiert werden und bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Realem und Abstraktem.
Meine nächste Station war die Ausstellung “Zum 80er” von Heribert Mader im Schloss Lamberg. Der Steyrer Künstler zählt zu den besten Aquarellisten der Gegenwart, ist Kunstlehrer und Pionier, was seinen erfolgreichen Einsatz für die Erhaltung des Wehrgrabens betrifft. Bis 1974 rein figurativ arbeitend, kam er dadurch zum Landschafts- und Städtebild. Dies fand bei den Galerien so großen Anklang, dass er bis heute dabei blieb. Seine Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland. Heribert Mader, den der Steyrer Kunstverein mit der Ausstellung zum 80. Geburtstag würdigt, lebt und arbeitet in Wien und Hinterbrühl.
Zum Abschluss meiner Kunst-Tour besuchte ich Edgar Holzknecht, ebenfalls einer meiner unangefochtenen Lieblingsmaler. Der freischaffende Künstler wurde 1962 in Salzburg geboren, studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für Gestaltung in Linz und lebt und arbeitet in Garsten. Seine Werke beschäftigen sich mit den Themen Landschaft, Figur, Pflanze und Bauwerk. Dabei dient ihm immer sinnlich und unmittelbar Erlebtes als Inspiration. Gesehenes und Empfundenes re-konstruiert er als Gratwanderung zwischen Gegenständlichem und Abstraktem, indem er Farbschichten, Linien und Flächen in- und übereinanderlegt. Seine Werke gleichen musikalischen Kompositionen, sie vermitteln gleichzeitig Tiefe und Leichtigkeit und weisen eine hohe poetische Qualität auf. Ich persönlich würde am liebsten in seine Bilder eintauchen – die wunderbar harmonisch abgestimmten Farben sind eine Wohltat für Auge und Seele.
Wer nun Lust bekommen hat, mehr von diesen und anderen Künstlern und Künstlerinnen aus Oberösterreich zu sehen, hat nächstes Jahr bei den Tagen des offenen Ateliers wieder die Gelegenheit, sich selbst “ein Bild zu machen”. Bis dahin wünsche ich euch ein aufmerksames Auge für die vielen Kunstwerke, die uns tagtäglich umgeben.














