Es kommt mir vor, als hätte wir alle gestern noch an meinem Gartentisch gesessen und haben über solche Dinge gelacht, die in den letzten Jahren passiert sind. In diesen Momenten habe ich niemals einen Gedanken daran verschwendet, dich irgendwann an deinem Grab besuchen zu müssen. Eher umgekehrt. Mein Freund, es sind vier Jahre ohne dich vergangen. Vier Jahre in denen ich so vieles dazu gelernt habe, mir deine Worte ans Herz gelegt habe. Ich komme dich wieder regelmäßiger besuchen. Ich bin wieder stabil, ich habe mich selber wiedergefunden. Gestern war ich mit S. bei dir. Wir haben dir dein Grab hergerichtet und Kerzen angezündet. Dann saßen wir auf deinem kalten Stein und ich fing an in Erinnerungen zu graben. Ich erzählte ihr, wie wir jeden Sommer Fußball spielten. Wie du meine Art geliebt hast, diese Jungenart. Ich habe mich selber dabei ertappt, dass es nie einfacher geworden ist, mit deinem Tod zurecht zu kommen. R, du fehlst mir an manchen Tagen sehr. Vor allem, wenn die Sommertage einbrechen und ich an die Orte gehe, wo wir alle immer saßen. Du hast sehr viel verpasst. Ich hoffe jedenfalls, dass du von dort oben aus der ersten Reihe, alles gesehen hast. Du sollst wissen, ich habe dich nicht vergessen. Und das werde ich auch nie tun. Solange ich lebe, lebst du auch.