Hl. Gregor von Nazianz
Bischof, Kirchenlehrer * um 330 in Arianzus bei Nazianz in Kappadokien (heute TĂŒrkei) â 25. Januar 390 in Arianzus Â
 Die Mutter Gregors war Nonna, eine Christin, durch deren Einfluss auch sein Vater Gregor der Ăltere, der spĂ€ter Bischof von Nazianz wurde, sich zum Christentum bekehrte.
Gregors Geschwister waren Caesarius und Gorgonia. Gregor erhielt wie sein Bruder eine ausgezeichnete Ausbildung, studierte in Caesarea in Kappadokien, wo er mit Basilius (Basilius der GroĂe, hl., Gedenktag ebenfalls 2.1., zusammen mit Gregor) bekannt wurde, weiter studierte er in Caesarea in PalĂ€stina, in Alexandria und schlieĂlich in Athen, wo er Basilius wiedertraf und ihre Freundschaft gefestigt wurde. ZurĂŒck in Nazianz - wahrscheinlich wurde er jetzt erst getauft - entschloss er sich, sein Leben fortan Gott zu weihen, obwohl ihm nun jede weltliche Karriere offengestanden hĂ€tte. Am liebsten hĂ€tte er sich als Asket in eine ferne Einsamkeit zurĂŒckgezogen, konnte dies jedoch aus FamilienrĂŒcksichten nicht verwirklichen.
Zusammen mit seinem Freund Basilius lebte er schlieĂlich in der Einsamkeit nicht weit von Nazianz ein Leben als Mönch, geistig und mit den HĂ€nden arbeitend. Nach seiner RĂŒckkehr nach Nazianz wurde er gegen seine Ăberzeugung, wahrscheinlich 361, von seinem Vater zum Priester geweiht, floh aber gleich darauf zunĂ€chst wieder in die Einsamkeit, bevor er sich seinen neuen Aufgaben stellte; noch heute berĂŒhmt ist seine Predigt ĂŒber das Priesteramt, die er damals hielt.
Basilius, inzwischen Metropolit von Kappadokien, brauchte Gregor in seinem Kampf gegen die arianischen Bischöfe (Arianismus ist die Glaubensrichtung, die die Gottheit Jesu Christi leugnet, sie war damals, durch verschiedene Kaiser begĂŒnstigt, sehr stark) und machte ihn zum Bischof des neuerrichteten Sitzes Sasima. Gregor entzog sich dem aber, trat dieses Amt nie an, dieser politische Zug passte ihm nicht. Da sein alter Vater ihn als Koadjutor in Nazianz sehr nötig hatte, widmete er sich dieser Pflicht sehr gewissenhaft; auch nachdem sein Vater gestorben war, blieb er noch zwei Jahre als Administrator tĂ€tig, weigerte sich aber strikt, selbst Bischof zu werden.
Sein groĂes Vermögen hatte er nach dem Tod seiner Eltern an die Armen verteilt und behielt nur ein kleines Landgut an seinem Geburtsort Arianzus. Konstantinopel war zu jener Zeit fast völlig in den HĂ€nden der Arianer. Der Rest der von der Verfolgung noch ĂŒbrigen Katholiken appellierte an Gregor, sich doch ihrer anzunehmen. Gregor kam, zögernd zunĂ€chst, und begann seine Mission in einem Privathaus, das er "Anastasia", einen Ort der Auferstehung des Glaubens, nannte.Â
Von Gregors heiligmĂ€Ăigem Leben, seiner tiefen theologischen Bildung und seiner Beredsamkeit angezogen, versammelten sich nicht nur glĂ€ubige Katholiken um ihn, sondern auch HĂ€retiker, und er konnte dem rechten Glauben viele zurĂŒckgewinnen. Auch der hl. Hieronymus (30.9.) war in dieser Zeit sein SchĂŒler und berichtet begeistert darĂŒber. Gregors Erfolge brachte die Arianer auf, Gregor wurde persönlich und handgreiflich attackiert. Um diese Zeit - im Jahr 380 - lieĂ sich Kaiser Theodosius katholisch taufen und wollte, dass Gregor Metropolit von Konstantinopel werde; im Beisein des Kaisers und unter Freudenbekundungen einer groĂen Menschenmenge wurde er in der Hagia Sophia als neuer Bischof prĂ€sentiert. Konstantinopel war dem rechten Glauben wiedergewonnen. Es war der Ort, wo Gregor seine TrinitĂ€tslehre entfaltete und seine bis heute gerĂŒhmten fĂŒnf sogenannten theologischen Reden hielt. Doch lange hielt es den sensiblen und eher zu geistigen und geistlichen HöhenflĂŒgen als zum tĂ€tigen öffentlichen Leben Begabten nicht auf seinem Bischofssitz. ZermĂŒrbt von Kirchenpolitik, Streitigkeiten und Intrigen, nach vergeblichen Versuchen, Frieden herzustellen, bat er um Entpflichtung und zog sich auf sein Landgut zurĂŒck, wo er seine Zeit dem Gebet, der Korrespondenz (fast alle seine 245 Briefe stammen aus dieser Zeit) sowie dem Verfassen meist geistlicher Gedichte widmete.
Gregor ist Kirchenlehrer, neben Basilius und Gregor von Nyssa einer der drei groĂen Kappadokier, und mit Basilius, Athanasius und Johannes Chrysostomus einer der vier griechischen KirchenvĂ€ter. âWĂ€ren nur alle darin mit mir einig, dass die unruhige GeschĂ€ftigkeit den Gemeinden nur schadet. Der Glaube geht in die BrĂŒche, wenn er als Deckmantel fĂŒr die ehrgeizige Rechthaberei der Einzelnen dienen muss.â (Gregor von Nazianz, Brief an Basilius)

















