Die Wismarer Werft in Daten
27. April 1946 Die Werft wird durch 13 ehemalige Mitarbeiter der Stettiner Werft als Reparaturwerft in der Kopenhagener Straße gegründet. Sie untersteht dem Ministerium für Verteidigung der Sowjetunion.
3. Juni 1946 Das erste Reparaturobjekt, die „Iwan Susanin“, in der Werft.
15. Oktober 1946 Die Schiffsreparaturwerft untersteht jetzt dem sowjetischen Handelsministerium.
1. Januar 1947 Die Werft wird Eigentum des Landes Mecklenburg.
1. Juli 1947 Die Wismarer Waggonfabrik und die Bootswerft „Schröder und Schackow“ werden Betriebsteile der Wismarer Schiffsreparaturwerft.
29. Juli 1950 Eröffnung Betriebsambulatorium der Werft.
1. August 1950 Baubeginn der neuen Werft (MTW).
1. März 1951 Angliederung der seit 1941 in Wismar ansässigen Hanse-Werft und der Bootswerft von „Schröder und Schackow“ auf deren Gelände zur Schiffsreparaturwerft.
13. Oktober 1951 Umbenennung in VEB Mathias-Thesen-Werft Wismar.
1. Oktober 1953 Einweihung der Kabelkrananlage auf der MTW (Mathias-Thesen-Werft).
31. Dezember 1953 Die Werft hat bisher Reparationsleistungen von 232 Mio. DM an die Sowjetunion erbracht.
29. September 1956 Übergabe der Werft-Poliklinik an der Koggenoor an Dr. Walter Heller als ärztlichem Direktor.
4. Mai 1957 Übergabe des ehemaligen Fründts Hotel als MTW Klubhaus mit Restaurant an die MTW Werft.
28. November 1959 Kiellegung des FDGB Urlauberschiffes „Fritz Heckert“.
1. Juni 1990 Die Mathias-Thesen-Werft wird von der Treuhandgesellschaft in eine GmbH umgewandelt und gehört zur Deutschen Maschinen- und Schiffbau AG.
23. April 1991 Abriß der Kabelkrananlage und radikaler Umbau der Werft. Ausgliederung von Bereichen in selbständige Unternehmen.
8. November 1991 Die MTW gehört mit der Rostocker Neptunwerft und dem Dieselmotorenwerk Rostock zur Hanse-Holding.
1. Januar 1992 die „Mathias-Thesen-Werft“ wird in „Meerestechnik-Werft“ umbenannt, das Kürzel MTW bleibt bestehen.
26. Februar 1992 Die Wismarer Werft wird von der Belegschaft Morgens um 6 Uhr besetzt, um eine schnelle Entscheidung zur Privatisierung herbeizuführen. 3.100 Mitarbeiter beschäftigt die Werft derzeit.
· 27. Februar: Die Beschäftigten des Dieselmotorenwerk Rostock und die Belegschaft der Neptun-Werft schließen sich an und besetzen ebenfalls ihre Betriebe.
· 28. Februar: Bundesverkehrsminister Prof. Günter Krause besucht die Werft. Die Bürgerschaft der Hansestadt Wismar solidarisiert sich und tagt demonstrativ auf dem Werftgelände.
· 29. Februar: Es findet ein Autokorso von Rostock nach Wismar statt und in Wismar wird ein Tag der „Offenen Tür“ durchgeführt.
· 1. März: Ministerpräsident Alfred Gomolka ist aus den USA zurück und wird beim Besuch der Werft schon beim Pförtner zurück gewiesen. Er muss sich vor dem Tor mit Betriebsratsvorsitzenden Inge Pohlmann unterhalten.
· 2. März: In der Schweriner Koalition sorgen leichtfertige Äußerungen von Bundesverkehrsminister Günter Krause (ein Rücktritt Lehments wäre eine „richtige gute Idee“) zum Schicksal des FDP-Wirtschaftsministers Conrad-Michael Lehment für Verstimmung, die am 3. März beigelegt werden.
· 4. März: Ministerpräsident Alfred Gomolka (CDU) ist in Bonn bei Kanzler Helmut Kohl. Werftarbeiter marschieren vor das Schweriner Schloss zum Protest und Wirtschaftsminister Lehment versucht erfolglos, die Arbeiter zu beruhigen. Vor der Staatskanzlei wird eine ständige Mahnwache eingerichtet.
· 10. März: Die Treuhandgesellschaft in Berlin mit ihrer Leiterin Birgit Breuel, verkündet eine vorläufige Entscheidung.
· 11. März: Der Landtag von MV debattiert. Die Koalition aus CDU und FDP schließen sich dem Treuhandbeschluss an. Werftarbeiter verfolgen die Sitzung auf der Tribüne und vor dem Schloss.
