Heute besuchen wir Fès, die älteste der 4 marokkanischen KĂśnigsstädte. Das GrĂźndungsdatum der Stadt liegt im 8. Jahrhundert und dementsprechend werden wir im Labyrinth der StraĂen ins Mittelalter zurĂźckversetzt. AuĂerdem besuchen wir die berĂźhmte KaraouineâMoschee, die Hochschule Medersa Attaryne und das Grabmal My Idriss. Im Handwerkerviertel erfahren wir viel Interessantes z.B. Ăźber die Gerberei und andere alte Handwerke.
  Die mächtige Festungsanlage Borj Nord
Unser erstes Tagesziel: Die mächtige Festungsanlage Borj Nord. Von der Terrasse aus bietet sich ein sagenhafter Blick auf Fès.
Unser Reiseleiter hat nicht ganz Unrecht, wenn er sagt dass der Blick von hier oben nicht vermuten lässt wie emsig und zahlreich sich die Menschen in der Altstadt tummeln.
Das werden wir uns gleich einmal aus der Nähe anschauen.
Wir sind sehr gespannt und werden im Laufe des Tages so manches Mal staunen. Eine kleine ZeitreiseâŚ
 Die alte Hauptstadt Fes ist die älteste der vier KÜnigsstädte in Marokko und gehÜrt zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Fes wurde im 8. Jahrhundert gegrßndet, zum Mittelpunkt des geistigen Lebens in Marokko ausgebaut und ist somit eine der heiligen Städte des Islam geworden.
 Das Stadttor Bab Bou Jeloud mit seinen Blauen Kacheln ist der Eingang zur Medina
 Mit seinen mittelalterlichen Gassen, den vielen Minaretten und alten Häusern gehÜrt Fes gewiss zu den schÜnsten Städten von Marokko.
  Altstadtgewirr⌠herrlich!
 Die TalaâA Kbira, die Hauptachse der Altstadt, der sogenannten Medina ist am frĂźhen Vormittag noch nicht so sehr besucht und wir kĂśnnen uns in Ruhe umsehen.
 Fricher Fisch gefällig?
 Die Medina von Fès gilt als die grĂśĂte Nordafrikas. Ihre Gesamtfläche umfasst rund 2,8 Quadratkilometer (280 Hektar), was in etwa der Fläche von 400 FuĂballfeldern entspricht.
Seit 20 Jahren steht die Medina als Weltkulturerbe unter dem Schutz der Unesco.
 Tradionell werden sämtliche Ware in der Altstadt durch Lastesel transportiert
 Lastesel transportieren Felle durch die Gassen und gackernde Hßhner wechseln die Besitzer.
Wären da nicht die Vorliebe der Marokkaner fßr das mobile Telefonieren und die Mopeds, die sich elegant durch das Gedränge schlängeln, man fßhlte sich ein gutes Jahrtausend zurßckversetzt.
So weit reichen die Wurzeln von Fès, der einstigen Hauptstadt Marokkos, zurßck.
  Nicht selten mßssen wir den geschäftigen Lasteseln oder Mopets ausweichen
 Dabei gilt die älteste der vier marokkanischen KĂśnigsstädte noch heute als geistiges, kulturelles und wissenschaftliches Zentrum des Landes â fast so, als hätte das franzĂśsische Protektorat, dem die Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unterstand, nie existiert; als hätten die Franzosen nicht Rabat zur neuen Hauptstadt gemacht, als hätte es die Auseinandersetzungen, die erst mit der Unabhängigkeit Marokkos 1956 endeten, nie gegeben.
 Auf dem Seffarin-Platz haben sich die Kesselmacher und -flicker angesiedelt
 In diesen Gassen gefällt es uns am besten. Die Handwerker sitzen auf der StraĂe und gehen ihrer Arbeit nach. Ein riesiges lebediges Freilichttheater.
Die Gruppe zieht weiter und einmal mehr denke ich daran wie schÜn es wäre alleine hier unterwegs zu sein. Also nicht ganz alleine sondern zu zweit natßrlich.
Diese Tour dient ja quasi der Erkundung des Landes. KĂśnnen und wollen wir mit dem Wohnmobil hierher fahren? Die Erlebnisse der ersten vier Tage beantworten diese Frage ganz klar mit: JA!!
  Die riesige Bottiche und Kupferkessel finden in erster Linie bei groĂen Festen und Hochzeiten ihre Verwendung.
Und nach einer Weile landen wir am berßhmtesten Bauwerk in der Altstadt, El Bali. Die Färberei und Gerberei von Fes und sollte auf jeden Fall besucht werden.
 Typisch fßr Fès ist die immer noch traditionelle Färberei und Gerberei
 Man kann man sie von auĂen nicht sehen, denn in den verwinkelten Gassen der Medina kann man seinen Blick nicht in die Ferne schweifen lassen.
Vorbei an Ledertaschen, Jacken, Lederhosen und -rĂścke steigen wir Ăźber ein unĂźbersichtliches Treppengewirr Ăźber einige steile, dustere Treppen empor.
 Lindert den Gestank nur ein wenig: Pfefferminzbßschel direkt unter der Nase
Beim Aufstieg zur Aussichtsplattform des meistfotografierten Viertels erhalten wir ein BĂźschel Minze gegen den Geruch.
