Männer sind wie Schuhe.
Sie können uns größer und schöner wirken lassen, unsere po-
sitiven Seiten unterstreichen. Sie können uns bei Wind und
Wetter über Stock und Stein tragen. Sie können uns den Rü-
cken stärken, uns wunderbar wärmen und Halt geben. Sie
können solide sein, aus unverwüstlichem Material. Sie können
so kostbar sein, dass wir für sie auf vieles andere verzichten.
Oft wissen wir schon von Weitem, dass wir sie unbedingt be-
sitzen wollen. Oder wir sehen sie an einer anderen Frau und
könnten sie dafür erschießen. Andere sehen wir im Regal und
wissen, dass wir sie niemals haben können. Von ihnen träu-
men wir bis ans Ende unseres Lebens.
Manchmal sind sie uns eine Nummer zu groß, dann wirken
wir vergleichsweise plump. Wir riskieren ständig, sie zu verlie-
ren, versuchen, so würdevoll wie möglich damit auszusehen,
machen uns aber einfach nur lächerlich.
Andere sehen fantastisch aus, hinterlassen aber böse Spuren.
Doch trotz der Schmerzen gehen wir mit ihnen weiter: Weil
wir mit ihnen in der Öffentlichkeit gut dastehen. Weil wir ein-
fach keine Besseren finden oder weil wir sie nun mal an der
Hacke haben. Obwohl wir schon schlechte Erfahrungen mit
ihnen gemacht haben und die Wunden gerade erst verheilt
sind, kommen wir immer wieder in Versuchung, ihnen noch
eine Chance zu geben.