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1983

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07.06.2020
E-Mails ausdrucken war gestern, Btx ausdrucken war vorvorvorgestern
Es ist schon erstaunlich, was bisweilen am Gehwegrand in Zu-Verschenken-Kisten herumliegt. Heute bin ich an einem Gerät vorbeigekommen, im ehemals typischen EDV-Plastik-Farbton “Elfenbein” (man könnte es weniger euphemistisch auch als “zahnsteinfarben” bezeichnen), etwa so groß wie ein Kassettenrekorder (hm, das ist keine für Unter-40-Jährige verständliche Größenangabe, also: ca. 30 x 15 x 8 cm).
Oben eine Klappe, unter der sich eine fast aufgebrauchte Papierrolle verbirgt. Vorne ein paar Knöpfe. Hinten eine höchst ominöse Rundsteckerbuchse. Unten solide Schrauben und ein Aufkleber mit der Beschriftung “SIEMENS Btx-Drucker”.
Ich war zu faul, es zu fotografieren oder gar mitzunehmen, Googeln ergab einen Forenpost, in dem ein baugleiches Artefakt abgebildet ist.
Vermutlich hat das Gerät seinerzeit einen vierstelligen DM-Betrag gekostet. Noch spannender ist die Frage, wieso es noch satte 20 Jahre nach der Btx-Abschaltung offenbar irgendwo im Warmen und Trockenen vor sich hin dämmern durfte, bevor es dann doch mal ausrangiert wurde – und der/diejenige, der/die es rausgestellt hat, ernsthaft davon ausgeht, dass das Gerät tatsächlich noch irgend jemandem zu irgend etwas nutze sein könnte, anstatt es gleich zur Elektroschrottsammlung zu verbringen. Fragen über Fragen, die weder Btx noch Internet beantworten könn(t)en.
(schilderburger)
BTX Decoder Modul II (C64)
Das Commodore BTX Modul II ist ein Decoder mit den BTX-Seiten auf den Commodore 64 dargestellt werden konnten. BTX (BildschirmTeXt) war ein Onlinedienst bzw. der Vorgänger des heutigen Internets und wurde 1983 von der Deutschen Bundespost eingeführt. Damit war es möglich, Online Banking durchzuführen, Chatten und sogar Artikel von Online Versandhäusern zu kaufen. Die Seiten wurden mit einer Auflösung von 480 x 240 Pixel und 32 von 4096 möglichen Farben dargestellt.
Zum Eintrag
BTX #btx #bildschirmtext #regensburg #monochrome #oberpfalz #igersregensburg #bnwphotography #bnw #rgb15uhr #2016 (hier: Regensburg Konradsiedlung)
Auf diesem gerade in einem Stapel vergessener Post aufgetauchten Umschlag aus dem Jahr 1979 finden sich äuĂźerst bemerkenswert unterschiedliche Dimensionen Kommunikationsgeschichte auf kleinstem Raum referenziert, die wir unbedingt hier dokumentieren wollen.Â
Oben sieht man wunderbar und ohne auch nur eine verletzte Zacke einen vier Exemplare der Sonderbriefmarke zur Internationalen Funkausstellung 1979 en bloc (ausgegeben am 12. Juli des Jahres, Michel-Nummer 600), welche die Innovation der bildschirmbasierten Textkommunikation im zeittypisch abgeschrägten Screendesign und passender Farbwahl verkĂĽndet. Ergänzt wurde das Ensemble durch die etwas isoliert erscheinende Gedenkmarke 125 Jahre LitfaĂźsäulen in Berlin vom 14. November, die in ihrer Gestaltung an die Welt des Kupferstichs erinnert (Michel-Nummer 612).Â
Die Aushänge, um die sich drei Männer, ein Knabe und ein HĂĽndchen auf Berliner Katzenkopfpflaster scharren, werben fĂĽr ein Konzert und möglicherweise - Christ - fĂĽr eine kirchliche Veranstaltung, also fĂĽr Formen der Vortragskultur. Die Briefmarke an sich wäre schlieĂźlich die vierte Variante eines Kommunikationsmediums, die wir aber gern mit der Idee der Postsendung zusammenfassen, deren äuĂźere HĂĽlle unĂĽbersehbar auch noch handschriftliche Spuren trägt.Â
Die Ausgaben stammen übrigens aus dem Programm der Deutschen Bundespost Berlin, also den Briefmarken, die für Westberlin ausgegeben wurden, allerdings auch in der Bundesrepublik Deutschland gültig waren und zwar bis zum 31.12.1991. Bei Philatelistinnen und Philatelisten deren Herz in Richtung Vollständigkeit schlägt, ist dieses Sammelgebiet deshalb durchaus beliebt. Es gibt nämlich insgesamt nur 875 reguläre Markenausgaben und dies aus einer sehr philateliebewussten Epoche, so dass viele Exemplare erhalten sein dürften. Darunter befindet sich nicht zuletzt auch ein, wenn man so will, Klassiker der Bibliophilatelie, den wir vor langer Zeit einmal in LIBREAS abgebildet haben.
(bk, Berlin, 05.04.2016)

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Bildschirmtext was an interactive videotex system launched in West Germany in 1983 by the Deutsche Bundespost, the (West) German postal service. More info here.
The MUPID was an early home computer like system (1981-1983) designed and invented by Hermann Maurer for the University of Graz to be used as a Bildschirmtext terminal, but it was also capable of being used as a stand alone computer.