Oben angekommen, weiĂ man warum. In den riesigen, farbenfroh leuchtenden Steinbottichen, auf die man nun schaut, wird Schaf-, Ziegen-, Kuh- und Kamelleder seit Jahrhunderten auf die gleiche Weise gegerbt â mit Taubenkot.
Noch immer wird der Beruf des Gerbers vom Vater an den Sohn weitergegeben.
 In den ca. 1,00 m tiefen weiĂen Laugenbottichen werden die Felle gegerbt
In den hellen, fast weiĂen Gruben befindet sich eine BrĂźhe aus Kalk und Taubenkot. Hier werden die Felle zunächst gegerbt.
Hiermit ist auch der Geruch (Gestank trifft es eher) erklärt.
Danach werden die fertigen Häute mit ausschlieĂlich pflanzlichen Mitteln gefärbt. Mohn bewirkt eine rote Färbung, Safran sorgt fĂźr die Gelbfärbung und Indigo fĂźr die Blaufärbung.
AnschlieĂend werden die gefärbten Häute zum Trocknen auf die angrenzenden Terrassen gelegt.
  Die gegerbten Felle werden anschlieĂend gefärbt
Wir bestaunen die fast mittelalterlichen Arbeitsweisen. Bei der Recherche (wie so oft erst nach der Reise) lese ich dass erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts in Deutschland die ersten Dampfmaschinen eingesetzt wurden.
Neben dem Antrieb der Maschinen wurde der Dampf auch zur Herstellung konzentrierter Gerbextrakte verwendet. Diese ermĂśglichten eine VerkĂźrzung der Gerbzeiten von mehreren Monaten auf einige Wochen.
Dadurch entstand eine rationell arbeitende, stark wachsende Gerbindustrie. Mitte des 19. Jahrhunderts war das Lederhandwerk der drittgrĂśĂte Gewerbezweig im Deutschen Reich.
Um 1840 wurden die ersten Gerbereimaschinen entwickelt. Bis dahin erfolgte die Bearbeitung immer noch manuell, seit der Steinzeit nur wenig verändert. Die Herstellung von Leder war auch im mittelalterlichen Deutschland ein schmutziges und buchstäblich anrßchiges Gewerbe. Hier oben in FÊs unweit der stinkenden Gruben ist dies sehr anschaulich und verständlich.
 Die Babouches genannten Lederlatschen sind besonders typisch fßr Fès. Fßr ein handgefertigtes Paar braucht ein geßbter Handwerker rund zwei Tage.
Die Lust nach dieser Besichtigung ein ledernes Reiseandenken zu erwerben geht bei uns gen Null! Und es stellt sich die Frage ob wir uns in Zukunft nicht vor einem âLederkaufâ an diese EindrĂźcke erinnern sollten?! Wer braucht Leder?
 Die Koranschule Medersa Bou Inania
 Am frßhen Nachmittag erreichen wir die Medersa Attarine.
 Die Medersa Attarine in Fès ist eine ehemalige Koranschule (1)
 Die Medersa Attarine in Fès ist eine ehemalige Koranschule (2)
 Die Medersa Attarine in Fès ist eine ehemalige Koranschule (3)
 Die Medersa Attarine in Fès ist eine ehemalige Koranschule (4)
Die Medersa Attarine in Fès ist eine ehemalige Koranschule und zusammen mit anderen Bauten gehÜrt sie zur von der UNESCO im Jahr 1981 als Weltkulturerbe anerkannten Medina von Fès.
Die reichlich verzierten Wände sind sehr bemerkenswert und lohnen einen Besuch.
  Die Qual der Wahl beim gemensamen Mittagessen
 Nach einem gemeinsamen Mittagessen und zurĂźck am âblauen Stadttorâ nutzen Frank und ich die Zeit zur freien VerfĂźgung auf der Dachterrasse des Hotel Jardin. Das Hotel ist allein schon wegen seiner Einrichtung einen Besuch wert.
Kommt ihr mit nach oben auf´s Dach?
 Wir sind die einzigen Besucher hier oben und genieĂen in der Sonne sowohl die Aussicht und auch ein wenig die Ruhe.
 So wie sich sich das blaue Tor von Fes hervorragens als Startpunkt fßr eine Entdeckungstour durch die Medina eignet so endet hier heute unser Spaziergang. Den Rest des Tages verbringen wir am Pool des Hotel.
Fazit: Fes mit seinen engen Gassen in der Altstadt, den fleissigen Handwerkern auf der StraĂe mit seinen GerĂźchen und bunten Farben gehĂśrt aus unserer Sicht gewiss auf den Tourenplan.
Morgen setzen wir unsere Marokko Rundreise fort und schauen uns in Marrakesch um. Schaut also wieder vorbei und denkt immer daran:
Den Sommer genieĂen zum BeispielâŚÂ Und weil wir eben diesen Sommer genieĂen (so das Wetter uns läĂt) dauert es vielleicht ein wenig bis zur Fortsetzung. Aber sie kommt, die Fortsetzung!!
 RUNDREISE MAROKKO: FES â AUSFLUG INS MITTELALTER Heute besuchen wir Fès, die älteste der 4 marokkanischen KĂśnigsstädte. Das GrĂźndungsdatum der Stadt liegt im 8.