Beim Stichwort “Entartete Kunst” fallen schlagartig die ikonischen Namen der Klassischen Moderne: Barlach, Ernst, Beckmann, Nolde, Dix, Klee, Grosz, Kirchner und Kandinsky sind die berühmten Namen, die immer wieder durch Ausstellungen, Seminare und Publikationen aufgerufen werden. Es steht vollkommen außer Frage, dass es sich um bedeutsame und großartige Künstler handelt; allerdings spiegeln diese wenigen Namen nur einen Bruchteil derer wider, die im NS-Staat als “entartet” stigmatisiert worden sind: Rabus, Lohse-Wächtler, Nagel, Feibusch und etwa 1600 andere Künstler zählen zur Reihe lange vergessener Künstler, die man in Museen und Lehrplänen meist vergeblich sucht. Allerdings sind sie in den letzten Jahrzehnten wiederentdeckt worden sind. In Kooperation mit dem Kallmann-Museum Ismaning und Studenten der LMU München werden Teile der Sammlung Gerhard Schneider erstmals in Bayern ausgestellt. Der Schwerpunkt des Projekts richtet sich auf die Kunststile und -richtungen, die besonders vom nur schwer greifbaren und widersinnigen Entartungsdiskurs des NS betroffen gewesen sind. Hierbei werden sowohl die bekannten Künstler als auch die bislang weniger bekannten vertreten sein, um zu zeigen, dass die vielen unbekannteren Arbeiten den zahlreich rezipierten in nichts nachstehen. Um die Komplexität des Themas zu verdeutlichen, werden neben den Kunstwerken selbst historische Dokumente ausgestellt, Lebensläufe von Künstlern/Künstlerinnen sowie politik- und kunstgeschichtliche Hintergründe beleuchtet.
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