Noch sind wir keine Fremde, nicht wahr? Du starrst mich mit Abscheu an wenn wir uns auf der Straße sehen und ignorierst mich dann. Ich nicke dir zu, sag hi, manchmal sogar deinen Namen. Ich singe für dich und du bist präsent in meinen Träumen. In meiner Schublade Bilder und in meinem Schrank versteckt Liebesbriefe in einem Geburtstagsgeschenk welches du nie bekommen hast. Wie können wir jemals Fremde sein wenn du mich ohne Kleider kennst, ohne Haut, meine Essenz. Ich vergesse weder meinen noch deinen Namen beim trinken, aber ich trinke auch nicht mehr zu viel. Ich hab nichts zum feiern und ich weiß wohin es führen kann, wenn man aus Traurigkeit trinkt. Ertrinkt. In Traurigkeit ertrinken, dass tue ich noch. Nimmst du manchmal mein Parfüm an anderen Frauen war? Ich kenne niemanden der dieses verwendet aber es könnte ja sein.. Siehst du mich noch manchmal vor deinem inneren Auge? Ich glaube nicht dran, dass die Zeit die Wunden heilt. Das hat sie doch noch nie. Im inneren der Sanduhr sitze ich und es prasselt auf mich herab. Ich sehe nach draußen. Du versuchst mich als Fremde zu betrachten. Ich stehe nicht mehr an meinem Fenster wenn ein Bus hält. Ich geh nicht mehr spazieren. Wie soll man abschließen, wenn man weder der Eigentümer vom Schloss noch vom Schlüssel ist? Irgendwann werde ich wohl eine Fremde für dich sein, ein verdrängter Erinnerungsschatten. Irgendwann werde ich von Sand bedeckt. Es ist alles eine Frage der Zeit.




















