Vorher einbringen oder nachher kritisieren?
Stellen wir uns mal vor, dass sich in die Stadtpolitik einbringende Bürgerinnen und Bürger regelmäßig die eine Woche vor den Ausschuss- und Stadtratssitzungen veröffentlichten Tagesordnungen anschauen und ihre Ideen und Gedanken zu einzelnen Punkten den Stadträten ihres Vertrauens vor der Sitzung vermitteln oder vorschlagen.
Das klingt für mich weitaus vielversprechender für da Finden von für Starnberg guten Lösungen als nach den getroffenen Entscheidungen irgendwo wieder zu lesen, dass man anders hätte entscheiden sollen.
Die Stadträte entscheiden - ich behaupte mal - immer auf der Basis der ihnen zur Verfügung stehenden Informationen, Ideen und Anregungen ganz gleich, woher die jeweilige Information, Idee oder Anregung stammt. Je mehr Ideen und Anregungen aus der Bürgerschaft kommen, desto mehr Aspekte können beim Abwägen von den bestehenden Möglichkeiten bei der Entscheidung berücksichtigt werden.
Im Prinzip ist das wie bei jeder Wahl. Wenn ich nicht gewählt habe, werde ich garantiert(!) von denen "regiert", die ich nicht gewählt habe. Wenn ich gewählt habe, besteht zumindest eine Chance, dass ich von denen "regiert" werde, die ich auch gewählt habe. Wenn ich meine Idee/Anregung keinem mitteile, bleibt sie sehr wahrscheinlich unberücksichtigt. Im anderen Fall kann ich zumindest davon ausgehen, dass man über meine Idee/Anregung bei der Entscheidungsfindung nachgedacht hat.