ich erinnere mich noch ganz genau an diesen Tag, an dem ich dich verloren hab, es war der Tag an dem ich mich verloren hab.
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ich erinnere mich noch ganz genau an diesen Tag, an dem ich dich verloren hab, es war der Tag an dem ich mich verloren hab.

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manchmal sind die Menschen die uns alles bedeuten die, die unser Leben in Schutt und Asche verwandeln und uns am meisten verletzen
War der Song, der im Hintergrund läuft, einst für Monika bestimmt? Auf jeden Fall.
Leitet er die Rückblende und die damit verbundenen Erinnerungen an sie ein? Absolut.
Aber wird die Zeile “’Cause I love you” in genau dem Moment gesungen, in dem Boerne Thiel anschaut und sich dazu überwindet, diesen Teil seiner Vergangenheit mit ihm zu teilen?
Hundertprozentig, ja.
Umstände
Es ist 63 Tage her, dass du mich zum letzten Mal geküsst hast. Auf die Stirn um genau zu sein. Zum Abschied. Ich habe weder geweint noch etwas gesagt. Habe nur stumm neben dir gesessen und dabei zugehört, wie du von schwindenden Gefühlen und komplizierten Umständen erzählt hast. Heute kenne ich zumindest einen dieser komplizierten Umstände. Er oder besser gesagt sie trägt dieses lange, helle Haar, das du an mir vermissen musstest. Sie schmückt auch im Winter eine leichte Sommerbräune. Ihr Lachen reißt nicht nur dich, auch alle anderen in ihrem Umfeld mit. Keine Frage, sie ist wunderschön. Sie ist der Umstand. Ich das schwindende Gefühl.
Du wirst einfach alles an ihm vermissen, selbst seine Macken, weil du weisst, das es da draußen keinen gibt der so ist wie er. Ich würde jetzt gerne das Gegenteil behaupten, doch da ist keiner der ihn jemals ersetzen kann.

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ich geh nicht ohne dich, doch du gehst ohne mich.
unbeschriebenes Blatt 1&2
Ich starre auf das weiße Blatt vor meinem Gesicht und meine Augen wandern zu dem Kugelschreiber in meiner rechten, zitternden Hand. Was tue ich hier?
„Schreiben Sie ihren Namen auf.“ Ich gucke erneut hoch und sehe einen Mann in einem Anzug auf der anderen Seite des Tisches sitzen, hinter dem sich eine schwarze Kamera befindet, das Mikrofon steht am Ende des Tisches.
„Was?“, fragt meine bebende Stimme leise.
„Ihren Namen. Schreiben Sie bitte ihren Namen auf.“
Mein Name. „Das kann ich nicht.“
„Und warum nicht?“
„Ich…“ Mein gesamter Körper zittert. „Ich weiß nicht, wie ich heiße.“ Nervös füge ich ein „Tut mir leid.“ hinzu.
„Das ist überhaupt kein Problem.“, erwidert die andere Stimme ruhig. „Dann heißen Sie von jetzt an Marlena Foss. Gefällt ihnen dieser Name, Frau Foss?“
Ich nicke unsicher.
„Dann schreiben Sie bitte ihren Namen auf.“
Erst jetzt bemerke ich das Gewicht des Kugelschreibers in meiner Hand und setzte ihn auf dem Blatt ab.
Marlena Foss
Der Kugelschreiber liegt auf dem Blatt, so als wartet er nur darauf, wieder von mir in die Hand genommen zu werden und die weiße Farbe des Blattes zu verdecken. Nervös schaue ich dem Mann vor mir in die Augen, und er nickt mir zu, so als wollte er mir zeigen, dass ich meine Aufgabe richtig gemacht habe.
„Also, Frau Foss...“ Er stoppt im Satz. „Ist es okay, wenn wir uns duzen?“
Ich nicke.