· 14. März: Ministerpräsident Alfred Gomolka (CDU) tritt zurück.
· 17. März: Der Verwaltungsrat der Treuhandgesellschaft billigt die vorläufige Entscheidung für eine „Paketlösung“ mit dem Bremer Vulkan. Die Besetzung der Werft wird vorläufig aufgehoben
· 10. Dezember 1992 Die Belegschaft beschließt nach der endgültigen Klärung des Übergangs der MTW zum Bremer Vulkan das Ende der Werftbesetzung.
11. August 1992 Die „Meerestechnik Werft“ wird vom der „Bremer Vulkan Verbund AG“ übernommen.
24. Dezember 1992 Die EU-Kommission beschließt in Brüssel einem stattlichen Beihilfepakt für die Wismarer Werft zu. Damit werden 191,2 Mio DM Betriebsbeihilfe, 94,8 Mio DM Investitionsbeihilfe und 18 Mio DM Schließungsbeihilfe genehmigt. Die Voraussetzung einer umfassenden Umstrukturierung der Wismarer Werft.
23. April 1994 20.000 Menschen demonstrieren in Wismar für den Erhalt des Werftstandortes.
15. November 1994 Grundsteinlegung für die „Kompaktwerft 2000“ mit Dockhalle durch Ministerpräsident Dr. Berndt Seite.
6. Dezember 1997 354. und letzter Stapellauf mit der „Merkur Tide“.
21. Februar 1996 Die Bremer Vulkan AG meldet Insolvenz an und bringt den Wismarer Schiffbau in Schwierigkeiten.
1. März 1998 Der norwegische Aker-Konzern übernimmt die MTW Schiffswerft GmbH und benennt sie in „Aker MTW Werft GmbH“ um.
28. Oktober 1998 Fertigstellung der Kompaktwerft mit Dockhalle (600 Mio. DM Investitionen). Grundsteinlegung erfolgt am 15.11.1994. Die Halle ist 72 m hoch, 155 m breit und über 395 m lang.
29. Juli 2008 Die russische Investmentfirma FLC West übernimmt 70 Prozent der Anteile.
22. September 2008 Die FLC West informiert, dass der Russe Andre Burlakow die Geschäftsführung der nunmehr „WADAN Yards GmbH“ übernimmt. Die Transaktion trat rückwirkend zum 1. Januar 2008 in Kraft.
5. Juni 2009 Die Wadan Yards GmbH meldet Insolvenz an.
15. August 2009 Der Russe Witali Jussusof kauft die Werft und benennt sie in „Nordic Yards Wismar GmbH“ um.
2. März 2016 Die malaysische Genting-Gruppe übernimmt die ehemaligen Nordic-Yards-Werften in Wismar, Rostock und Stralsund für 230 Millionen Euro. Hier sollen zukünftig Kreuzfahrtschiffe gebaut werden.
· Ostsee-Zeitung vom 2.3.2016 Sie sind verkauft: Die Werften in Rostock, Stralsund und Wismar haben einen neuen Besitzer. Die Genting Gruppe mit Sitz in Malaysia hat alle drei Standorte für insgesamt 230,6 Millionen Euro gekauft, um den Bau neuer Kreuzfahrtschiffe sicherzustellen.
„Das rasche Wachstum der Welt Kreuzfahrtindustrie, vor allem in China, hat bei unseren Buchungen zu Rekordwerten geführt“, sagt Tan Sri Lim Kok Thay von Genting Hong Kong. Um sicherzustellen, dass das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren seine Flotte zeitnah und kostengünstig aufbauen kann, seien die bislang in Werften in MV gekauft worden.
Die drei Werften waren russischer Hand. In den jüngsten Tagen hatte sich der mögliche Verkauf bereits abgezeichnet. 2014 hatte der russische Unternehmer Witali Jussufow die frühere Volkswerft in Stralsund übernommen. Bereits 2009 besaß er die Unternehmen in Rostock und Wismar, die er nach der Insolvenz der Wadan-Werften für 40 Millionen Euro gekauft hatte. Damit gehörten ihm drei der vier größten Schiffbaubetriebe in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt sind 1400 Mitarbeiter dort beschäftigt.
Die Genting Hong Kong Ltd bietet Kreuzfahrten unter ihren Marken Crystal Cruises, Dream Cruises und Star Cruises an. Die Reederei gehört zum malaysischen Konglomerat Genting Bhd.
· Die „Nordic Yards“ Wismar wird am 26.4.2016 in Lloyd Werft Wismar GmbH umbenannt und hat mit der malaysischen Genting Group aus Honkong einen neuen Eigentümer.