Keine Hilfe fĂŒr Behinderte Menschen?
Inzwischen habe ich - nicht zuletzt auch, weil ich schlechte Erfahrungen mit dem Amt gemacht habe - meinen Glauben an den Staat und die Behörden vollkommen verloren. Einer meiner besten Freunde ist seit seiner Geburt geistig Behindert. Seine Eltern haben sich nie besonders gut um Ihn gekĂŒmmert. Zeitweise durfte er sich nicht mal Duschen, weil das Wasser angeblich zu teuer war. Entsprechend hat er auch gestunken, was dann schlussendlich dazu fĂŒhrte, dass er in der Schule gemobbt wurde. Seine Eltern hatten ein Sky-Abo, mehrere HandyvertrĂ€ge, neue Laptops, wĂ€hrend er mit löchrigen und kaputten Hosen zur Schule gehen musste. Von den Behörden wurde und wird er seit Jahren links liegen gelassen.
Erst kĂŒrzlich ist er endlich in seine erste, kleine Wohnung in unserem Haus nebenan eingezogen. aber der Umzug war eher wie eine Abschiebung. Im Grunde haben sie alles schnell und lieblos tapeziert/gestrichen und seine Sachen in die Wohnung geballert. Er hat keine vernĂŒnftigen SchrĂ€nke, keine Regale und seine Sachen liegen einfach in irgendwelchen vor Jahren aus dem SperrmĂŒll gekramten SchrĂ€nken oder Kunststoffkisten. Die ersten beiden Tage in seiner neuen Wohnung hatte er weder etwas zu essen, noch Geld dazu sich etwas zu bestellen, sodass wir mitten in der Nacht noch etwas fĂŒr ihn kochen mussten. Die KĂŒche war noch nicht eingebaut und er musste mehrere Tage auf einem abgeranzten Campingkocher warten. Die Vormieterin wollte ihre nagelneue KĂŒche fĂŒr 400⏠abgeben. Die war modern, sauber, neu und stand bereits aufgebaut in der Wohnung, aber obwohl mein Freund die KĂŒche eigentlich haben wollte, hat sein Betreuer das Angebot ausgeschlagen und gemeint, eine gĂŒnstigere KĂŒche zu finden. Schlussendlich haben sie fĂŒr 100⏠weniger eine völlig abgeranzte, vermoderte und verschmierte SiffkĂŒche von Ebay mit angeschleppt, die obendrein auch noch einen Meter zu lang war. Die Arbeitsplatte war schon so vermodert, dass sie beim hineintragen zerbrochen ist. Er wohnt jetzt schon seit 20 Tagen in dieser Wohnung, ernĂ€hrt sich vom Campingkocher und noch immer hat ihm keiner der ZustĂ€ndigen Personen geholfen diese scheiĂ KĂŒche aufzubauen. Jetzt wollen sie die KĂŒche plötzlich doch nicht mehr benutzen und warten stattdessen auf die KĂŒche einer Verwandten, die in ein paar Monaten oder so aus ihrer Wohnung auszieht.
Sein Betreuer muss 4 Stunden die Woche auf ihn acht geben und ihn unterstĂŒtzen, bekommt dafĂŒr ein saftiges Gehalt, aber ist nicht dazu in der Lage, ihm dabei zu helfen, dass er in seiner Wohnung was zu fressen bekommt? Wie lange soll der Junge denn noch auf eine KĂŒche warten?














