Bereits in mehrfacher Ausführung (nämlich hier, hier und natürlich hier) konnte man auf dieser Seite bemerken, dass Chicago nicht unbedingt ein zu vernachlässigender Punkt auf der sogenannten Map von HipHop-Hausen ist. Der 15-jährige (!)  Max Wonders stammt ebenfalls aus der Windy City und warf letzte Woche sein zweites Mixtape "Complicated Simplicty" vor die saug-freudigen Online-Säue. Nach einem Blick in die unendlichen WWWeiten erfährt man, dass es sich bei Max um einen Zögling des zu Beginn der 00er-Jahre heißgehypten Rapper Bump J handelt, dem man dank des Yeez'schen Dropouts  Takeovers 2004 noch eine goldene Zukunft bei Atlantic Records vorraussagte - aus der bekanntlich nichts wurde. Doch angesichts seines Alters, dem wu-tang'esquen China-Imbiss-Schriftzug auf dem Cover und dem vorherrschenden Sound auf dem Mixtape zwingt sich eher ein Vergleich zu Joey Bada$$ auf, als ein minderjähriger Aufguss des Chipmunk-Hypes von damals. Denn auch Lil Max (wie er sich zu Beginn des Jahres noch nannte) repräsentiert in einem Konglomerat von musizierenden Jungspunden, die unter dem Decknamen "The Void Squad" scheinbar das Chicagoer Gegenstück zur umjubelten Beastcoast aufbauen. "Taking you on a journey throughout the soundwave hemisphere.", lässt er sich in der Ankündigung zitieren und macht auch in seiner Video-Auskopplung "White Lies" keine Anstalten, seine Neigungen für das Psychedelische auszudrücken. Musikalisch sprechen ihn allerdings eher geerdete New Bap-Beats von u.a. Taylor Runn, devonwho oder Bitoy Beatz an, die dem geneigten FWMJ's Producers I Know-Leser durchaus ein Begriff sein könnten. Es dürfte klar sein, dass die textliche Gestaltung dieses Free-Downloads nicht unbedingt philosophische Offenbarungen bereithält, doch lässt sich der überschaubare Horizont dieses Halbwüchsen gegenüber seiner vielseitigen Delivery, seiner erstaunlichen Stimmkontrolle und seinem eleganten Spagat zwischen Melodiösität und Rotznasen-Rap auf den 12 Tracks gerade noch aushalten. Unterm Strich fehlt es an manchen Stellen zwar noch an sorgfältiger Quality Control (ergo: Weglassen von sinnbefreiten Gesangsambitionen auf sphärische-gemeinten Drake-Rip-Offs), doch stellt "Complicated Simplicty" grundsätzlich keine Zeitverschwendung dar, wenn man auf der Suche nach neuem, backpackendem Nachwuchs aus den U.S. of A ist. Gib' ihm...