Dorfschule in Franken um 1910 - gesehen im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen
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Dorfschule in Franken um 1910 - gesehen im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen

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Dezember 2019
Tafeln fĂĽr alles
Die Kinder haben ihre Publishing Parties. Dazu werden wir Eltern in die Schule in der Upper West Side von Manhattan eingeladen; die Kinder stellen in ihren Klassenzimmern die Projekte aus, an denen sie in den letzten Wochen gearbeitet haben.
Mir fällt auf, dass in beiden Klassenzimmern (erste Klasse und vierte Klasse) inzwischen keine Kreidetafeln oder Whiteboards mehr an der Wand hängen, sondern große Bildschirme, auf denen man schreiben kann. Was mich noch mehr verwundert, ist die Selbstverständlichkeit, mit der sie da hängen. Sie wirken sehr robust, als könnte da auch mal ein Fussball dagegen fliegen.
Schreiben tut man offenbar mit einem Spezialstift, der auf einem Bord unter der Tafel liegt. Dort gibt es auch einen elektronischen »Schwamm«, wohl eine Art Mikrofaser-Pad, zum Wegwischen. Wie ich später auf der Webseite des Herstellers sehe, kann man aber auch mit dem Finger schreiben und mit der flachen Hand wegwischen.
Auf den Tafeln kann man »alles« machen, sagen die Kinder. Malen, Schreiben, Filme gucken, Googeln.
Ich möchte wissen, wie selbstverständlich die Tafeln schon für sie sind, und frage meine Kinder darum, wie sie die Tafeln nennen. Die Wörter blackboard (für Kreidetafel) und whiteboard (für Filzschreibertafel) sind ja schon vergeben. Promethean Board sagt mein Sohn in der ersten Klasse dazu, also eine Konstruktion mit dem Namen der Herstellerfirma. Promethean Board sagt auch meine Tochter in der vierten Klasse, aber sie haben die Tafel auch schon umgetauft: Promethea. Und mit vollem Namen: Promethea Galaxina.
(André Spiegel)
2010 und 2020
Zurück auf die Schulbank, mit tableau numérique
Il y a 10 ans, äh, es ist zehn Jahre her, dass ich mein Schulfranzösisch am Institut Français in Berlin aufgefrischt habe, der vom französischen Staat finanzierten Weiterbildungseinrichtung (analog zu den deutschen Goethe-Instituten in aller Welt). Nach einer Dekade und zunehmender Bedeutung französischer Medien für meine Arbeit ist es deshalb an der Zeit, die längst  wieder verschütteten Kenntnisse von Imparfait und Subjonctive und so mal wieder auf einen akzeptablen Stand zu bringen.
Im Klassenzimmer im Maison de France am Ku’damm erlebe ich im Zeitsprung, was sich in den vergangenen zehn Jahren in der Technik der (Erwachsenen)Bildung getan hat. Nicht nur die Smartphones der Schüler, pardon, Kursteilnehmer gab es 2010 praktisch nicht – die Medien, die den Unterricht prägen, sind völlig andere als damals.
Fotokopiertes Unterrichtsmaterial? Gibt es noch, aber nur dann, wenn für eine Übung schriftlich die grammatisch korrekte Form ergänzt werden muss. Und die Medien, die Alltagssprache vermitteln sollen, sind nicht wie vor zehn Jahren die Bandes Dessinées, die französisch(sprachig)en Comicausgaben mit ihren berühmten Helden. Sondern Videos auf YouTube.
Zentrales Hilfsmittel für alle Medien, und das ist das eigentlich Neue, ist die große digitale Tafel, das tableau numérique. Eine weiße Wandtafel, auf der Texte erscheinen, auf der die Kursleiterin handschriftlich Eintragungen machen kann, und auf der natürlich auch die Videoclips gezeigt werden.
Ich frage mich, ob das die gleiche Technik ist, mit der auch die Schulkinder in New York lernen – und stelle bei genauerer Betrachtung fest, dass ein tableau numérique im Institut Français grundlegend anders technisch aufgebaut ist. Die weiße Tafel an der Wand ist erst mal nur das: eine weiße Tafel. Und kein (interaktiver) großer Computer-Bildschirm.
Texte und Filme kommen auf diese weiĂźe Tafel ĂĽber einen oberhalb angebrachten Projektor, der mit einem Computer verbunden ist. Aber wie kommen die handschriftlichen Notizen der Lehrerin an der Wandtafel auf den Rechner? SchlieĂźlich kann sie ihre Handschrift per Klick in einen computergenerierten Text umwandeln, auf der Wand verschieben und das Endprodukt - als pdf-Datei - speichern und anschlieĂźend den Kursteilnehmern zumailen.
Neugierig untersuche ich nach dem Kurs die Tafel genauer. Wie die Daten auf dem Rechner landen, ist auch der Kursleiterin nicht so recht klar – der Projektor oben drüber ist offensichtlich nicht mehr als das: ein Projektor, der den Bildschirm des angeschlossenen Computers auf die Tafel projiziert und mehr nicht. Aber wie werden die handschriftlichen Anmerkungen erfasst?
Der Leiter eines anderen Kurses, der zufällig vorbeischaut, klärt uns auf: In jeder Ecke der weißen, umrandeten Tafel ist eine kleine Kamera eingebaut. Die vier Kameras erfassen die Bewegungen auf der Tafel, und zwar so genau, dass sowohl die Schrift als auch Gesten zur Bedienung erkannt werden.
Ein anderer Kursteilnehmer und ich wollen das nicht so recht glauben und schatten mit den Händen die Objektive links und rechts, oben und unten ab. In der Tat, plötzlich werden unsere Eingaben auf der Tafel nicht mehr erkannt.  Direkt danach stĂĽrzt der Computer ab.Â
(Wie die Achtjährigen, sagt die Kursleiterin später mit nachsichtigem Humor. Der Rechner lässt sich dann aber wieder neu starten, und alle Notizen des heutigen Kurstages sind auch noch da.)Â
(Thomas Wiegold)
August 2019
Das Smartboard in der Schule
“Ich wollte der Klasse auf dem Smartboard ein Lernvideo von YouTube zeigen, und weil das ja immer schwierig ist mit der Technik bei uns, hab ich das extra in der Pause ausprobiert, und da ging das. Da war der Ton aber so laut, und ich hab den Ton etwas leiser gemacht. Und nach der Pause, als dann die Schüler da waren, hab ich das Video gestartet, aber da war dann gar kein Ton mehr da, und ich konnte den auch nicht wieder anmachen.
Und später wollte ich dann so ein Lernspiel von der Mathetiger-Seite starten, aber das ging wieder nicht, weil der Flash Player nicht ging. Du hast mir das ja schon mal gezeigt, wie ich auf meinem eigenen Laptop das mit dem Flash Player machen kann, dass der nicht mehr blockiert wird. Aber auf dem Smartboard ging das nicht, da sah das alles anders aus, als auf meinem Laptop. Da war auch in der Ecke rechts oben nicht dieses rote Kreuz, dass Flash blockiert sei. Ich hab dann einen Kollegen gefunden, der sich mit Computern auskennt, und der wollte das dann starten, aber dann stand da: "Flash wird demnächst installiert", und das stand da auch zwei Stunden später noch.”
(Erzählt von einer Lehrerin, aufgeschrieben von Molinarius)