„Okay, toll, also, Marlena...“
- „und wie heißt du?“ Die Frage hat meine Lippen verlassen, bevor ich es überhaupt mitbekommen habe. Der Mann gegenüber von mir sah mich einen Moment verwirrt an, holte ein kleines, schwarzes Gerät aus seiner Hosentasche hervor und tippte darauf herum. Nachdem er damit fertig war, sah er mir erneut tief in die Augen und ließ das Gerät auf dem Tisch liegen.
„Nennen sie mich… Vater.“
„Okay, Vater.“ Zwischen uns liegt eine unangenehme Stille und ich beginne zu schwitzen. Er schiebt mir ein Glas Wasser zu, welches ich dankbar annehme.
„Marlena… Was ist das früheste, woran du dich erinnern kannst?“
Ich spürte, wie mir erneut heiß wurde. Erinnern… Für eine kurze Sekunde hörte ich laute Schreie in meinem Kopf, Nein, Nein, bitte nicht, bitte lassen sie mich, ich habe nichts getan, ich tue alles für sie, nur nicht das und ich sah, wie eine Gestalt in der Dunkelheit an eine Wand gedrückt wurde, bis ich nur noch die Wand vor meinen eigenen Augen sah. Erschrocken blicke ich hoch und starre in Vaters blaue Augen.
„Ist alles gut bei dir, Marlena?“ Marlena… Ich brauchte einen Moment, bis mir wieder einfiel, dass ich gemeint war und nicke.
„Alles ist gut, Vater.“
„Und was ist das früheste, woran du dich erinnern kannst?“
Ich strengte mein Gehirn an, doch die Erinnerung kam nicht zurück. Erneut guckte ich Vater in die Augen und irgendetwas sagt mir, dass ich ihm nicht von gerade erzählen sollte.
'Sie verwandeln dich in ihre Sklaven, ihre eigenen Soldaten. Löschen alles von dir, bis du erneut ein unbeschriebenes Blatt bist, und gar nicht verstehst, was du überhaupt tust, was Gut und Böse ist, für wen du handelst.' Unbeschriebenes Blatt. „Ich… Ich saß hier im Raum. Vor mir das leere Blatt, in meiner rechten Hand ein Kugelschreiber, umgeben von diesen weißen Wänden und hinter dem Tisch saßt du.“ Vater nickte mir lächelnd zu. „Wie kam ich hier her?“ Zum zweiten Mal platze mir eine Frage von den Lippen und ich erschrak darüber, wo diese herkam.
„Marlena, meine Liebe… Bitte überlasse das Fragestellen mir, okay? Ich kann dir aber nur versichern, dass ich hier bin, um dir zu helfen.?“
Dieses Mal war ich die Person, die nickte.
„Kannst du mir sagen, wie alt zu bist?“
Ich schüttelte den Kopf.
„Seit heute 18 Jahre alt. Heute ist der 23. März. Schreib das bitte auf.“
Ich kritzelte alle Zahlen auf das Blatt.
„Und wie siehst du aus?“
Ich sah an mir herunter. Helle Haut, blonde, glatte Haare, die bis zu meiner Brust fielen, und eine zärtliche Figur, auf welcher ein weißer Krankenhauskittel lag. Er reichte mir einen Spiegel und ich sah mir eine, meine schmale Lippe, zierliche Nase und blaue Augen an, über welchen die hellen Augenbrauen kaum erkennbar waren. Irgendwas fühlte sich daran falsch an.
„Vater?“
„Ja?“
„Bin ich das?“
„Ja Marlena, das bist du. Das bist du, Marlena Foss.“
'Das bin ich…' wiederholte ich langsam in meinem Kopf und schrieb dann alle Merkmale unter meinem Geburtsdatum auf.
