Das Inferno des Verdauungsfeuers
In der ayurvedischen Lehre spielt das Verdauungsfeuer eine ganz besondere Rolle – es macht eine Aussage darüber, wie gut unser Körper die aufgenommene Nahrung (unabhängig ob gesund oder ungesund) in seine kleinsten Elemente zerlegen und dadurch verwerten kann. Damit hat das Ayurveda einen Zugang für jene Problematik gefunden, die viele Menschen der westlichen Zivilisation heutzutage Leiden bereitet (von der die Schulmedizin sich nur oberflächlich zuwendet), dem richtigen Maß an Magensäure.
Ein besonders unterschätztes du häufig falsch diagnostiziertes Problem liegt in diesem Zuwenig an Magensäure. Oft verwechseln Ärzte die Symptome von unzureichender Magensäure mit einer Übersäuerung des Magens. Hier sei noch einmal darauf hingewiesen, dass ich nicht von der allgemeinen Übersäuerung des Körpers, sondern lediglich von den Säften des Magens bzw. des Verdauungstraktes spreche. Der gesunde (ausgewachsene) Mensch produziert täglich etwa sechs Liter Verdauungssäfte in den Drüsen von Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse und Leber bzw. Galle. Die so genannte Magensäure Hydrochlorid verwandelt das Verdauungsenzym des Magens, das Pesinogen, in Pepsin um, welches vor allem für Zerlegung von Eiweiß in seine winzigen Aminosäureketten zuständig ist. Die abgebaute Nahrung wandert normalerweise vom Magen aus in den Zwölffinger- und Dünndarm, die sich den letzten Bestandteil dann in Form von Gallensäure und weiteren Enzymen der Bauchspeicheldrüse annehmen. Das Hydrochlorid ist somit ausschlaggebend, damit unser Körper Mineralien, Eiweiße und bestimmte Vitamine wie beispielsweise B12 aufnehmen kann. Dies führt langfristig zu verschiedenen Magen-Darm-Beschwerden, die in Zusammenhang mit einer ganzen Reihe von chronischen Krankheiten wie Krebs, Hautproblemen, Herz-Kreislaufstörungen, Polyarthritis und Depressionen stehen sollen. Andernfalls kann der Mangel solch lebenswichtiger Nährstoffe zum Stillstand unseres Metabolismus und der Immunfunktionen des Körpers führen. Zudem bildet die Magensäure eine wichtige Schutzbarriere in unsrem Organismus: Sie hält uns von Pilzen und anderem parasitärem Befall fern.
Mittlerweile bildet jeder zweite Erwachsene in den westlichen Ländern zu wenig Magensäure, was zu angenehmen Beschwerden wie Blähungen, Verstopfungen, Druck im Oberbauch, (Über-)Völlegefühl oder auch Sodbrennen besonders auffällig nach dem Verzehr von Eiweiß führen kann. Der Grund dafür liegt im Gärprozess des noch unverdauten Speisebreis, bei dem Alkohol und organische Säuren entstehen können. Mit kräftigen Kontraktionen versucht der Magen also den Mageninhalt mit der unzureichend vorhandenen Magensäure zu vermengen. Seine Wandmuskulatur drückt den Brei aus Gasen und Säuren auf den Mageneingang und somit zurück die Speiseröhre hinauf, was zu Sodbrennen führen kann. Viele der unverdauten Reste enden ebenso in (Eiweiß-)Speichern des Organismus, die andere Körperkanäle wie Blut- und Lymphbahnen blockieren können. Wir fühlen uns außerdem schlapp und antriebsgering, weil der Stoffwechsel wegen den zahlreichen inaktiven Stoffwechselenzymen verlangsamt wird. Es reißt sich auch ein weiterer Teufelkreis bei Sodbrennen los: Von Schulmedizinern wird Sodbrennen beliebter Weise mit einem Übermaß an Magensäure verwechselt. Viele Patienten bekommen deshalb Säureblocker oder auch basische Salze verschrieben, welche die wertvolle Hydrochloridsäure neutralisieren. Leider hat dies den gegenteiligen Effekt – der Magen verfügt über noch weniger Säure, die er selbstständig bilden kann. Der Zustand verschlimmert sich.
Um zur Normalität zurückkehren zu können lohnt es sich einmal von Spezialisten untersuchen zu lassen – schon die Einnahme von Verdauungshilfen, die Betain-Hydrochlorsäure enthalten, kann über einen bestimmten Raum Abhilfe schaffen.
Schließlich soll einem doch nicht so schnell Bauchschmerzen bereiten können! J












