...ist die Art von höherbudgetierter Antwort auf die Beschissenheit der aktuellen Dinge, auf die das Kino nunmehr seit Jahren zu warten schien, eine bitterkomische, boshafte wie herzhafte Groteske, die vor zehn Jahren vielleicht noch komplett drüber gewirkt hätte, aber in ihrem Wiedererkennungswert heutzutage ebenso beklemmt wie befreit, ein unverblümter Aufruf zum Widerstand, wie ihn in seiner unmissverständlichen Bildsprache wahrscheinlich derzeit nur ein alter, weißer Mann wie Paul Thomas Anderson ungestraft drehen konnte, ein Fest der Schauspielkunst, in welchem Leonardo DiCaprio und Chase Infiniti ein so rührend glaubwürdiges Vater-Tochter-Gespann bilden, dass sich allein schon für ihre Zickereien ein Kinobesuch lohnen würde, in dem Sean Penn eine Nummer bringt, die so haaaaaarscharf an der Grenze zum Whatthehell schrammt, diese aber traumwandlerisch niemals überschreitet und stattdessen brilliert wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr und in der Benicio del Toro eine der pursten, schönsten, wahrsten Filmfiguren seit Emma Stone in "Poor Things" auf die Leinwand zaubert. Dieser Film ist natürlich zudem eine fast schon dreiste Präsentation des überbordenden Talents von Anderson, der hier mit einer unverschämten Leichtigkeit und Virtuosität inszeniert, dabei Komik in der Katastrophe und Tragik im Absurden findet und die Spannungsschraube eiskalt von Minute zu Minute zuzieht, mündend in der originellsten, besten Autoverfolgungsjagd seit "Fury Road" - um keine falschen Erwartungen zu wecken: es findet hier etwas komplett anderes, wahrscheinlich gar entgegengesetztes statt, was mich aber nicht minder beeindruckte.
"One Battle After Another" ist ein Film wie ein Befreiungsschlag - pures, frisches, wildes Kino mit Anliegen, brillant inszeniert und gespielt.