„Und, wie fühlst du dich?“
Wie ich mich fühle? Verwirrt. Ängstlich. Unsicher. Verloren. „Gut.“
„Das ist sehr schön.“ Eine kurze Pause. „Name, Alter, Geburtsdatum, Aussehen?“
„Marlena Foss, 18, 23. März, Weiß, Blond, Lange Haare, dünn, schmale Lippe, kleine Nase, blaue Augen.“
„Perfekt.“ Er nahm das kleine schwarze Gerät vom Tisch und tippte unter einem Lächeln kurz darauf herum. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Marlena.“
Eine Minute später fand ich mich Vater folgend auf dem Flur. Die weißen Wände machen den Eindruck, als würden sie mich erdrücken wollen, und die endlos langen Flure, als würden sie niemals enden und ich würde mein ganzes Leben damit verbringen, auf ihnen herumzuirren. Alle paar Meter blieben wir stehen und es dauerte einen Moment, bis sich die Tür vor uns öffnete. Links und rechts auf den Gängen war der einzige Kontrast weiße Türen, welche selbst auch kaum zu erkennen waren. Ich konnte die Zeit wohl nicht einschätzen, aber nach einer gefühlten Ewigkeit, vielleicht waren es auch nur 3 Minuten, blieb Vater mitten auf dem Gang stehen und drehte sich zu mir um, so als wollte er überprüfen, ob ich noch bei ihm bin.
„Also Marlena… Es wird Zeit, Abschied zu nehmen.“
„Wie?“
„Wir werden uns in nächster Zeit sicherlich wiedersehen, aber ich habe erstmal noch andere Aufgaben zu tun. Hinter dieser Tür liegt dein Zimmer, dort triffst du noch jemanden anderes.“
„Wen?“
„Jemandem, der so ist wie du. Wir helfen ihm auch.“
Ich nicke vorsichtig. Mir wurde mulmig bei dem Gefühl, dass Vater mich nun alleine mit einem Fremden lässt.
„Und denke immer daran,“, fuhr er fort, „wenn irgendetwas ist, wenn du dir unsicher bist, wenn du wieder Hilfe benötigst und wenn du, naja, komische Gedanken oder Träume oder sowas bekommst, dann kannst du immer zu mir kommen. Ich bin immer für dich da.“
„Aber wie kann ich dich finden?“
„Das musst du gar nicht. Ich werde dich finden.“
Und mit diesen Worten öffnete sich die Tür nach innen und ich stand bereits bei geschlossener Tür im Raum, bevor ich mich versehen konnte.
„Oh, Hallo.“, begrüßte mich eine gelangweilte Stimme von dem anderem Ende des kleinen Raumes, von einem Jungen ca. meines Alters kommend, der mit seinem kompletten Äußerem perfekt mit dem weißem Raum übereinstimmte und mir den Rücken zugedreht hatte. Es dauerte ein paar Momente, bis er sich umdrehte und mir fiel direkt auf, dass seine geröteten Wangen nicht zu dem Bild passen.
„Ich habe Hallo gesagt.“
„H- Hallo.“
„Na also, geht doch.“ Er wirkte erleichtert. „Alex. Alex Benedict Haward.“ Ich brauchte einen Moment, bis mir einfiel, dass es jetzt angebracht wäre, mich vorzustellen.
„Marlena Foss.“
„Kein Zweitname?“ Er sah mich kritisch an, ich schüttelte nur den Kopf, was seine Miene verwirrt und ängstlich wirken ließ. „Wie alt bist du?“
„18.“ Auch diese Information schien ihn nicht zu beruhigen, weshalb ich mit einem Lächeln „Heute ist mein Geburtstag“ hinzufügte, was ihn aber nur noch erstaunter gucken ließ.
