Heute will ich einmal über eine App schreiben, ohne die ich in den letzten Wochen tatsächlich aufgeschmissen gewesen wäre. Es ist eigentlich eine unauffällige App, die vielleicht einige Menschen nie in ihrem Leben brauchen, aber wenn man, wie ich, viel Bahn fährt, ist sie einfach unerlässlich. Es ist der DB Navigator, mit dem man Bahnverbindungen suchen, finden, sich als Favoriten ablegen und dann auch aktuelle Informationen über die geplante Fahrt erhalten kann.
Ich war ja jetzt sehr viel mit dem Deutschlandticket, d.h. im Nahverkehr unterwegs. Heute fahren meine Frau und ich mit dem Fernverkehr von Köln nach München. Nein das ist nicht ganz richtig, sondern ich reise ja von Horrem nach München und da kann ich später einmal schildern, wie DB Navigator funktioniert.
Beim Reisen mit dem Deutschlandticket hat er mir deswegen gut geholfen, weil er es erlaubt, beim Suchen von Verbindungen eben nur Verkehrsmittel auszuwählen, die man mit dem 58 € Ticket benutzen darf. Das ist natürlich eine sehr hilfreiche Funktion, weil man damit nicht auf einmal in einem anderen Zug sitzt und vielleicht nachzahlen muss. Und, was mir auch geholfen hat, ist die Möglichkeit, Umstiegszeiten einzustellen. Ich habe standardmäßig 20 Minuten eingestellt, so dass nur Anschlüsse gezeigt werden, die diese Umstiegszeit überschreiten. Das hat mich vielleicht schon die eine oder andere Stunde Aufenthalt in der einen oder anderen Stadt gekostet, aber dafür unendlich Nerven geschont, weil ich nicht schon in der gerade genutzten Bahn zittern und bibbern musste, ob ich den Anschluss bekomme (das war übrigens auch bei den vielen Fahrten und Umstiegen nicht ein einziges Mal der Fall!).
Schön ist auch, dass man zu den gespeicherten Verbindungen die Abfahrtzeiten und eventuelle Verspätungen und auch Gleiswechsel praktisch in Echtzeit sehen kann. Auch das hat mir bei den vielen Umstiegen, die ich auf meinen relativ weiten Reisen durch Deutschland zu bewältigen hatte, sehr geholfen, weil ich doch relativ gut planen konnte, wieviel Zeit ich in den einzelnen Städten hatte und wie ich die sinnvoll verwenden könnte.
Alle einstellbaren Benachrichtigungsfunktionen der App habe ich allerdings abgeschaltet, weil ich immer regelmäßig einen Blick in die Reise hinein werfe.
Kommen wir zur Fernreise heute. Die hatte ich auf dem PC geplant, weil meine Frau natürlich ein Mitspracherecht hatte und es angenehmer ist, in einen PC-Bildschirm gemeinsam zu schauen als in ein Handy. Aber natürlich lädt sich eine gebuchte Reise einschließlich Ticket in den DB-Navigator herunter und ist dann auf dem Handy verfügbar. Ich hatte bei der Buchung des Fernverkehrs keine Mindestumsteigezeit eingestellt, so dass die Fahrt mit dem RE1 von Horrem um 09:30 Uhr und dem ICE 515 um 09:55 Uhr von Köln aus herausgesucht wurde. Mit 10 Minuten Umstiegszeit in Köln Hauptbahnhof.
Wer den RE1 kennt, weiß, dass das nie und nimmer reicht. Und so nahmen wir natürlich einen Zug früher (was ab Horrem übrigens gar kein Problem ist, weil morgens gegen 09:00 Uhr wirklich alle 10 Minuten Züge oder S-Bahnen nach Köln fahren). Im Zug, den wir dann nahmen sah ich dann schon in der App, dass der Anschluss nicht würde erreicht werden können, also der RE1 zu viel Verspätung hätte. Auch wenn in dem Moment die gebuchte Zugbindung aufgehoben wurde, ich stellte mir unsere Hektik vor, wenn wir doch den vorgeschlagenen Zug gewählt hätten. Und die stellte sich dann letztendlich doch als unbegründet heraus, denn der ICE hatte dann auch 20 Minuten Verspätung und wäre auch im RE1, der früher einfuhr als angekündigt, erreicht worden. Aber so war es doch viel angenehmer, wir fuhren zwar etwas früher und hatten in Köln etwas länger Aufenthalt, aber unsere Nerven blieben verschont.
So kann die App, unverschuldet, auch schon einmal kurzfristig fĂĽr Nervenzerren sorgen.
Jetzt sitze ich, ganz ungewohnt, in einem Zug, der in einem Rutsch durchfährt nach München. Und etwa eine Fahrzeit von 4,5 Stunden von Köln Hauptbahnhof hat, brutto werden es so sechs Stunden sein. Au...