Das Leben ist lebendig. Erst Leben und dann Ende.

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Das Leben ist lebendig. Erst Leben und dann Ende.

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Ich habe in den Therapien gelernt, die Ellbogen auszufahren. „Denk an dich“, haben sie gesagt. „Nimm dir deinen Raum.“ Jetzt stehe ich hier, bereit, diesen Schritt zu gehen und starre fassungslos auf den unbezahlbaren Preis, den ich dafür zahlen soll.
​Es gab keinen Plan, keine Absicht, nicht einmal ein leises Kokettieren mit dem Chaos. Und doch trat dieser fremde Mensch in mein Leben und riss mein mühsam betoniertes Fundament mit einer einzigen Bewegung ein. Er hat etwas in mir freigelegt, das ich vor Ewigkeiten tief in mir vergraben, zubetoniert und für tot erklärt hatte.
​Es ist eine surreale, fast beängstigende Wucht, die über mich hereinbricht. Ungebeten. Ungewollt. Und doch absolut unaufhaltsam.
​In den Therapiesitzungen saß ich meistens nur meine Zeit ab,stumm, innerlich weit weg, völlig „out of tune“. Ich hatte keine Nerven für das theoretische Gerede, während in mir der Sturm tobte. Meine Rüstung war mein Meisterwerk, über Jahre hinweg millimetergenau maßgeschneidert, eine zweite Haut aus kaltem Stahl. Sie hielt jedem Schlag stand, blockte jeden Schmerz ab, funktionierte perfekt. Aber auf diesen einen Angriff war sie nicht vorbereitet. Denn dieser Mensch kam nicht mit roher Gewalt. Er hat nicht versucht, meine Rüstung zu zertrümmern.... dieser Mensch hat einfach nur ganz leise den Verschluss geöffnet.
​Jetzt stehe ich im brutalsten Spagat meines Lebens. Auf der einen Seite dieser Mensch, der mich mit einer unbeschreiblichen Leichtigkeit aus meinem Panzer schält. Auf der anderen Seite der Mensch, für den ich meine Rüstung noch dicker, noch undurchdringlicher machen muss, um das Geheimnis zu wahren.
​Der eine weckt das schmerzhaft lebendige Flackern in mir. Er rüttelt an Sehnsüchten, die wehtun, entfacht ein hungriges Verlangen, eine wilde Begierde, und blickt so tief in meine Seele, dass es mich schaudert. Niemand hat mich je so nackt gesehen.
​Ich fühle mich vor diesem Fremden völlig schutzlos, absolut preisgegeben. Da ist kein Blatt, kein Schatten, hinter dem ich mich noch verstecken könnte.
​Doch was ist daran eigentlich falsch?
​Es ist die Bindung. Die Loyalität. Der Partner, der zu Hause wartet.
Der Preis dafür, endlich wieder Atem in den Lungen zu spüren, ist ein Flächenbrand. Er legt ganze Welten in Schutt und Asche. Und der Preis zu bleiben? Der verbrennt mich selbst bei lebendigem Leib von innen heraus. Was ist das eigene Leben wert, wenn man das Glück eines anderen Menschen dafür opfern, vielleicht gänzlich vernichten muss?
​Jeder Schritt auf dieser Rasierklinge ist ein Tanz mit dem Abgrund. Ein einziger Fehltritt, und die Narben werden hässlich, tief und dauerhaft sein. Wenn die wichtigste Lektion meines Lebens sein sollte, endlich an mich selbst zu denken, warum fühlt sich die Umsetzung dann plötzlich an wie ein Verbrechen?
​Ist Selbstfürsorge ein Preisschild, das meine Existenz ruiniert, oder ist es der einzige Weg zurück ins echte Leben? Eine einfache Antwort gibt es nicht. Denn das Leben lässt sich nicht kalkulieren, sein einziger Wert liegt im mutigen, oft schmerzvollen Akt des Lebendigseins.
​Ich zermartere mir den Kopf, suche verzweifelt nach einem Ausweg, und drehe mich doch nur im Kreis: Was richte ich mit diesem Feuer in meinem Herzen bei meinem Partner an? Und warum frage ich mich das, statt mich endlich zu fragen: Wie fange ich an zu leben?
​Ist es nicht die reinste Tragödie, ein sterbendes Leben weiterzuspielen, während da draußen jemand existiert, der wie ein Spiegel meiner wahrsten Seele wirkt?
​Sind wir verdammt dazu, uns für das Glück der anderen aufzuopfern? Ist unser eigenes Dasein am Ende doch nur zweitrangig, wenn der Preis für ein Stück echtes Leben zu hoch ist?
​Aber diese Fragen atme ich nur lautlos aus.
Das bleibt aber unter uns und wird nie ausgesprochen.
Bitte, lass mich das wieder spĂĽren. Es ist alles, was ich seit Jahren wollte. Eine VerknĂĽpfung zu meinem Herzen, es lebt.
💗 Beautiful 🌍 #earth #waterfall #nature #regenbogen #umbrella #butterfly...
Ich will dir einen Funken Hoffnung geben, du legst ihn gleich aus der Hand
Wenn du dich weiter nur versteckst und heimlich deine Wunden leckst
Dann wirst du auch niemals wissen, wer du bist
Wenn du das Feuer nicht mehr spĂĽrst und dich im Nirgendwo verlierst
Dann findest du auch niemals das, was du vermisst [...]
Wenn du gewinnen willst, dann lauf
Gib deine Träume niemals auf
Das Leben wartet nicht auf dich, es wartet nicht auf dich
Was hält dich auf, wer hält dich fest?
Wenn du dich weiter treiben lässt, dich immer wieder auf die falsche Seite schlägst
Hast du vergessen, wie es ist, wenn dich der Lebenshunger frisst
Wenn du den Sturm in deinem Herzen nicht erträgst [...]
Frag dich, was du vermisst
Tauch tief in dich hinein, als wär's dein letzter Tag
Die Zeit läuft uns davon, warum verstehst du nicht?
Dein Leben wartet nicht auf dich
Eisbrecher - Das Leben wartet nicht

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Wer wird sich erinnern?
Wer wird sich an mich erinnern?
Wenn ich weg bin und nur noch mein Name beweist das ich einst da war.
Sag, wer wird von mir erzählen?
Und wann wird man das letzte Mal von mir sprechen?
Wer wird dabei lächeln, wenn er an mich denkt?
Und wer wird daran zerbrechen?
Wer wird mich besuchen kommen und sich zu mir ans Grab setzen?
Und wer wird einer der letzten sein bevor sie alle mich vergessen?
 Was werde ich hinterlassen?
Wie schnell werden meine Taten nach und nach verblassen?
Und werde ich davor noch etwas GroĂźes schaffen?
Oder es dabei belassen, genug Menschen zu haben um sich darauf zu verlassen?
Das einer sich erinnern wird.
Und meine Geschichte noch lange danach weitergegeben wird.
Damit meine Person nicht an Lebendigkeit verliert.
Wie kann es sein, dass die Lebendigkeit der Zeit von einer Hoffnung und einem Warten abhängt, dessen Vergeblichkeit man kennt.
Pascal Mercier: “Das Gewicht der Worte”, S.161