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Mit anderen Augen sehen - Gleichgesinnten vs Andersdenkende
NĂ€he zu Gleichgesinnten, Distanz zu Andersdenkenden â Forschungsteam untersucht PhĂ€nomen der affektiven Polarisierung
Neue Einstein Research Unit âCoping with Affective Polarizationâ der Berlin University Alliance erforscht ZusammenhĂ€nge zwischen Polarisierung, sozialem Zusammenhalt und Demokratie
Ein neues wissenschaftliches Verbundprojekt das als Einstein Research Unit. Fungiert arbeitet mit ForscherInnen der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin und der Freien UniversitĂ€t Berlin (FU), sowie der CharitĂ©-UniversitĂ€tsmedizin und weiteren beteiligten Partner*innen aus Deutschland, den USA, GroĂbritannien, Italien und den Niederlanden das PhĂ€nomen der affektiven Polarisierung untersuchen.
Dabei geht es auch um die Frage, wie sozialer Zusammenhalt die schwerwiegenden Folgen der Polarisierung auffangen kann und wie sich das auf die Demokratie auswirkt.
Negative Folgen von gesellschaftlicher Polarisierung bewÀltigen
Gleichgesinnten fĂŒhlen wir uns nah, zu Andersdenkenden gehen wir auf Distanz. Dieses PhĂ€nomen wird als âaffektiveâ oder âgruppenbezogeneâ Polarisierungâ bezeichnet. FĂŒr Gruppen und Parteien, die die eigenen Ăberzeugungen und Werte verkörpern, hegen Menschen groĂe Sympathien, wĂ€hrend sie gegenĂŒber Gruppen mit anderen Ăberzeugungen starke Antipathien entwickeln. Dieser Mechanismus kann Kooperationen und Kompromisse verhindern, Intoleranz fördern und sogar Hassrede und Gewalt befeuern. Wie gehen wir als Gesellschaft mit dieser Form der Polarisierung um und wie können wir die negativen Folgen begrenzen?
âDer soziale Zusammenhalt ist eine wichtige Ressource von Gesellschaften, um mit affektiver Polarisierung konstruktiv umzugehen und ihre negativen Folgen zu bewĂ€ltigenâ, erklĂ€rt Jule Specht, Professorin fĂŒr Persönlichkeitspsychologie an der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin und Sprecherin des Forschungsverbunds. âWie diese Mechanismen im Detail funktionieren und welche BewĂ€ltigungsstrategien wir daraus ableiten können, werden wir umfassend empirisch untersuchen und dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden kombinieren.â
Der Berliner Polarisierungsmonitor â Seismograf fĂŒr gesellschaftliche Konflikte
In regelmĂ€ssigen AbstĂ€nden sollen aus verschiedenen Teilen Deutschlands Menschen befragt werden um dadurch Themen zu identifizieren, die bereits heute polarisieren oder möglicherweise in Zukunft zu gesellschaftlichen Konflikten fĂŒhren. Mit dem Instrument können die Forschenden auĂerdem beobachten, wie sich die Polarisierung im Zeitverlauf entwickelt und verĂ€ndert.
Aus dem Polarisierungsmonitor und weiteren Untersuchungen sollen im Projekt individuelle, soziale und zivilgesellschaftliche BewĂ€ltigungsstrategien abgeleitet und verschiedene psychologische Interventionen entwickelt und getestet werden. Die Forschenden arbeiten dafĂŒr eng mit zivilgesellschaftlichen Partnerorganisationen zusammen, um die entwickelten Strategien in die praktische alltĂ€gliche Arbeit aufnehmen und so BrĂŒcken innerhalb der Zivilgesellschaft schlagen zu können.
Förderlinie Einstein Research Unit
Einstein Research Units sind mit Exzellenzmitteln geförderte interdisziplinĂ€re ForschungsverbĂŒnde in strategisch wichtigen Forschungsfeldern. Forschende der vier BUA-Verbundpartnerinnen Freie UniversitĂ€t zu Berlin, Humboldt UniversitĂ€t zu Berlin, Technische UniversitĂ€t Berlin und CharitĂ©-UniversitĂ€tsmedizin können sich um eine Förderung bewerben. Die Einstein Stiftung Berlin begutachtet im Auftrag der BUA die eingereichten AntrĂ€ge und gibt Förderempfehlungen. âCoping with Affective Polarizationâ ist bereits die vierte Einstein Research Unit, die aus Mitteln der BUA gefördert wird. Die Förderdauer umfasst drei Jahre und kann um zwei Jahre verlĂ€ngert werden.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jule Specht
Institut fĂŒr Psychologie der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin
Tel.: 030 2093 12710
[email protected]