also eigentlich mache ich mir ja keine Vorsätze zum neuen Jahr. Also nicht nur zu Beginn. Ich fasse immer wieder neue Vorsätze in kleinen Schritten, das lässt sich nach Erfahrung leichter umsetzen als ein großer zu Beginn.
Aber einen Vorsatz habe ich dieses Jahr. Mehr und regelmäßiger bloggen. Meine Bilanz letztes Jahr war ja was die Regelmäßigkeit meiner Einträge betrifft war ja leider nicht so gut.
Bevor ich aber mit einem neuen Beitrag in diesem Jahr starte, möchte ich gerne noch über eine mir sehr wichtigen Wanderung schreiben. Meine Zugspitztour. Das Wanderhighlight aus dem letzten Jahr. Seit Jahren möchte ich ja schon auf den höchsten Berg Deutschlands:
Und im September war es endlich so weit.
Ja manche werden sich jetzt bestimmt fragen, was hat sie denn, Zugspitze, des macht man doch mit links, ist ja noch nicht mal ein 3000er. Aber es ist der höchste Berg Deutschlands.
Eigentlich wollte ich das ganze schon vor zwei Jahren machen, aber leider ist immer etwas dazwischen gekommen oder die Mitgeher haben es sich anders überlegt. Deshalb habe ich mich dieses Jahr gleich für eine geführte Tour auf die Zugspitze angemeldet.
Ich hab mich wirklich richtig darauf gefreut und als auch noch das Wetter schlagartig besser wurde – die Woche zuvor hat es doch glatt schon geschneit da oben – war klar, ich geh da dieses Jahr hoch. Ein bisschen Angst war auch mit dabei. Ich persönlich neige nämlich immer dazu, mich lieber unter- als zu überschätzen. Was wenn ich nicht mithalten kann, was wenn mein Knie Probleme macht, was wenn meine Kondition nicht reicht, …
Netterweise wurde vom Veranstalter eine Packliste angefertigt. Somit war schon mal die Gefahr nicht ganz so groß irgendwas zu vergessen.
Tag 1: 5 Stunden; 12,5 km; 1430 Hm Aufstieg; 540 Hm Abstieg
Treffpunkt war in Garmisch-Partenkirchen am Lift zur Kreuzeckbahn.
Erst gab es einen kleinen Check des Gepäcks und der Ausrüstung an sich. Manch einer musste dann ein paar Wasserflaschen zurück lassen, aber im Großen und Ganzen waren unsere Rucksäcke wohl ganz ordentlich gepackt.
Vom Garmisch aus ging es dann Richtung Hammersbach und zum Eingang der Höllentalklamm. Für mich persönlich ja eine der schönsten in Bayern und auch eine der längsten.
An der neuen Höllentalangerhütte haben wir dann eine kleine Mittagspause eingelegt, bevor es über das Hupfleitenjoch weiter zum Kreuzeckhaus ging. Das Ziel unseres ersten Tages.
Blick zurück ins Höllental
Leider waren ein paar Wolken am Himmel, so dass wir keinen direkten Blick auf die Zugspitze hatten.
Tag 2: 4,5 Stunden; 12 km; 392Hm Aufstieg; 658 Hm Abstieg
Eine meiner Lieblingslingshütten ist tatsächlich das Kreuzeckhaus. Toller Blick auf Garmisch, nette Atmosphäre und super Startpunkt für viele tolle Wanderungen und Klettersteige. Allerdings war die Hütte sehr sehr voll, wie leider alle Hütten auf unserem Weg zur Zugspitze. Was wohl leider auch dem schönen Wetter geschuldet war und der Tatsache das noch Ferien waren.
Vom Kreuzeckhaus ging es einen schönen Weg entlang Richtung Stuiben-Hütte und somit erstmal weg vom eigentlichen Ziel. Unterwegs gab es dann eine kleine Einkehr in der Bockhütte. Wunderschön gelegen im Partnach-Tal und perfekt zum Füße kühlen. Sehr zu empfehlen ist die Gulaschsuppe. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Ich kann unterwegs mittags meist nicht so viel essen, brauche aber doch immer eine Kleinigkeit.
Blick auf die Partnach von der Bockhütte aus
Ab hier ging es dann leicht bergauf zur Reintalangerhütte unserem nächsten Übernachtungsziel. Und hier merkte man, dass es ein sehr beliebtes Ziel für Zugspitzwanderer ist. Die Hütte war voll bis unters Dach. Jeder Platz war belegt, selbst die Gänge und die Tische waren mit schlafenden Wanderern belagert. Aber es wurde lecker gegrillt und die Hüttenleute ist eine Gruppe junger Leute, die sehr ja ich nenn es mal chillig sind.
Platz vor der Reintalangerhütte
Tag 3: 5,5 Stunden; 11 km; 1570 Hm Aufstieg; 900 Hm Abstieg
Nach einer sehr kurzen, etwas lauten Nacht gab es aber dann gutes und sehr reichhaltiges Frühstück und um 6.30 Uhr war Start Richtung Knorrhütte unserem letzten Übernachtungsziel. Der Aufstieg war leichter als gedacht und an der Hütte haben wir dann den Großteil unseres Gepäcks zurück gelassen und uns auf den weiteren Anstieg gemacht. Begleitet wurden wir dabei immer von den Zugspitzschafen. Sehr ungewohntes Bild.
Kennt man doch in den Bergen meistens nur Kühe die frei über die Wiesen laufen. Je weiter hoch es dann ging, desto kahler wurde die Landschaft und die Gegend um das Zugspitzblatt glich einer Mondlandschaft.
Perfekter Drehort für den nächsten Star Wars Film in meinen Augen. Ab hier wurde es dann kurz ein bisschen anstrengend, weil es ein gutes Stück über ein Geröllfeld nach oben geht zu einem kleinen drahtseilgesicherten Teil.
Und bis man sich versieht ist man am Gipfel und umgeben von tausenden von Menschen :-)
Nach den obligatorischen Gipfelbildern und einem kurzen Genuss des Ausblicks sind wir mit der Bahn zurück aufs Zugspitzblatt gefahren und dort eingekehrt.
Das obligatorische Gipfelkreuzbild
Nach einem ausgiebigen Sonnenbad gings zurück zur Knorrhütte.
Tag 4: 4 Stunden; 12 km, 300 Hm Aufstieg; 1350 Hm Abstieg
Noch beflügelt von unserem Gipfelerlebnis machten wir uns am nächsten Tag auf den Heimweg.
Übers Gatterl ging’s direkt nach Österreich mit einer komplett anderen, viel grüneren Landschaft.
Auf guten Wegen und Forststraßen ging es über die Ehrwalder Alm (Apfelstrudel kann ich hier nur empfehlen) weiter nach Ehrwald, wo uns bereits ein Taxi erwartete und wieder zurück nach Garmisch brachte.
Ich glaube, es wird wohl sehr schwer werden, dieses Erlebnis zu toppen. Auch wenn alle Wanderungen schön und einzigartig sind, so ist doch diese Zugspitztour was besonderes gewesen. Vielleicht, weil ich mich auch schon seit Jahren darauf gefreut habe.
Neujahrsbeginn und kleiner Rückblick Hallo, also eigentlich mache ich mir ja keine Vorsätze zum neuen Jahr. Also nicht nur zu Beginn.