„Heute? Und du bist jetzt schon hier? Wer hat sich denn um dich gekümmert?“
„Vater.“
„Vater? Bist du dir da sicher? So um die 50, groß, breit, braune Haare, die grau werden?“
Sah er so aus? Ich versuchte es, mir Vaters Gesicht vor Augen vorzustellen, doch es gelang mir nicht. „Kann gut sein.“, sagte ich schulterzuckend. „Ist doch egal.“
„Nichts ist egal, das wirst du schon noch lernen.“ Ich war mir unsicher, ob das ein Hinweis oder eine Drohung sein sollte. Alex starrte mich eine Zeit lang an, bis sich sein Gesichtsausdruck langsam ins positive änderte. „Also Marlena… Wenn das hier dein erster Tag ist, dann weißt du sicherlich noch nicht viel über diesen Ort.“ Er verstand meine Stille wohl als ja. „Weißt du, warum du hier bist?“
Ich war stolz darüber, auf diese Antwort eine Frage zu wissen. „Vater sagte, ich bin hier, weil mir hier geholfen wird. Und dir wird auch geholfen, so wie mir, das hat er mir gesagt.“
„Und warum helfen sie uns?“
„Weil...“ Jetzt zögerte ich einen Moment. Warum stellt er so viele Fragen? „Weil wir unser Gedächtnis verloren haben.“
Alex atmete einmal tief durch. „Marlena, du musst wissen… Das stimmt nicht so ganz. In Wirklichkeit… Bist du hier nur für mich. Vater hilft dir hier, aber du musst etwas über deine Vergangenheit wissen.“
Vergangenheit? „Meine Vergangenheit begann hier in einem Raum vor einem weißen Blatt.“
„Aber davor? Was war denn davor?“
Ich starrte ihn mit leerem Gesicht an. Wie? Davor? „Es gibt kein davor.“
Alex atmet genervt durch. „Okay, dann halt anders. Ich... Ich war hier schon lange einsam und alleine, und Vater… Der wusste das. Und er hat zu mir gesagt, dass er mir jemanden bringt, der für mich da sein wird und auf mich hören wird, als mein Geburtstagsgeschenk. Und heute ist mein einundzwanzigster Geburtstag, und heute kamst du. Du bist nur für mich hier. Das ist der Sinn von deinem Leben.“
„Aber… Vater...“ Meine Stimme fing an zu zittern und langsam füllten sich meine Augen mit Tränen.
„Weine nicht, Marlena. Es ist vielleicht ein bisschen schwierig, das jetzt zu erfahren, aber jetzt weißt du ja wirklich, warum du hier bist, nicht wahr?“
Ich nicke und bringe unter Tränen ein Lächeln zusammen.
„Also, nun da du weißt, dass du alles für mich tun musst, habe ich schon eine Aufgabe für dich.“
Erwartungsvoll guckte ich Alex in die Augen und versuche es, mich auf mein neues Schicksal zu konzentrieren.
„Du darfst keinem davon erzählen, dass du hier nur für mich bist. Das ist ganz wichtig.“
„Und warum?“
„Bitte überlasse mir das Fragen stellen.“
„Vater hat das Gleiche gesagt.“
Diese Worte schienen etwas bei Alex auszulösen. „Okay, also… Vater ist sehr… vergesslich. Er hat es schon wieder vergessen. Darum hat er auch anfangs nichts mehr darüber gesagt. Würdest du nur ein einziges Wort darüber verlieren, dann würde ihn das sehr verwirren und traurig machen, er weiß nämlich nicht, dass er so viel vergisst und sein Gedächtnis verliert. Und du musst wissen, dass hier auch noch andere sind, denen geholfen wird, und andere, die helfen. Und die… Die dürfen nichts davon wissen, weil sie das sonst auch alle wollen. Die wissen nämlich nicht, warum sie hier sind. Und sonst wären sie sehr neidisch, okay?“
„Also bin ich… Anders?“ Mein Gesicht war immer noch mit Tränen gefüllt.
„Genau, Marlena. Du bist etwas ganz Besonderes, so wie... Eine Prinzessin. Meine Prinzessin. Magst du Prinzessinnen?“
Er lächelte mich an, entschied sich dann, einen Schritt näher zu mir zu gehen und mich zu umarmen. Dieser menschliche Körperkontakt fühlte sich sehr gut an, so als hätte mein Körper monatelang nur darauf gewartet, endlich wieder in einer freundlichen Geste berührt zu werden. „Danke, Alex.“
Er löste sich wieder von mir. „Okay, also… Soll ich dir unser Zimmer zeigen?“ Mittlerweile weiß er, dass man bei mir am besten nicht auf eine Antwort wartet, sondern direkt anfängt.
23.08.2017
uploaded: 10.02.18
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