Tag 3502 / Am Wannseestrand liegen
In den Himmel gucken Dem Wasser zuhören

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Tag 3502 / Am Wannseestrand liegen
In den Himmel gucken Dem Wasser zuhören

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Tag 3377 / Italienmoment
Tag 3335 / menschen konnten mir bisher selten geben, was mir orte geben
außer die aa die sind auch wie orte einfach da
diese ecke wannsee alsen kolonie strandbad großes fenster pfaueninsel die autobahnabfahrten grunewald havelchauseee heerstrasse die abbiegung zum teufelssee
hallejula
Tag 3334 / Glückstränen auf der Pfaueninsel
Tag 3334 / Glückstränen auf der Pfaueninsel
Als ich noch das Auto hatte vor zwei, drei Wochen, als ich die Havelchaussee mit dem Auto hochgefahren bin, als ich gedacht habe: Jetzt hast du es wieder nicht geschafft, die Pfaueninsel zu besuchen - da war ich weit entfernt davon, mir vorstellen zu können, dass ich zwei drei Wochen später genau diesen weiten Weg mit der Bahn antrete, dass das so ne doppelte, dreifache, zehnfache Freude verursacht, wenn ich etwas schaffe, von dem ich weiß, es hat mir so oft gut getan, das hat mir in Krisenzeiten gut getan und in den guten Zeiten, weil es so ein wohltuender Ort ist, weil ich hier ganz viel Kraft kriege, weil meine Augen mehrere Stunden am Stück so viel Natur sehen, weil es entschleunigt, mit dem 218er Bus zu fahren. Das ist so eine große Freude, dass ich jetzt überhaupt hierher gefahren bin - ganz egal, was jetzt kommt. Es ist gigantisch. Und ich hab das der Entscheidung zu verdanken, mich nicht für ein anderes Oberstes zu bewerben. Und in dem Moment, als ich diesen Satz beenden wollte, hat ein weißer Pfau ein Rad geschlagen und dann haben seine weißen Pfauenkinder daneben auch Räder geschlagen. Wenn sowas passiert, dann ist das ein Zeichen. Ich hab die richtige Entscheidung gefällt, dass ich mich da nicht bewerbe, weil mir das diesen freien Sonntag beschert, weil mir das beschert, mich zu spüren, zu spüren, wie gut es mir geht, wenn ich hier bin, diese Glücksmomente. Die Arme wegstrecken, ranreißen, wegstrecken, ranreißen - als ob ich was gewonnen habe. Ich hab die Nähe zu mir selbst gewonnen. Die Nähe zu etwas, was fünf Euro Eintritt kostet, wo man keine Autos hört, wo ich hier teilweise ganz alleine auf den Wegen bin. Und dann begegnet mir wieder eine glückliche Familie. Im Moment kann ich sagen: Das wär irgendwie nicht mein Modell. Das wirkt auf mich einengend, auch wenn ich denke, das es schön sein kann. Mein Modell ist Mutter zu werden. Und vielleicht kommt der Mann später dazu.
Ich weine vor Glück. Ich weine vor Glück auf der Pfaueninsel.
Vielleicht ist die Antwort morgen oder nächste Woche: Du wurdest nicht ausgewählt, um in diese Berufslaufbahn einzusteigen. Vielleicht ist die Antwort nächste Woche: Du hast zwei Striche auf dem Test. Wenn das mit dem Bewerbungsverfahren nicht geklappt hat, dann sehe ich das als Zeichen, dass das mit der Mutterschaft weiterhin stärker verfolgt werden kann, dass die Aktien einfach dafür gut stehen mit einem entfristeten Vertrag, Halleluja!
Die Freiheit, hierher zu gehen, habe ich auch zu verdanken den Berliner Bädern, dass sie keine vergünstigte Jahreskarte mehr anbieten. Denn so habe ich nicht den Druck, dass ich diese Karte abschwimmen muss und ich verliere jetzt kein Geld, weil ich nicht gehe. Ich muss nicht nächste Woche viermal schwimmen, weil ich diese Woche nur zweimal war. Ich denke, ich könnte mich mit zwanziger Tickets eindecken.
Man, Freitag war ich in einem schlechten, schlechten, schlechten Zustand. Da bin ich gar nicht vor die Tür gegangen. Da wollte ich so gerne in die Synagoge und habe aber die Kurve nicht gekriegt. Hab mich irgendwie nicht angezogen gekriegt, den Antrieb nicht gefunden. Und dann heute habe ich sogar morgens die Handtücher gewaschen, alle Räume gesaugt. Ich hab mir heute gesagt: Ja, ich bin offen für all die Veränderungen, die dann im Körper passieren, ich werde das annehmen, was dann mit dem Körper sich verändert. Ich werde ganz stark ins Vertrauen gehen, gegen Befürchtungen und Angst arbeiten. Ich werde wissen, dass ich es für mein Kind tue, dafür, Mutter zu sein. Danke, dass ich das hier alles wahrnehmen darf, dass ich das empfinden darf, dass ich aufnahmefähig bin. Danke für diese zufriedenen Stunden, für diesen Besuch hier auf der Insel.
Ich danke dafür, dass ich okay damit bin, morgen wieder zu dieser Arbeit zu gehen. Ich danke, dass ich okay damit bin, egal wie die Antwort für das Bewerbungsverfahren ausfällt. Ich kann beiden Antworten etwas Positives abgewinnen. Ich danke dafür, dass ich auch beiden Antworten bezüglich der Schwangerschaft etwas Positives abgewinnen kann. Denn beide Antworten sind ein Teil des Weges. Ich bin auf dem Weg.
Neulich hab mir Fotos angeguckt von mir aus der letzten Saufzeit- und den ersten trockenen Jahren auf dem alten Rechner. Das ist so ein gigantische Veränderung! Ich denke jetzt manchmal, ich schleppe mich durch den Tag, ich schleppe mich durchs Leben. Dabei war das da viel schlimmer!
Und da hat keiner gesagt, Agatha, ich nehme dich an die Hand. Ich zieh dich da raus aus diesem Loch. Ich zieh dich da raus, aus diesem Zustand. In mir ist so viel Kraft, so viel Lebenswillen, so viel Ausdauer und Disziplin. Und das passt nicht zu den Selbstzweifeln, die ich immer habe. Ich denke auch manchmal, ich könnte eine richtig gute Beamtin sein. Ich mache teilweise wirklich bessere Arbeit als die. Mein einziges Problem ist meine Emotionalität, dass ich manchmal dabei den falschen Ton ergreife, dass ich Dinge persönlich nehme. Aber mein Engagement und meine meine Genauigkeit, mein Wille, einen erheblichen guten Beitrag zum Ganzen zu leisten, der ist bei mir größer, vielleicht auch, weil ich noch nicht so lange dabei bin, vielleicht aber auch, weil es mein Anspruch ist, weil ich einen hohen Anspruch an meine Arbeit habe und an das Arbeitsergebnis. Ich hab gebetet, dass ich wieder arbeiten kann. Ich bete für ein Baby. Ich bete für die Trockenheit.
Ich hab mir von Herzen gewünscht, dass ich meinem Vater sein zweites Enkelkind in den Schoß setzen kann, dass mein Vater auf den Knien nicht nur meine Katzi streichelt, sondern auch mit meinem Kind, seinem Enkel spielt. Mein Vater war ein sehr witziger Mann. Und das sind vielleicht Sachen, die ich gerne weitergeben würde. Aber vielleicht verstehe ich da schon wieder nicht, was Gene sind. Vielleicht gibt man nicht Humor weiter. Vielleicht gibt man Berührbarkeit weiter.

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Tag 3256 / Im Wald, in den Bergen, am Wasser
gehen Stress und Angst zurück, auch Traurigkeit, Selbstzweifel und Anspannung. Das weiß ich aus eigener abstinenter Erfahrung.
Tag 2826 / Immer noch negativ
Man hört hier morgens die Möwen. Das ist schön.
Ich war jetzt fast eine Stunde im Dom. Es hat sich angefüllt, als ob mich jemand umarmt. Es war warm und es ist nicht so hell wie hier draußen und es gibt ganz viel zu sehen. Das ist wie Meditation, zu versuchen, all die Dinge zu erfassen, die dort zu sehen sind. Ein ganz schönes Gefühl jetzt hinterher. Ich kann auch morgen davor und danach in den Dom gehen.
Tag 2760 / Auf dem Weg zur Boje bekam ich Panik